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7.6.2008 von Hans Ulrich Gresch.
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Mensch mittels elektromagnetischer Strahlung und schneller Computer bis in die letzten Winkel seiner Seele ferngesteuert werden kann, ohne dass er es merkt.
Schon beim gegenwärtigen Stand der neurowissenschaftlichen Forschung kann kein Zweifel daran bestehen, dass diese Möglichkeit verwirklicht werden kann.
Angesichts der realen Machtverhältnisse auf diesem Planeten kann auch kein Zweifel daran bestehen, in wessen Händen die Verfügungsgewalt über diese neue Technik der totalen Massenkontrolle liegen wird.
An der Spitze der Pyramide wird eine kleine Kaste von Puppenspielern stehen, die sich aus den wirtschaftlichen, militärischen, politischen und kulturellen Eliten rekrutiert. Mit Ausnahme ihrer Clans, also der engsten Familienmitglieder und Höflinge wird diese Kaste den Rest der Menschheit mental versklaven.
Diese kleine Kaste wird ihresgleichen als Menschen betrachten und alle anderen, die Menschenantlitz tragen, als Untermenschen.
Dies ist Science Fiction, so hoffe ich. Noch.
Geschrieben in Mind Control, Politik, Wissenschaft | Drucken | 1 Kommentar »
27.12.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Menschen, die psychologisches Wissen professionell anwenden, stecken in einem Dilemma: Sie müssen mit gefälschten Karten spielen, wenn sie ihre Kunden nicht betrügen wollen. Dieses Dilemma ist die Konsequenz eines Widerspruchs zwischen Selbst- und Fremdbild und der damit verbundenen Erwartungen.
Die Psycho-Experten (Psychiater, Psychotherapeuten, Trainer, Berater aller Arten) fühlen sich jedoch ihrer Wissenschaft verpflichtet. Sie sind stolz darauf, auf wissenschaftlicher, auf empirischer Grundlage zu arbeiten. Je ernster sie ihre Wissenschaft nehmen, je besser sie diese verstehen, desto deutlicher sehen sie aber auch, dass ihnen ihre Wissenschaft keine Gewissheiten zu bieten vermag. Diese entströmt noch nicht einmal dem Füllhorn der viel reiferen strengen Naturwissenschaften wie der Physik oder der Chemie. Noch viel weniger jedoch vermag die Psychologie zu garantieren, dass auf ihrer Grundlage entwickelte Maßnahmen zur Veränderung menschlichen Verhaltens und Erlebens tatsächlich greifen.
Die Crux besteht darin, dass diese Maßnahmen, gleich welcher Art, nur dann halbwegs realistische Erfolgsaussichten besitzen, wenn gleichermaßen Psycho-Experten und Kunden daran glauben. Die Maßnahmen zur Steuerung menschlichen Verhaltens und Erlebens sind schließlich keine mechanischen Eingriffe ins Räderwerk lebloser Maschinen. Sie sind vielmehr ein System von Impulsen, von Anregungen, die von Psycho-Experten und Kunden aufgegriffen werden müssen.
Es ist offensichtlich, dass ohne einen starken Glauben an die gewählten Maßnahmen kein nennenswerter Effekt zu erwarten ist. Die Wissenschaft sagt unmissverständlich, dass die Validität psychologischer Erkenntnisse fast immer höchst fraglich ist. Je näher ein psychologisches Experiment dem Ideal naturwissenschaftlicher Erkenntnis kommt, desto weniger lässt es sich auf das reale Leben übertragen. Je lebensnäher eine Studie jedoch ist, desto schwieriger ist es, aus ihr logisch zwingend allgemein gültige Erkenntnisse abzuleiten.
Die Folge dieses Dilemmas ist eine professionelle Dissoziation, eine Bewusstseinsspaltung. Ein Psycho-Experte, der sein Fach ernst nimmt, muss in der Praxis agieren, als besäße er die absolute Gewissheit, muss Vertrauenswürdigkeit ausstrahlen - in der Theorie aber muss er sich dem unausweichlichen methodischen Zweifel unterwerfen, darf Hypothesen nicht mit Beweisen verwechseln.
Manche Menschen meistern diesen Spagat dank eines elastischen Naturells mühelos; andere müssen sich jeden Tag aufs Neue überwinden. Manche flüchten aus dem Dilemma, indem sie sich aus der Praxis oder aus der Wissenschaft zurückziehen. Wir finden dann auf der einen Seite Professoren, die sich in mathematischen Modellen verlieren und hinterher gequält und lustlos nach empirischen Anwendungen für ihre Formeln und Zahlenwerke suchen. Auf der anderen Seite treiben Gurus und Zaubermänner ihr Wesen auf Grundlage uralter, esoterischer Weisheit.
Wer die Psychologie wirklich liebt und kennt, leidet mitunter arge Gewissensqualen, weil er natürlich Theorie und Praxis gleichermaßen gerecht werden möchte und zwangsläufig daran scheitert. Kann es ihn trösten, dass jenseits seiner Schädeldecke kaum jemand Notiz nimmt von seinen Problemen? Die meisten Menschen kennen nach wie vor noch nicht einmal den Unterschied zwischen Psychologen, Psychiatern, Psychotherapeuten oder Neurologen. Manche halten Vertreter dieser Professionen ausnahmslos für windige Gesellen; andere finden unter ihnen immer wieder heilige Männer und Wundertäter, die Sie mit Liebe und Verehrung überfluten.
Menschen, die professionell psychologisches Wissen anwenden, stecken in einem Dilemma: Was auch immer sie tun - sie haben Grund, es zu bereuen. Doch: Wer will sich von habituell Zerknirschten schon helfen lassen? Das die Zerknirschung jedoch auf struktureller Grundlage beruht, bleibt nur eins: den Gordischen Knoten zu zerhauen.
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7.12.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Lassen Sie sich psychologisch beraten. Das wird Ihnen gut tun. Sie stehen im Mittelpunkt. Allerlei Salben und Tinkturen werden auf ihre Seele geschmiert. Hinterher fühlen Sie sich besser. Und erleichtert - zumindest, was Ihren Geldbeutel betrifft.
Nein, sagen Sie, Sie seien kein Warmduscher. Hmm, dann ist das wohl nichts für Sie. Sie hätten schon Probleme, sagen Sie, aber die wollten Sie nicht unter der warmen Dusche lösen, sondern kalt, mit glasklarem Blick aufs Reale.
Gut. Dann lassen Sie sich von einem Psychologen beraten. Sie haben ein Problem, aber keinen Plan, es zu meistern? Fachlich haben Sie alles im Griff, aber irgend etwas stimmt nicht, klappt nicht, will sich nicht ins Rechte fügen?
Hinter den meisten Problemen dieser Art stecken entweder unabwendbares Schicksal oder… menschliches Verhalten, das der Veränderung harrt. Trifft Letztes zu, dann lassen Sie sich von einem Psychologen beraten. Sagen Sie ihm, dass er seine Salben und Tinkturen für die Seele daheim lassen solle.
Es gibt eine Psychologie jenseits der Psychologie. Sicher, da ist die Spielwiese für kleine Mädchen, das Seelenparadies, wo alle Wunden heilen. Der Emotionsquirl, der ihre Sorgen versaftet. Diese Psychologie beherrscht den Markt. Sind Sie aber ein Kaltduscher, dann brauchen Sie das gerade nicht. Dann brauchen Sie die andere, die pragmatische Psychologie. Jene, die sich, ohne wissenschaftsgläubig und zahlenfetischistisch zu sein, an der Wissenschaft und der systematisch erforschten Praxis orientiert.
Es gibt eine Psychologie für Männer. Entscheiden Sie sich für diese, auch wenn Sie eine Frau sind.
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22.11.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Computerspiele verbieten? Erzeugen die “Ego-Shooters” durchgeknallte Killer? Oder senken sie die Schwelle, machen sie Taten wie in Emsdetten wahrscheinlicher?
Die bisherige empirische Forschung kann keine klaren Antworten geben. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, denn man kann in diesem Bereich aus pragmatischen und ethischen Gründen nur in engen Grenzen experimentieren.
Also kann nur die Intuition weiterhelfen. Meine Intuition sagt mir: Schlüssel und Schloss. Wenn so ein Killerspiel auf eine bestimmte mentale Struktur trifft, wird es gefährlich. Es gibt offenbar Typen, die diese Spiele benutzen, um sich selbst zum Killer abzurichten. Sie sind gleichsam das mentale Training für das Blutbad. Es handelt sich um Rollenspiele. Entsprechenden Typen helfen sie, eine Killer-Role zu übernehmen und sich in ihr zu entfalten - bis es knallt.
Der Schulschütze Sebastian Bosse hatte für das Spiel Counter-Strike seine Schule als virtuell begehbaren Raum nachgebaut - ein Trainingsfeld für die spätere Tat. Es ist also Unsinn zu behaupten, das Spiel habe ihn zur Tat animiert - vielmehr hat er es für die Tat animiert.
Medienberichten zufolge soll Sebastian B. die Planung seiner Tat in einem Tagebuch akribisch aufgezeichnet haben, in kühler, klarer Sprache ohne Anzeichen psychotischer Verworrenheit. War er ein Selbstmord-Attentäter in eigenem Auftrag? Er hatte offenbar eine Mission, die ihn antrieb und einen Glauben, von dem er durchdrungen war. Dies geht aus seinem Abschiedsbrief (ungekürzt) hervor.
Bastian B., der Ego-Shooter liebte Counter Strike, ein Strategie-Spiel. Die US-Armee liebt es auch, so sehr sogar, dass sie eine Variante dieses Killerspiels kostenlos im Netz anbietet: America’s Armee. Es soll der Rekrutierung von Soldaten dienen. Die Armee hat ähnliche Spiele auch zur Ausbildung von Frontkämpfern entwickelt.
In diesem Spiel bekämpfen Einheiten der US-Armee Aufständische oder Terroristen. Bevor man daran als aktiver Kämpfer teilnehmen kann, muss man zunächst eine Grundausbildung durchlaufen. Infos finden sich bei Wikipedia.
Die US-Armee bezeichnet diese Counter-Strike-Nachahmung als “cost-effektive recruitment tool” - als kosteneffektives Werkzeug zur Rekrutierung. Das US-Militär nutzt heute den Videospiele-Markt ebenso intensiv wie seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Filmindustrie. Hollywood und das Pentagon sind ein eingespieltes Team - und beide Seiten haben etwas davon: Hollywood satte Filmförderungsgelder und die Militärs dürfen sich über massenwirksame Propaganda freuen.
Es ist sicher problematisch, wenn Gewalt in Videospielen, im Film oder in Medien allgemein glorifiziert wird. Noch problematischer ist eine Schwarz-Weiß-Glorifizierung, eine selektive Verherrlichung der Gewalt, verbunden mit einer Unterteilung in die “good guys” und die “bad guys” - in Freiheitshelden und Terroristen. Am schlimmsten ist die selektive Glorifizierung bei gleichzeitiger Erfahrung der Austauschbarkeit: Aus den Freiheitskämpfern von gestern werden heute Terroristen und umgekehrt, in Abhängigkeit von den Interessen des Imperiums, das unsere Welt beherrscht. Das ist eine Heroisierung und Dämonisierung ohne Moral, die allein auf machtpolitischem Kalkül basiert.
Bastian B. sah sich als Freiheitsheld, als Revolutionär in einer Revolution der Ausgestoßenen. Die Bösen waren in seiner Welt alle anderen Menschen, die Ausgrenzer: Lehrer, angepaßte Mitschüler. In seiner Phantasie hat Bastian B. seine Pflicht getan, so wie die virtuellen Soldaten auf seinem Bildschirm, mit denen er - Kamerad unter Kameraden - für das Gute und gegen das Böse kämpfte. Er hatte Gewissensbisse gegenüber den Menschen, denen er wehtun musste. Aber er konnte nicht anders. Er war ein selbstprogrammierter Killer.
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17.10.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Die Beziehung zwischen der menschlichen Umwelt und dem menschlichen Verhalten vermittelt ein Faktor X. Diesen Faktor kann man sich als Blackbox vorstellen, als Schwarzen Kasten. In diesen Schwarzen Kasten kann man auch nicht mit Brainscans hineinschauen, denn diese bilden nur einen Schwarzen Kasten im Schwarzen Kasten ab. Im Laufe der Jahrtausende haben die Menschen allerlei Kosenamen für die Blackbox gefunden, z. B. Seele oder Psyche. Dabei handelt es sich um Hypothetische Konstrukte, weil die Annahmen über den Inhalt des Schwarzen Kastens stets weit über das hinausgehen, was sich aus den Beobachtungsdaten ableiten lässt. Die wissenschaftliche, empirische Psychologie verwendet daher den Begriff “Psyche” nur ungern, der Behaviorismus verwarf ihn vollständig. Die kognitive Psychologie hat allerlei Modelle zu den Vorgängen im Schwarzen Kasten entwickelt, die sich mehr oder weniger gut empirisch überprüfen lassen. Das geht so: Man leitet aus dem Modell Annahmen für beobachtetes Verhalten ab, das sich unter definierten Bedingungen zeigen müsste, wenn das Modell richtig ist. Zeigen sie sich aber nicht, dann müsste das Modell eigentlich verworfen oder modifiziert werden. Eines der ältesten Modelle dieser Art wurde von Miller, Galanter und Pribram in “Plans and Structure of Behavior” entworfen. Das Erscheinen dieses Buches gilt als die Geburtsstunde der Kognitiven Psychologie. Das hier vorgeschlagene Modell ist eine Computer-Analogie. Pläne intervenieren zwischen Reizen und Reaktionen - und diese Pläne sind algorithmisch. Die Mainstream-Psychologie verwendet den Begriff der Seele überhaupt nicht. Die Gründe dafür sind irrational und forschungspolitisch. Wenn wir vom theologischen Gebrauch dieses Begriffs einmal absehen, so bezeichnet die Seele die Gesamtheit der Geschichten, die ein Individuum sich und anderen über sich selbst und seine besondere Sicht der Welt erzählt. Werden diese Geschichten gedeutet, dann kommt man zur hermeneutischen Psychologie, die unter dem Einfluss des Behaviorismus und seiner scientistischen Nachfolger lange Zeit ein akademisches Schattendasein führte. Die Unzufriedenheit mit dem Computer-Modell und seiner neuropsychologischen Ableger führt allerdings neuerdings wieder zu einem wachsenden Interesse an der Seele in der Psychologie. Qualitative Forschungsmethoden, die Widergeburt der Introspektion und die Entwicklungen der sog. narrativen Psychologie zeugen davon. Wir haben auf der einen Seite den psychologischen Mainstream, der heute neuro-psycho-biologisch ausgerichtet ist, in dem Psychophysiologie, Psychologie und Genetik zusammenfließen. Auf der anderen Seite aber wächst das Unbehagen mit Ansätzen, die in der Blackbox nur algorithmische Prozesse verorten. Das eigentlich Menschliche, so meinen diese Kritiker, seine Kreativität, seine Individualität, seine Subjektivität würde durch diese Sichtweise ins Dunkle des Kastens verfehlt. Ich verwende die Begriffe Seele und Psyche sparsam, wohl wissend, dass es sich dabei um Fiktionen handelt, um Fiktionen aber, die als Kürzel hilfreich sind. Die Position, dass die Psyche den Gegenstand der wissenschaftlichen Psychologie bezeichne, wohingegen die Seele der Parawissenschaft zugeordnet sei, halte ich für falsch - sie zeugt wohl von der unzulänglichen Kenntnis dessen, was im Bereich der wissenschaftlichen Psychologie so alles abläuft zur Zeit. Das Bedürfnis, alles säuberlich in Schubladen zu packen, verstehe ich gut. Ordnung muss sein. Aber man muss aufpassen. Man sollte zu Großes nicht gewaltsam hineinpressen, sonst gehen entweder das Große oder die Schublade kaputt.
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2.10.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Die erste Antwort ist ein ganz entschiedenes Ja.
Beispiele:
Psychologische Psychotherapeuten posaunen, Ihre Methoden seien die besten der Welt. Stimmt nicht. Alle Methoden sind für den Erfolg einer Psychotherapie gleichermaßen unbedeutend. Die Hauptarbeit leistet der Klient selbst. Seine Selbstheilungskräfte, sein Mut, seine Entschlossenheit sind entscheidend.
Psychologische Experten behaupten, sie könnten zukünftige Entwicklungen eines Menschen besser vorhersagen als Laien. Alles Quatsch. Sie können es gar nicht. Vorhersagen auf Basis meist sehr einfacher statistischer Modelle schlagen sowohl Laien als auch die Psycho-Experten.
Und nun kommen wir zur zweiten Antwort, einem entschiedenen Nein.
Empirisch arbeitende Psychologen haben mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen, welche dass die obigen Behauptungen von Psychologen Hokuspokus sind. Sie haben statistische Modelle entwickelt, die uns helfen, unsere Welt besser zu verstehen und ihre Entwicklungen besser vorherzusagen. Sie haben Aberglauben entmystifiziert. Sie schrecken dabei auch nicht vor den Mythen der eigenen Zunft zurück. Sie können Menschen helfen, vernünftig zu handeln, auf die eigene Kraft und die eigenen Erfahrungen zu vertrauen - und sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen von falschen Experten, Gurus und Abzockern mit flinkem Mundwerk.
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