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20.12.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Zum Jahreswechsel haben viele Menschen besonders viel Zeit zum Fernsehen. Dies scheint eine harmlose, mehr oder weniger vergnügliche Beschäftigung zu sein. Der einzig erkennbare Nachteil besteht scheinbar darin, dass man seine Zeit auch mit sinnvolleren Tätigkeiten ausfüllen könnte. Aber hat man nicht, bei all der Hetze, dem Stress und den Sorgen des zurückliegenden Jahres ein Recht auf harmlose Unterhaltung ohne Nutzeffekt?
Ja, wenn es denn so harmlos wäre. Einige Merkmale des Fernsehens sollten uns stutzig machen:
Die Wirkung ist eine Mischung aus säuglingshafter Entspannung (die häufig auch durch Alkohol und Naschwerk noch unterstützt wird) und extremem emotionalen Stress (an den man sich nicht gewöhnen kann, weil Mord, Totschlag etc. uralte, genetisch programmierte Angriff-Flucht-Schemata in unserem Unbewussten aktivieren). Die tranceartige Bewusstseinslage, der medial gesteuerte Tagtraum verhindern, dass uns die archaischen Impulse aktivieren.
Der Fernsehzuschauer ist in diesem Zustand höchstgradig suggestibel. Er ist fast völlig wehrlos gegenüber den Botschaften des Fernsehens, auch wenn er sich ihnen gegenüber erhaben wähnt. Die Botschaften dringen tief in sein Unbewusstes ein und setzen sich dort fest. Und so werden sie zu Selbstverständlichkeiten, die unser Denken, Fühlen und Verhalten steuern wie Realitäten. Und da dies die Mehrheit der Bevölkerung betrifft, werden sie zu unserer gemeinsamen Realität.
Wer mir dies nicht glaubt, kann sich durch ein Experiment selbst davon überzeugen. Verzichten Sie für ein paar Monate konsequent aufs TV. Sie werden feststellen, dass Sie sich in dieser Zeit von Bekannten und Arbeitskollegen, von Nachbarn und anderen Mitmenschen entfremden werden - und zwar in einem erschreckenden Ausmaß. Sie werden beginnen, sich wie ein Marsmensch zu fühlen.
Geschrieben in TV, Psychologie, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
7.11.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Wer kein öffentlich-rechtliches oder privates Fernsehen mehr schauen darf, weil er keinen IQ-Punkt zu verlieren hat, muss nicht länger unter Entzugserscheinungen leiden: Ehrensenf-Fernsehen macht klug.
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