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Afghanistan und das Trauma

Am Stammtisch

Am 2. Februar strahlte die ARD einen Fernsehfilm über einen Bundeswehrsoldaten aus, der nach seiner Rückkehr vom Einsatz in Afghanistan unter schweren psychischen Problemen leidet. Am folgenden Tag wurde ich zufällig Ohrenzeuge eines Stammtischgesprächs, in dem ältere Herren sich gegenseitig in der Ansicht bestätigten, dass nur Feiglinge oder Schwächlinge an der Front zusammenbrechen.

Vermutlich hatten diese Männer nie einen Krieg erlebt – von Kampferfahrung ganz zu schweigen. Doch auch Kriegsteilnehmer neigen nicht selten zu solchen Ansichten. Das liegt nicht allein daran, dass nur eine Minderheit der Soldaten an der Front war. Der Grund dafür ist auch die sattsam bekannte Neigung des Menschen zum Selbstbetrug und zur Verlogenheit.

An der Front

Die Mythos vom Kriegshelden hält den Tatsachen nämlich nicht stand. In seinem Buch „The Painful Field“ hat der amerikanische Historiker Richard A. Gabriel Fakten zusammengetragen, die eindeutig belegen, dass es keine Kriegshelden gibt. Ich referiere die wichtigsten Einsichten aus seinem lesenswerten Buch:

Während des 2. Weltkriegs feuerten gerade einmal 15 Prozent der amerikanischen Frontsoldaten ihre Waffen ab - unabhängig davon, ob sie angriffen oder angegriffen wurden. Die meisten Soldaten hatten einfach zu viel Angst, so dass sie nichts anderes taten als in ihren Schützenlöchern auszuharren.

Nahezu alle Soldaten, die mehr als einen Monat dem Stress der Front ausgesetzt sind, entwickeln psychiatrische Symptome. Die Vorstellung, dass nur Feiglinge zusammenbrechen, ist ein Mythos, der durch militärpsychologische und militärpsychiatrische Studien eindeutig widerlegt wird. Und diese Erfahrungen beziehen sich vor allem auf Kriege, die erheblich weniger intensiv waren als ein moderner konventioneller Krieg.

Während des Kalten Krieges beschäftigten sich die Militärstrategen beider Blöcke natürlich auch mit Prognosen der Kampfkraft ihrer Truppen. Projektionen für rein konventionelle Kriegsszenarios zwischen Warschauer Pakt und NATO in Mitteleuropa aus dieser Zeit legen nahe, dass während einer Woche die psychiatrisch begründete Kampfunfähigkeit rund 40 bis 50 Prozent aller Fälle ausgemacht hätte - auf beiden Seiten.

In jedem Krieg sind Furcht und Erschöpfung ständige Begleiter. Die Erfahrung der Schlacht ist eine der bedrohlichsten, stressvollsten und schreckerregendsten Erfahrungen, die von Menschen auszuhalten erwartet wird. Schwere emotionale Reaktionen sind weder seltene, noch isolierte Ereignisse.

Es kann kein Zweifel daran bestehen: Die Kriegstechnik ist so destruktiv geworden, dass die Frage aufgeworfen wurde, ob irgend ein Soldat, außer den ohnehin schon Verrückten, das Schlachtfeld noch auszuhalten vermag. Die Hinweise, die wir haben, lassen erkennen, dass die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit bereits erreicht wurden.

Obwohl die amerikanische Armee während des I. und II. Weltkriegs durch gründliche psychiatrische Untersuchungen die Schwachen auszusondern versuchte und nur die angeblich Starken an die Front geschickt wurden, gelang es ihr nicht, psychiatrische Zusammenbrüche infolge des Kampferlebnisses zu vermindern.

Psychiatrische Krankheiten waren die größte Einzelkategorie bei den Behindertenrenten, die nach dem II. Weltkrieg von der amerikanischen Regierung gewährt wurden.

Während des I. Weltkriegs wurden 27,7 % der Frontkämpfer aus der Kampfzone wegen eines psychiatrischen Zusammenbruchs evakuiert. Weitere 16,6 % wurden vorübergehend in psychiatrische Einrichtungen gebracht.

Während des II. Weltkriegs litten 1.393.000 amerikanische Soldaten an psychiatrischen Symptomen, die sie zumindest vorübergehend dienstunfähig machten.

37,5 % der amerikanischen Frontsoldaten wurden während des II. Weltkriegs wegen psychiatrischer Probleme entlassen.

Interviews mit amerikanischen Frontsoldaten ergaben, dass während des II. Weltkriegs nicht mehr als 15 % der Soldaten ihre Waffen abfeuerten, selbst wenn sie angegriffen wurden. Sogar in Elite-Einheiten, die für ihre Aggressivität bekannt waren, stieg dieser Anteil nur auf 25 %. Dasselbe Bild ergab sich bei den Piloten. Auf nur 1 % entfielen mehr als 40 % der Abschüsse.

In Korea erlitten 24,4 % der amerikanischen Frontsoldaten so schwerwiegende psychiatrische Zusammenbrüche, dass sie zumindest vorübergehend kampfunfähig waren.

Vietnam: 12,5 % der Frontsoldaten (=Soldaten mit Kampferfahrung) wurden psychiatrische Fälle. Der Vietnamkrieg war kein sehr intensiver Krieg, so erklärt sich die vergleichsweise niedrige Zahl. Allerdings erkrankten nach dem Krieg mehr Veteranen an Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) als nach jedem anderen Krieg zuvor.

Untersuchungen zeigten, dass etwa 2 Prozent der Soldaten im Frontkampf nicht zusammenbrechen. Dabei handelt es sich um Menschen, die bereits vor dem Soldatenleben psychopathische Persönlichkeiten waren.

(Quelle: Gabriel, R. A. (1988). The Painful Field. The Psychiatric Dimension of Modern War. New York, Westport, Con., London: Greenwood Press)

Posttraumatische Belastungsstörung

Wenn sich die Bundeswehr weiterhin an internationalen Kampfeinsätzen beteiligt, dann ist natürlich mit einer steigenden Zahl von Menschen in unserer Mitte zu rechnen, die durch Kriegserfahrungen schwer traumatisiert wurden. In vielen Fällen werden die Traumata diese Veteranen ein Leben lang begleiten und mitunter irreversible psychische Störungen hervorrufen.

Nachdem die Bundesregierung dieses Problem lange ignoriert hat, will sie nun – wie die Süddeutsche Zeitung am 2. Februar 2009 berichtete – ein Forschungszentrum für die sog. Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS) einrichten. Die Diagnose PTBS wurde 1980 in die dritte Revision des „Diagnostisch Statistischen Manuals“ (DSM) aufgenommen. Das DSM ist die internationale Psychiater-Bibel zur Psychodiagnose. Die Aufnahme der PTBS erfolgte auf Druck der Verbände von Vietnam-Veteranen. Obwohl dadurch eine neue Krankheit, ein neues „Syndrom“ kreiert wurde, sind die Phänomene, auf die sich diese Diagnose bezieht, natürlich so alt wie der Krieg. Durch die Aufnahme wurden sie jedoch offiziell zur Krankheit.

Doch es handelt sich nicht um eine Krankheit. Die Verhaltensmuster, aufgrund derer die betroffenen Soldaten diese Diagnose erhalten, sind die ganz normalen Reaktionen normaler Leute auf eine verrückte Situation. Die menschliche Natur hält dem extremen Stress eines Kampfeinsatzes über einen längeren Zeitraum nicht stand. Jeder hat seinen Bruchpunkt. Wer diesen Bruchpunkt nicht innerhalb weniger Wochen an der Front erreicht, der ist nicht normal.

Eine Frage des Staates und die Antwort der Soldaten

Aus meiner Sicht sind die sog. Psychischen Störungen in Wirklichkeit keine Krankheiten, sondern Strategien zur Daseinsbewältigung. Auch die „Posttraumatische Belastungsstörung“ eines Soldaten macht hier keine Ausnahme. Es ist eine Strategie, den Wahnsinn des Krieges zu bewältigen und dabei ein normaler Mensch zu bleiben, sich also nicht in ein Monster zu verwandeln.

Selbstverständlich entwickelt nicht jeder Soldat, der in Afghanistan eingesetzt wird, ein „posttraumatisches Belastungssyndrom“. Die psychischen Auswirkungen hängen natürlich von der Intensität und Dauer des Kampfeinsatzes ab, vom Ausmaß der Stresserfahrung also. Je brutaler der Krieg, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Soldat jene Strategie der Daseinsbewältigung wählt, die unter dem Begriff „PTBS“ medikalisiert wurde. Durch diese Medikalisierung wird eine gesunde Reaktion zur Krankheit erklärt. Sie wird individualisiert. Man schiebt den betroffenen Soldaten in die Röhre eines Computer-Tomographen und stellt u. U. fest, dass sich sein Hirn strukturell verändert hat. Das ist dann in etwa so, als hätte er ein Bein verloren.

Doch er hat kein Bein verloren, ihm fehlt nichts. Der Brain-Scan zeigt nur, dass sein Gehirn normal auf eine wahnsinnige Erfahrung reagiert und sich so verändert hat, dass es das Verhalten im Sinn einer Strategie steuern kann, die das menschliche Ansicht angesichts der Barbarei wahren soll.

In der „Welt online“ vom 4. Februar 2009 befürchtet der Kommentator Michael Stürmer, dass der Druck, „das Grauen sich selbst zu überlassen“, beständig zunehmen werde, je mehr Traumatisierte ihre Geschichte erzählen. Dies aber hätte Folgen „weit über den Hindukusch hinaus. Es ginge um die alte Frage, „was der Staat von den Seinen verlangen darf – und warum.

Soldaten, die im Krieg ausrasten, durchdrehen, geben eine Antwort auf diese Frage. Sie ist vielstimmig:

  • Physische Erschöpfung, später mentales Auslaugen, jede Bewegung erschöpft, ist quälend, Suchtmittelmissbrauch wahrscheinlich; unsoziales Verhalten, Irritabilität, Verantwortungsscheu, Verweigerungshaltung; emotionale Krisen, somatische Stress-Symptome (Schwitzen, Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen etc.)
  • Psychotische Dissoziation von der Realität; Wahnideen; extreme Stimmungsschwankungen; läppisches Verhalten
  • Psychosomatische Symptome als Konfliktlösung zwischen Pflichtbewusstsein und Todesangst; Amnesien; Fugue; konvulsive Attacken; Lähmungserscheinungen; neurotische Herzstörungen; exzessives Zittern etc.
  • Schlafstörungen, Alpträume; fixe Ideen; Phobien, generalisierte Ängste; psychosomatische Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwächegefühle, Nervosität
  • Der Soldat erkennt krankhafte Züge seines Verhaltens, kann aber nicht davon lassen. Zittern, Krämpfe, Tics, Stammeln
  • Längerfristige Persönlichkeitsveränderungen und PTBS durch wiederholten traumatischen Stress an der Front.

So antworten viele Soldaten auf die Frage des Staates, was er ihnen im Kriege zumuten darf. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Psychisch krank - der Knast

Werden wir kontrolliert?

Es gibt Menschen, die zutiefst von der Überzeugung durchdrungen sind, dass ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Stimmungen und sogar ihr Verhalten von außen kontrolliert werden. Als Mittel der Kontrolle werden häufig Hypnose, Telepathie oder elektromagnetische Strahlung genannt. Die mutmaßlichen Täter sind bösartige Nachbarn, Kriminelle, Sekten, Geheimdienste, Geheimbünde oder gar Außerirdische.

Aufgeklärte Zeitgenossen sind häufig zutiefst von der Überzeugung durchdrungen, dass es sich bei diesen Menschen um Spinner, Paranoide, Psychotiker oder Schizophrene handele oder einfach nur um geltungssüchtige Aufschneider, und dass diese Phänomene die Folge von Büchern, Filmen oder Zeitschriftenartikeln zum Thema “Mind Control” seien.

Dabei ist das Phänomen keineswegs neu. Zu allen Zeiten gab es Berichte über dämonische Besessenheit und Ende des neunzehnten Jahrhunderts beschrieb der russische Psychiater Victor Kandinsky auf Basis eigener Erfahrungen ein entsprechendes Syndrom, nämlich das Gefühl, andere könnten die eigenen Gedanken lesen, würden Gedanken in die eigene Psyche senden, könnten Handlungen erzwingen.

Der aufgeklärte Zeitgenosse kann sich also beruhigt zurücklehnen. Nun hat er gleich drei und nicht nur die eine Schublade mit dem Etikett “Verschwörungstheorie”. Die beiden anderen Schubladen kann er beschriften mit “Kandinsky-Clerambault-Syndrom” (Clerambault war ein Franzose, der Ähnliches beobachtete) bzw. “religiöser Wahn”.

Doch wenn sich aufgeklärte Zeitgenossen entspannt im Sessel zurücklehnen, dann kann es mitunter geschehen, dass sie nicht einschlummern und sich dem Reich der Phantasie und des Traumes anvertrauen, sondern dass sie die Logik wie ein Stachel im Fleisch an empfindlichen Stellen quält. Zwar haben wir die Diagnosen, aber wo sind die Beweise? Es mag ja sein, dass in dem einen oder anderen Fall religiöser Wahn oder eine andere Form des Irrsinns oder die Suggestionen der Verschwörungstheoretiker für die beschriebenen Phänomene verantwortlich waren. Aber dies bedeutet doch nicht, dass es in jedem Fall so ist.

Der aufgeklärte Zeitgenosse glaubt bekanntlich nicht an die Seele und an den immateriellen Geist, sondern er ist tief im naturwissenschaftlichen Denken verankert. Für ihn ist die Psyche ein Effekt des Nervensystems. Selbstverständlich werden unsere Gedanken und Gefühle vom Gehirn produziert und unser Verhalten durch das Nervensystem kontrolliert. Klar, die genannten Verrücktheiten sind also Störungen des Nervensystems.  Doch was sind die Ursachen?

Der aufgeklärte Zeitgenosse wird mitunter von religiösen Schwärmern inquisitorisch befragt, ob er seine Position, die Seele sei ein Nervengeflecht, denn auch beweisen konnte. Dann lächelt der aufgeklärte Zeitgenosse milde und sagt: “Na, dann trink einfach einmal ein paar Bier zu viel, dann merkst du, dass deine Grauen Zellen die Grundlage deines seelischen Lebens sind!”

Aha, lieber aufgeklärter Zeitgenosse: Hier räumst du also ein, dass seelisches Leben von außen gesteuert werden kann. Könnte es dann nicht auch sein, dass Militärs und Geheimdienste die primitive Phase der Manipulation des Geistes durch Alkohol und Drogen hinter sich gelassen haben. Dass sie im Geheimen High-Tech-Methoden entwickelt haben, um menschliches Verhalten und Erleben durch elektromagnetische Strahlung zu steuern?

Verschwörungstheorie? Klar. Die Logik wird aber wie ein Stachel im Fleische weiterbohren.  Dem Verhalten und Erleben liegen nun einmal neurologische Prozesse zugrunde. Können neurologische Prozesse durch elektromagnetische Strahlung beeinflusst werden? Wird gar das “Kandinsky-Clerambault-Syndrom” mitunter durch elektromagnetische Strahlung induziert?

Zum Glück ist kein aufgeklärter Zeitgenosse gezwungen, sich stets dem Diktat der Logik zu unterwerfen und sich durch fruchtlose Fragen quälen zu lassen. Es gibt schließlich wichtigere Dinge. Warum soll man seine Zeit mit diesem verschwörungstheoretischen Quatsch verplempern? Schließlich ist man doch nicht aufgeklärter Zeitgenosse, um sich als Spinner titulieren zu lassen, sondernum sich an den Ufern des geistigen Mainstreams zu sonnen.

Gibt es die große Illuminaten-Verschwörung?

Nein, sicher nicht!

Dies ist der erste Gedanke, der einem halbwegs aufgeklärten Menschen aus dem alten Europa durch den Kopf schießt. Nein, das ist billigste Verschwörungstheorie, mit den üblichen braunen Rändern, die schnell in hirnrissige UFO-Gläubigkeit oder kriminell widerlichen Antisemitismus ausufert.

595px-dollarnote_siegel_hq.jpgDer zweite Gedanke, der den halbwegs aufgeklärten Alteuropäer beschleicht, weist in eine andere Richtung. Gab es da nicht diese “Propaganda Due”, jene freimaurerische Geheimorganisation, die während des Kalten Kriegs die italienische Politik steuerte? Hatte diese Loge nicht beste Kontakte zur CIA, die durch klingende Münze orchestriert wurde? Gab es nicht Verbindungen zur ultrageheimen Partisanen-Organisation “Gladio”, die der NATO unterstand und deren operative Geschäfte von der CIA und anderen westlichen Geheimdiensten (einschließlich BND) geführt wurden? Plante die Propaganda Due nicht gar einen Staatsstreich, um die Demokratie in Italien abzuschaffen?

Natürlich! Der dritte Gedanke des halbwegs aufgeklärten Alteuropäers schließt sich nahtlos an. Natürlich, das sind Fakten. Und Fakten, nicht Ideologien oder andere Vorurteile sollten unser Denken bestimmen. Die Propaganda Due gab es wirklich, Gladio gab es wirklich. Schlimm genug. Doch das waren Betriebsunfälle der Demokratie, die durch die Hysterie und Paranoia des Kalten Krieges zu erklären sind.

Dann atmet der halbwegs aufgeklärte Alteuropäer erst einmal durch, um dann seinen vierten Gedanken zu zelebrieren. Die dummen Amis, denkt er, sind ja so furchtbar ungebildet und blasen jede Halbwahrheit schnell zu einer ausgewachsenen Verschwörungstheorie auf. Wir halbwegs aufgeklärten Alteuropäer  sollten uns auf unsere Kultur des Denkens besinnen. Haben uns nicht die alten Griechen die Logik geschenkt - dieses unschätzbar wertvolle Instrument, mit dem wir erkennen können, welche Schlüsse aus vorhandenen Fakten zulässig sind und welche nicht?

In aller Regel lehnt sich der halbwegs aufgeklärte Alteuropäer nun in seinen Sessel zurück und verbirgt seinen Kopf hinter einem Nachrichtenmagazin oder einer Zeitung für die gebildeten Stände. Es gibt allerdings auch den einen oder anderen Desperado unter den halbwegs gebildeten Alteuropäern, dessen Atem nach vier aufeinander folgenden Gedanken noch nicht erschöpft ist. Er fragt sich,welchen Erklärungswert die Vokabeln “Hysterie”, “Paranoia” und “Kalter Krieg” denn eigentlich besitzen.

Sind das die Fakten, aus denen die logisch zulässigen Schlüsse gezogen wurden, so dass kein anderes Urteil legitim erscheint als jenes, dass die große Illuminaten-Verschwörung eine haltlose Theorie sei? Oder handelt es sich hier nur um Impressionen, um Wertungen auf schwammiger Fakten-Basis?

Wir leben in einer Demokratie. Die Bürger dürfen regelmäßig zur Wahl gehen und die politischen Geschicke ihres Landes in die Hände von Menschen legen, denen sie vertrauen oder denen sie zumindest die damit verbundenen, erforderlichen Leistungen zutrauen. In einer Demokratie, freilich, sind Verschwörer ein Störfaktor, der mit polizeilichen und juristischen Mitteln zu bekämpfen ist - und wenn Verschwörer dennoch zu einigem Einfluss gelangen, dann handelt es sich um einen Betriebsunfall.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite besteht darin, dass der Reichtum in den Demokratien höchst ungleich verteilt ist. Einer kleinen Zahl von Menschen mit gigantischem Vermögen steht die überwiegende Mehrheit des Volkes gegenüber. Einigen geht es recht gut, viele Leben in bescheidenen Wohlstand, doch eine steigende Zahl von Menschen hat kaum das Nötigste zum Leben.

Allerdings: Geld, wir wissen es, ist Macht. Viel Geld ist viel Macht. Gigantische Vermögen bedeuten gigantische Macht. Werden die Menschen mit gigantischer Macht tatsächlich die Geschicke ihres Landes vertrauensvoll in die Hände jener Politiker legen, die von der Mehrheit der Habenichtse gewählt wurden? Oder werden sie versuchen, ihre gigantische Macht zu nutzen, um die politischen Verhältnisse in ihrem Lande in ihrem Sinne zu beeinflussen - unabhängig davon, was die Mehrheit will oder nicht will?

Ich zweifele keine Sekunde daran, dass die Mehrheit der Superreichen echte Demokraten sind. Auch für sie hat die Demokratie reale Vorteile - solange das Volk sich als Souverän wähnt und dennoch den Reichtum der Superreichen nicht antastet. Es wäre also höchst unklug, die gigantische Macht zu nutzen, um offen in die politischen Verhältnisse einzugreifen. Das Volk ist ja nicht dumm, o nein; so plump will es nicht betrogen werden. Da müssen sich die Superreichen schon etwas Intelligenteres einfallen lassen.

Gut, das es die Illuminaten gibt. Gäbe es sie nicht, könnte man auf den Gedanken kommen, es wären die Superreichen selbst, die sich verschworen haben. Aber nein, Gott bewahre, man möge doch die netten Leutchen in ihren schlichten Häuschen am Hang zufrieden lassen. Die sind doch so bescheiden, dass wir sie kaum zu Gesicht bekommen. Wer verirrt sich schon einmal in den Ghettos der Superreichen?

Die Illuminaten sind für die Verschwörung zuständig. Und die kommen von einem anderen Stern oder sie stammen aus dem braunen Phantasiereich der Antisemiten. Nachdem der durchschnittliche,  halbwegs aufgeklärte Alteuropäer nach dem vierten Gedanken selig in seinem Sessel einschlummerte, ist nun auch der Desperado des Gebetsmühlengeklappers seiner anarchischen Gedanken überdrüssig und macht die Klappe dicht.

Klar, sagt er sich, es gibt Netzwerke hinter den Kulissen, Geheimgesellschaften, Illuminaten. Die sind so geheim, dass wir uns kein klares Bild von ihnen machen können. Ein klares Bild brauchen wir aber auch nicht, weil wir - wie einst Louis Renault in “Casablanca” - die üblichen Verdächtigen verhaften können.

Doch wäre dieser Schluss wirklich die letzte Weisheit, die wir aus unserer alteuropäischen Geistestradition herauspressen können? Sollten wir nicht vielmehr dem Prinzip der Sparsamkeit folgen? Sollten wir nicht auf Annahmen verzichten, die durch die Fakten nicht erzwungen werden? Sollten wir nicht vor allem keine Begriffe verwenden, die sich nur dem Klang, aber nicht dem Inhalt nach von bereits eingeführten Begriffen unterscheiden.

Ein eingeführter Begriff ist die “Bourgeoisie”. Auf Deutsch heißt das Bürgertum. In einer Demokratie sind natürlich wir alle Bürger. Das aber ist nicht damit gemeint. Bürger in Sinne des “Bourgeois” sind Menschen, die so reich sind, dass sie ihr Leben frei und unabhängig gestalten können - die arbeiten können, wenn sie es möchten, die aber nicht arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der harte Kern der Bourgeoisie sind die Superreichen, also jene Bürger mit gigantischer Macht. Warum sollten wir diese Bürger Illuminaten nennen? Widerspricht dies nicht einer guten alteuropäischen Tradition, dem Prinzip der gedanklichen Sparsamkeit?

Brainwash - Welt der Wunder special (RTL II)

Das RTL II Wissenschaftsmagazin “Welt der Wunder” mit dem zweistündigen SPEZIAL: “Brainwash! - Gibt es die totale Gedankenkontrolle?”

München (ots) -

- Moderation: Hendrik Hey

- Sendetermin: Sonntag, 12. Oktober 2008, 18:00 Uhr bei RTL II

Welt der Wunder” berichtet in diesem SPEZIAL über verborgene Gedanken-Experimente, mit denen Menschen zu willenlosen Attentätern gemacht werden sollen. In den USA führte das Bekanntwerden des “MK-Ultra”-Projekts in den siebziger Jahren zu einem handfesten Skandal. Im Rahmen von “MK-Ultra” testete die CIA, ob es möglich ist, Menschen unter Einsatz verschiedener Mittel so zu manipulieren, dass sich ihr Handeln von außen kontrollieren und steuern lässt. Aber ist es tatsächlich möglich, das Bewusstsein einer Person zu manipulieren und ihr einen fremden Willen aufzuzwingen, ohne dass sie es merkt?

Mit dem “MK-Ultra”-Projekt verfolgten Wissenschaftler ein einziges Ziel: Sie wollten herausfinden, wie ein Mensch so beeinflusst werden kann, dass er gegen seinen Willen handelt und sogar Ur-Instinkte wie den Selbsterhaltungstrieb unterdrückt. Zur Durchführung der Versuche wurden neben Hypnose auch Elektroschocks eingesetzt. Bei Verhören injizierte man den Verdächtigen Drogen wie LSD, so dass sie sich später nicht mehr daran erinnerten. Die Experimente wurden in der Regel ohne das Wissen der Versuchspersonen durchgeführt, einige von ihnen überlebten “MK-Ultra” nicht. 1975 erfuhr die Öffentlichkeit von dem Projekt. Angeblich wurde es dann aufgrund der großen Empörung eingestellt.

Jetzt hat “Welt der Wunder” die Recherche wieder aufgenommen und mit Experten über Gedankenkontrolle gesprochen. Wurden die menschenunwürdigen Experimente wirklich beendet? Der Nürnberger Diplom-Psychologe Dr. Hans-Ulrich Gresch hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt: “Gehirnwäsche-Methoden im Sinne des CIA-Forschungsprogramms “MK-Ultra” sind heute längst fester Bestandteil militärischer und geheimdienstlicher Praxis. Folter verfolgt heute nicht in erster Linie das Ziel, Menschen durch körperliche und seelische Qualen zu Geständnissen zu zwingen, sondern ihre Persönlichkeit zu zerbrechen und sie umzudrehen.”

Außerdem spricht “Welt der Wunder” mit Zeugen, geht ungeklärten Fällen nach und präsentiert Indizien und Beweise für die Existenz dieser Versuche. Die Erkenntnisse liefern ein beängstigendes Bild.

Pressekontakt:
RTL II Presse und PR
Annegret Wagner
Tel.: 089 64185 6508
E-Mail: annegret.wagner@rtl2.de

Woran erkennt man vertrauenswürdige Therapeuten?

Wie oft werde ich von Opfern der Gehirnwäsche durch Persönlichkeitsspaltung gefragt, woran man vertrauenswürdige Therapeuten erkenne. Wie könne man ausschließen, dass ein Helfer mit den Tätern zusammenarbeitet.

Meine Standard-Antwort ist eine Gegenfrage: “Woher wissen Sie, dass sie mir vertrauen können?”

Die Antwort lautet meist, ich hätte ein gutes Buch zum Thema geschrieben, das ihnen geholfen habe.

Dann sage ich: “Zumindest eine Person, die ein hilfreiches Buch zu diesem Thema geschrieben hat, habe ich mit eigenen Augen und Ohren dabei beobachtet, wie sie mit den Tätern kooperierte.”

Darauf folgt meistens Schweigen. Ich warte eine Weile und fahre fort: “Opfer von Gehirnwäsche durch Persönlichkeitsspaltung können noch nicht einmal sich selbst vertrauen. Sie können nie sicher sein, dass nicht, tief eingegraben in ihr Unterbewusstsein, noch Programme aktiv sind, die sie zwingen, im Sinne der Täter zu denken, zu fühlen und zu handeln. Vertrauen entsteht immer - so schrieb einst der kluge Souziologe Niklas Luhmann- immer und stets entsteht Vertrauen durch Signale, die darauf hindeuten, dass Vertrauen gerechtfertigt sei. Dies betrifft das Vertrauen in andere gleichermaßen wie das Vertrauen in sich selbst.”

“Das klingt plausibel”, antworten dann viele. “Aber gleichzeitig ist es sehr vage. Das hilft mir nicht.”

“Es muss natürlich konkretisiert werden. In jeder Kommunikation, auch in inneren Selbstgesprächen, tauchen Signale auf, die für Vertrauenswürdigkeit sprechen oder dagegen. Dies Signale muss man abklopfen. Man frage sich, wem nützt ein Gedanke, eine Äußerung?”

“Geht es nicht noch konkreter?”

“Ein Beispiel: Allen Opfern, ausnahmslos alle Opfern wurden Programme eingepflanzt, deren Aufgabe darin besteht, die Identität der Täter zu verschleiern. Dies ist natürlich logisch. Alle Straftäter versuchen, alle Hinweise auf ihre Person zu eliminieren. Sie ziehen sich Handschuhe an, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, sie tragen Masken beim Bankraub usw. Sie stellen sich bei ihren Taten niemals mit Namen und Adresse vor. Darum gaukeln auch die Täter der Gehirnwäsche durch Persönlichkeitsspaltung ihren Opfern vor, etwas anderes zu sein, als sie wirklich sind. Ein beliebtes Gaukelspiel sind satanische Rituale, Masken, Roben und anderer Firlefanz. Wenn nun ein Opfer sich unter Qualen an seine Torturen zu erinnern beginnt, wenn es die konditionierten amnestischen Barrieren durchdringt, dann tauchen natürlich zunächst solche Erinnerungen auf und das Opfer ist verständlicherweise davon überzeugt, es sei von Satanisten missbraucht und misshandelt worden.”

“Hmm, und welche Konsequenzen hat dieses Beispiel für die Vertrauenswürdigkeit von Helfern?”

“Heute kann sich niemand mehr herausreden, dass er den genannten Zusammenhang nicht versteht. Es liegt auf der Hand, dass die Täter keine Dummköpfe sind, sonst wären sie schon längst massenhaft überführt worden. Daher ist es auch selbstverständlich, dass sie sich tarnen. Und so setzt jeder Helfer, der die Satanismus-Theorie eines Opfers für bare Münze nimmt und nicht weiter hinterfragt, ein drastisches Signal, das gegen seine Vertrauenswürdigkeit spricht. Selbst wenn er nicht arglistig handeln würde in diesem Falle, schürte er dennoch Zweifel an seiner Vertrauenswürdigkeit: Denn wer vertraut schon gern ausgemachten Idioten?”

“Ist dies das einzige Signal, auf das es ankommt?”

“Natürlich nicht. Das Schema ist immer das Gleiche. Alle Interaktionen des Helfers, die in letzter Konsequenz dem Täterschutz dienen, aus welchen Gründen und Motiven auch immer - all diese Interaktionen sind Signale mangelnder Vertrauenswürdigkeit. Häufen sie sich, dann darf man ziemlich sicher sein, dass die Täter nicht weit sind.”

“Warum kooperieren Helfer mit den Tätern?”

“Wer weiß? Vielleicht werden Sie erpresst, vielleicht lassen sie sich bestechen, mit Geld, mit Karriere-Aussichten. Vielleicht glauben sie sogar, auf der Seite der Guten zu stehen. Manchen reicht es auch, den Mächtigen gefällig zu sein.”

“Soll ich alle Helfer meiden?”

“Nein, natürlich nicht. Lass sie nur spüren, dass du ihnen an den Kragen gehst, wenn sie ein falsches Spiel mit dir treiben. Sag ihnen im coolen Ton, dass du diesen Verrat niemals vergessen würdest. Mach ihnen klar, dass ihre eventuellen Hintermänner sie auf der Stelle fallen lassen, wenn verräterischen Helfern Fehler unterlaufen und man ihnen eine Tatbeteiligung bzw. eine Vertuschung von Straftaten nachweisen kann. Für die Täter an der Spitze der Pyramide dieses Tätersystems sind die willigen Vollstrecker an der “psycho-sozialen Front” höchstgradig entbehrlich und auswechselbar. Wenn die Entwicklung so positiv weiterläuft bisher, dann müssen sich einige von diesen Leuten früher oder später sehr warm anziehen.”

“Ich habe nicht die Kraft für ein so souveränes Auftreten und Auftrumpfen!”

“Reiß dich zusammen, sonst bist du verloren! Ich weiß, welche Power du hast. Hättest du diese Power nicht, dann hätten dich die Täter ganz schnell aussortiert. In dir stecken enorme, überdurchschnittliche Kräfte. Deshalb wurdest gerade du ausgewählt. Nutze nun diese Kraft für dich selbst. Motiviere dich durch deinen Hass auf die Täter, durch deinen Rachedurst.”

“Ich brauche Zeit, um das zu verarbeiten.”

“Du hast keine Zeit zu verlieren. Die Täter haben dir schon genug Lebenszeit gestohlen. Vergeude keine Sekunde in Freiheit!”

Lieb’ SPD, magst ruhig sein…

Noch nicht, aber bald. Nehmen wir als Beispiel einen Bäcker, damit der Unterschied klar wird. Stellen Sie sich vor, dieser Bäcker hätte sich auf Weißbrot spezialisiert. Von weither kommen die Leute, die Weißbrot lieben, um sein gutes Weißbrot zu kaufen. Eines Tages aber entschließt sich dieser Bäcker, warum auch immer, seinen Kunden klammheimlich Schwarzbrot in die Tüten zu packen. Das muss zu Irritationen führen, ganz klar.

Bis hierhin stimmt die Parallele zwischen unserem Bäcker und der SPD. Die Leute haben inzwischen gemerkt, dass nicht überall da, wo Sozialdemokratie draufsteht, auch Sozialdemokratie drin ist. Unseren Bäcker meiden nun die Weißbrotfans. Und die Schwarzbrot-Liebhaber bleiben bei den ihnen vertrauten Anbietern. Auch die SPD verliert zur Zeit Anhänger, Mitglieder und Prozente bei den Umfragen.

Bei der SPD aber kommt noch ein anderer Mechanismus zum Tragen, der seit Jahrzehnten, fast möchte ich schreiben, seit ihrer Gründung den Schwarzbrot-Effekt aufgehoben hat. Ist die SPD in der Regierung, dann wird sie rechts und vergrätzt die Wähler, für die eine sozialdemokratische Partei interessant ist. Muss sie aber wieder in die Opposition, dann streift sie sich das rote Revoluzzerkittelchen über und macht ihren Stammwählern Freude.

Da das Gedächtnis der meisten Wähler kurz ist, bemerken nur wenige Anhänger und Mitglieder den Schwindel. Die Partei “Die Linke” muss sich also vorsehen, dass sie den Stimmanteil der SPD nicht unter die Koalitionsfähigkeit drückt. Zumindest muss es reichen, dass SPD, CDU, Grüne und FDP eine Mehrheit zusammen  bekommen. Eine SPD in der Opposition: Nicht auszudenken für den Stimmanteil der Linken!

Vermutlich wird dies der Linken angesichts der selbstzerstörerischen Tendenzen in der SPD nicht gelingen. Die SPD wird in die Opposition absteigen und dann prozentual wieder kräftig zulegen. Dies wäre bei den niedrigen Ausgangswerten natürlich auch kein Wunder.

Die SPD muss sich also gar keine Sorgen, ja noch nicht einmal Gedanken machen. Die eingeschliffenen Mechanismen dieser alten, erfahrenen Partei sorgen schon von allein dafür, dass sie schon bald wieder im Aufwind segelt.

Clement

Clement ist die Symbolfigur für Hartz IV.

Hartz IV ist der Hauptgrund für das Erstarken der Partei “Die Linke”, sogar für deren Existenz in ihrer jetzigen Form.

Nun soll Clement aus der SPD ausgeschlossen werden. Grund: Der Mann hatte vor der Landtagswahl in Hessen die Wähler dazu aufgerufen, die SPD-Kandiatin Ypsilanti nicht zu wählen.

Vor rund fünfzig Jahren habe ich im Gemeinschaftskunde-Unterricht gelernt, dass sich ein Demokrat u. a. dadurch auszeichnet, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren. Ypsilanti hatte die Mehrheit der SPD in Hessen hinter sich. In jeder demokratischen Partei würde das Verhalten Clements als parteischädigend empfunden.

Dieses Verhalten ist der offizielle Grund für seinen Ausschluss. Doch de facto geht es in dem Streit deswegen um eine andere Frage. Die einen meinen, Clement solle schändlicherweise für Hartz IV abgestraft werden - und die anderen sagen, es sei gut, dass er ausgeschlossen werde, wegen Hartz IV.

Die einen betonen seine Verdienste, die anderen fragen nach den Quellen seines Einkommens. Derweil sieht Clement keinen Grund zur Reue. Mehrheiten hin oder her, die SPD solle gefälligst zu Kreuze kriechen und ihn nicht unbotmäßig bei der freien Äußerung seiner Meinungen stören.

Recht hat der Mann. Durch seinen Ausschluss könnte die Linke Stimmen verlieren. Die SPD soll sich nicht zieren und noch einmal ein Auge zudrücken. Mit verdienten Totengräbern sollte die SPD nicht so schamlos umgehen. Ein Rauswurf würde doch nur missverstanden im Volke.  Und das wäre sehr schlecht für uns alle - oder präziser: für 98,5 Prozent der Bevölkerung.

Schmidts Enthüllung

Beim Surfen im Netz fand ich zufällig einen Artikel von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt aus der Wochenzeitung “Die Zeit” vom 28. 11. 2007. Die Schlagzeile lautete: “Nato plante Atomminen in Deutschland“. Die Pläne, von denen er erst als Verteidigungsminister erfahren habe, seien weit gediehen gewesen. Dass die NATO durch atomare Landminen, durch Special Atomic Demolition Munition (SADM) Deutschland auf deutschem Boden vor den Russen schützen wollte, war allerdings zum Zeitpunkt der “Enthüllung” durch die “Zeit” längst bekannt. Entsprechende,  freigegebene US-Dokumente standen der Geschichtsforschung schon seit Jahren zur Verfügung. Auch die “Blauen Augen” haben sich nicht dieser Thematik beschäftigt, wie folgender Tagebuch-Eintrag vom 27. 03. 2007 beweist:

Beginn Zitat:

Am 13. November 1964 traf sich der amerikanische Verteidigungsminister McNamara mit seinem deutschen Kollegen Kai-Uwe von Hassel. In von Hassels Gefolge befanden sich der Generalinspekteur der Bundeswehr, Heinz Trettner und General Bernd Freitag von Loringhoven. Von Loringhoven war ein Zeuge der letzten Tage im Führerbunker.

Heinz Trettner bezweifelte, dass die strategische nukleare Abschreckung noch glaubwürdig sei. “Flexible Response”, die gestufte Abschreckung sei nunmehr erforderlich. Diese Einschätzung teilte er mit dem amerikanischen Verteidigungsminister und dessen frischgebackenem Stabschef General Earle G. Wheeler. Die massive Vergeltung solle einem nuklearen Überraschungsangriff oder einem totalen konventionellen Angriff des gesamten Warschauer Paktes vorbehalten bleiben.

Die deutsche Generalität hatte sich auch eine Alternative zum weltweiten atomaren Overkill ausgedacht. General von Loringhoven trug das Konzept vor: Im Falle eines Angriffs der Sowjets auf Westdeutschland sollten Heer und Luftwaffe mit konventionellen Mitteln zurückschlagen. Gleichzeitig aber sollten die atomaren Landminen, die bereits entlang der deutsch-deutschen Grenze deponiert worden waren, gezündet werden. Sobald NATO-Truppen in Gefahr stünden, zerstört zu werden, sollten zusätzliche taktische Atomwaffen eingesetzt werden. Eine weitere Eskalation könne vermieden werden, wenn die sowjetische Aggression auf dieser Stufe gehalten werden könne. Nach diesem deutschen Konzept sollten die Nuklearwaffen nur auf deutschem Boden und nicht gegen die sowjetischen Kommunikationslinien eingesetzt werden.

Waren dies militärische Sandkastenspiele? Oder sollte Deutschland wirklich auf dem atomaren Schlachtfeld geopfert werden. Mit Zustimmung der westdeutschen Führung, ja, sogar einem Konzept der westdeutschen Generalität folgend? Wer weiß.
Ron Chiste war als GI in Deutschland und diente in der 3. US-Panzerdivision. Im Mai 1972 erhielt er den Befehl, die taktischen Atomwaffen scharf zu machen. Was war geschehen? Präsident Richard Nixon hatte angeordnet, dass der nordvietnamesische Hafen von Haiphong bombardiert werden solle. Das Weiße Haus war sich nicht sicher, wie die Russen reagieren würden.

Hintergrundfakten zum Kalten Krieg in Deutschland: Ingo Wolfgang Trauschweizer: CREATING DETERRENCE FOR LIMITED WAR: THE U.S. ARMY AND THE DEFENSE OF WEST GERMANY, 1953-1982 . Dissertation: University of Maryland, 2006

Ende des Blog-Eintrags vom 27. 03. 2007

Schmidt behauptet, er habe sich damals den amtierenden Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Melvin Laird, zur Brust genommen und ihm, von Soldat zu Soldat, gesagt:

„ … wenn irgendein kommunistischer Kommandeur in der Verfolgung irgendwelcher flüchtigen Leute über die Grenze rüberkommt, und eine atomare Mine geht hoch, dann heben alle deutschen Soldaten die Hände hoch, dann ist Schluss der Verteidigung. Dieses Argument hat den amerikanischen Verteidigungsminister überzeugt. Er war genau wie ich ein alter Soldat und wusste, was man Soldaten zumuten kann und was nicht.“

Ich höre sie immer noch gern, diese markigen Sprüche unseres Weltökonomen und Altbundeskanzlers.  In diesem Falle beschleichen mich allerdings Zweifel, ob sie auch auf Wahrheit beruhen. Dies würde nämlich voraussetzen, dass Schmidt und Laird Lichtjahre von der Realität des taktischen Nuklearkriegs entfernt waren. Die SADM sind keine Tretminen, die versehentlich ausgelöst werden könnten, wie obiges Zitat suggeriert. Es handelt sich vielmehr um Gerätschaften von der Größe eines Übersehkoffers, die entweder durch einen Zeitzünder oder unmittelbar durch einen Suicide-Bomber ausgelöst werden.

Schmidt behauptet, er habe diesen “todgefährlichen Unfug”  gemeinsam mit dem Amerikaner beseitigen können. Nun glaube ich dem Altkanzler gern, dass er dies glaubt. Wer könnte daran zweifeln, dass er eine ehrliche Haut ist?

Ein amerikanischer Soldat erinnert sich daran, noch 1971 mit diesen Landminen in Deutschland geübt zu haben. Hierzu ein Zitat aus dem Blaue-Augen-Blog vom 22. 3. 2007.

Zitat Anfang:

Arnold Dutcher war 1971 als Soldat der “Spearhead-Division” in Deutschland. Er schreibt in seinen Erinnerungen an diese Zeit: “Während meines Einsatzes in Deutschland trainierte ich hauptsächlich mit der MK-54 SADM. Sie war die leichteste und kompakteste der ADM-Waffen.” Die Mission seiner Einheit, des ADM-Platoons bestand darin, “Dinge in die Luft zu sprengen, die dann Hindernisse wurden, um die Armeen des Ostblocks auf ihrem Weg nach Westen zu stoppen.” Als Ziele kamen z. B. Autobahnen in Frage. Der Einsatz der Kofferbombe wurde beständig geübt. Ein häufiges Übungsgebiet war ein Autobahnabschnitt in der Nähe Hanaus. Die Einsatzgruppe hielt die Zufahrt zum Standort der Bombe frei, beseitigte Unterholz, entfernte Äste und andere Gegenstände, die das Fahrzeug der Truppe behindert hätten. Die letzten Meter mussten Sie den Koffer tragen, der insgesamt etwa 75 kg schwer war.

Die Bombe sollte durch eine internen Zeitschalter gezündet werden. Dutcher und seine Kameraden hatten allerdings den Befehl, in Sichtweite auf die Detonation zu warten. “Dies bedeutetete er erhebliches Risiko für das Team”, schreibt Dutcher, “aber wir wussten, wie wir in Deckung gehen und uns selbst schützen konnten.” (Dutchers Bericht findet sich hier.)

Zitat Ende

Helmut Schmidt wurde 1969 Verteidigungsminister.

 PS: In einem hat Schmidt allerdings uneingeschränkt recht: Anständige deutsche Soldaten mit auch nur einem Hauch von Vaterlandsliebe im Leib hätten sich geweigert, diese Waffen auf deutschem Boden einzusetzen und damit ihr Volk, zum Zwecke seiner “Verteidigung”, der nukleare Vernichtung anheimzugeben. Lag es da nicht nahe, dass die NATO, dass die Amerikaner nach Auswegen, nach Ersatz für normale Soldaten suchten? Vielleicht war dies ja auch ein Ziel der Gehirnwäsche-Programme der CIA und der amerikanischen Streitkräfte. So heißt es in einem einst geheimen Dokument der CIA, eine Aufgabe dieser Programme sei es, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man Menschen gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen in willenlose Befehlsempfänger verwandeln könne, die wie geistige Roboter tun, was ihnen gesagt wird, auch wenn es das eigene Leben kostet (Memorandum for: Chief, Medical Staff, Subject: Project Artichoke, Evaluation of ISSO role, 25 January 1952, MORI ID 144686).

Könnte es nicht sein, dass diese Gehirnwäsche-Programme keineswegs die erfolglosen Kopfgeburten durchgeknallter Schlapphüte waren, wie uns die Medien suggerieren wollen? Könnte es nicht vielmehr sein, dass hinter ihnen militärische Notwendigkeiten standen? Könnte es nicht sein, dass bestimmte NATO-Strategien, deren Realisierung tatsächlich geübt wurde, im Ernstfall, also nicht im Manöver, ohne gehirngewaschene Selbstmord-Bomber nicht hätten realisiert werden können? Könnte man dann nicht sogar von einem Indizienbeweis dafür sprechen, dass die Gehirnwäsche-Projekte tatsächlich erfolgreich mental versklavte Menschen hervorgebracht haben? Oder hat die NATO eine Strategie entwickelt, für deren Verwirklichung sie zwar die Waffen hatte, aber keine zuverlässigen Leute, die  im Krieg den Befehlen zum Einsatz dieser Waffen auch bedingungslos gehorchen? War die NATO ein Haufen von Stümpern?

Es gilt im übrigen zu bedenken, dass die Nuklearkriegsstrategen damals nicht nur vor einem moralischen Dilemma, sondern vor einem noch weitaus größeren handwerklichen Problem standen. Die militärische Führung des Westens waren damals davon überzeugt, dass die Sowjets einen Angriff auf Westdeutschland mit Atombombenzündungen im Weltraum über Deutschland beginnen würden, um durch den elektromagnetischen Puls die Kommunikation des westlichen Bündnisses zu stören und die Elektronik lahmzulegen. Dann wären aus ordinären Zündkabeln gigantische Antennen für die Energie des elektromagnetischen Pulses geworden. Damals war es nämlich noch nicht möglich, die Elektronik und die Kommunikationssystem gegenüber dem elektromagnetischen Puls zu härten. Man lief also Gefahr, dass die nuklearen Landminen überhaupt nicht oder zum falschen Zeitpunkt hochgegangen wären. Wollte man sicherstellen, dass die kleinen Atombomben punktgenau beim Herannahen sowjetischer Panzerverbände explodierten, um die Verstrahlung Deutschlands möglichst gering zu halten, dann brauchte man  Leute zur Zündung der Bomben von Hand. Oder gab es eine andere Lösung, die mir nur nicht bekannt ist? Man bedenke: In dieser Zeit gab es auch nicht die heute zur Routine gewordene, höchst effiziente Überwachung von Schlachtfeldern durch Satelliten.

Wir wissen nicht, ob all dies als Problem betrachtet und wenn ja, wie es gelöst wurde. Fakt ist, wie bereits erwähnt, dass die CIA und die Army schon seit Beginn der 50er Jahre nach Möglichkeiten suchten, Menschen durch Gehirnwäsche in willenlose Befehlsempfänger zu verwandeln, die gehorchten, auch wenn es das eigene Leben kostete. Die damals bekannten psychiatrischen und neurologischen Methoden zur geistigen Versklavung von Menschen waren mit Sicherheit nicht geeignet, Erwachsene mit gefestigter Persönlichkeit in Suicide-Bombers zu verwandeln. Mit Kindern war das damals wie heute allerdings durchaus realisierbar. Kinder, die noch keine eigene Persönlichkeit besitzen, kann man dressieren, jeden Befehl auf Kommando zu befolgen, auch unter Missachtung des eigenen Lebens. Man muss nur früh genug beginnen mit der Dressur und darf vor keiner Brutalität zurückschrecken. Mit 12, 13 Jahren wären diese Kinder-Soldaten dann in der Lage gewesen, herannahende sowjetische Panzerverbände mit taktischen nuklearen Landminen auszulöschen.

Das sind natürlich Spekulationen, die voraussetzen, dass die verantwortlichen Militärs gewillt waren, sich über Gesetz und Menschenrecht hinwegzusetzen. Auch dafür könnte man Argumente finden, die auf ein in militärischen Kreisen beliebtes Grundmuster hinauslaufen: “Wer gibt uns das Recht, ein paar Menschenleben zu schonen, wenn wir dadurch Tausenden, Hunderttausenden, Millionen den Tod bringen?”

Wie auch immer: Hoffen wir, besser: seien wir zuversichtlich, dass Deutschlands jüngere Vergangenheit nicht mit einer derartigen moralischen Hypothek belastet ist.

In meinem Roman “Ein Sklave der Freiheit” habe ich ein derartiges Szenario beschrieben.  Meine Hauptfigur, Martin Nottick wurde einem real existierenden Menschen nachgebildet. Er erinnert sich an eine Gehirnwäsche in der Kindheit und an seine Ausbildung zum nuklearen Selbstmordattentäter. Ich vermute, ja, auch will gar nichts anderes denken, schärfer, ich verbiete mir etwas anderes zu denken, als dass es sich dabei selbstverständlich um falsche Erinnerungen handelt. Denn sonst hätte die NATO ja Kinder durch Folter, Drogen, Hypnose und sonstige Formen brutaler Dressur in Selbstmordattentäter für Himmelfahrtskommandas im taktisch nuklearen Gefechtsfeld auf deutschem Boden verwandelt. Das kann nicht sein, das darf nicht sein. Unausdenkbar. Falsche Erinnerungen müssen das sein. Man hört ja so viel von falschen Erinnerungen. Erinnerungen kann man sowieso nicht trauen. Falsch sind sie, diese Erinnerungen, falsch, falsch, falsch. Hysterisch, ja, hysterisch. Und von Psychotherapeuten eingeredet, suggeriert wurden diese falschen Erinnerungen, natürlich, aus Geldgier. Diese Psychos! Sind sowieso meistens Frauen, muss ich mehr dazu sagen?

Verschwörungstheorie, sowieso. Klare Verschwörungstheorie. Gott sei Dank: Falsche Erinnerungen und nichts weiter als Verschwörungstheorie. Durchgeknallte, eben. Weiß man doch. Kennt man ja. Das haben die doch alle aus dem Internet. In den richtigen Zeitungen steht sowas nicht und das Fernsehen bringt auch nichts darüber. Dann gibt es das auch nicht, nie und nimmer.

Die Wahrheit werden wir vermutlich nie erfahren. Vielleicht ist das auch besser so, nach Lage der Dinge. Das Leben geht weiter. Wir Deutsche sollten uns sehr genau überlegen, wem wir in Zukunft unsere Sicherheit anvertrauen wollen. Wir sind das Volk, der Souverän!

Weg zur Unfreiheit

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Mensch mittels elektromagnetischer Strahlung und schneller Computer bis in die letzten Winkel seiner Seele ferngesteuert werden kann, ohne dass er es merkt.

Schon beim gegenwärtigen Stand der neurowissenschaftlichen Forschung kann kein Zweifel daran bestehen, dass diese Möglichkeit verwirklicht werden kann.

Angesichts der realen Machtverhältnisse auf diesem Planeten kann auch kein Zweifel daran bestehen, in wessen Händen die Verfügungsgewalt über diese neue Technik der totalen Massenkontrolle liegen wird.

An der Spitze der Pyramide wird eine kleine Kaste von Puppenspielern stehen, die sich aus den wirtschaftlichen, militärischen, politischen und kulturellen Eliten rekrutiert. Mit Ausnahme ihrer Clans, also der engsten Familienmitglieder und Höflinge wird diese Kaste den Rest der Menschheit mental versklaven.

Diese kleine Kaste wird ihresgleichen als Menschen betrachten und alle anderen, die Menschenantlitz tragen, als Untermenschen.

Dies ist Science Fiction, so hoffe ich. Noch.

Verheerende Grundannahme

Jede Kultur ist durch tiefsitzende Grundannahmen gekennzeichnet. Die meisten Menschen teilen sie und verteidigen Sie auch wider besseres Wissen. Sie sind fundamentaler als jede Religion und im Widerstreit zwischen ihnen und der Logik zieht die Logik den Kürzeren.
Wer diesen Grundannahmen widerspricht, wird schnell zum Außenseiter, es sei denn, es gehöre gleichsam zu seinen Berufspflichten, Dogmen zu widersprechen. Ein Kabarettist, ein Schriftsteller kann davon kommen, normal Sterbliche aber eher nicht.
Eine dieser zentralen Grundannahmen unserer Kultur lautet: Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer etwas wirklich will und gut ist, wer die persönlichen Voraussetzungen besitzt und beharrlich sein Ziel anstrebt, wer sich nicht entmutigen oder einschüchtern lässt, der wird auch bekommen, was er sich wünscht.
Es mag diese Grundannahme auch in anderen Kulturen geben, aber für unsere deutsche Nationalkultur ist sie so wichtig wie kaum eine andere. Wir können nicht von ihr lassen, auch wenn sie offensichtlich den Tatsachen widerspricht, auch wenn sie viele mit Minderwertigkeitsgefühlen erfüllt oder gar depressiv macht. Wir können noch nicht einmal angesichts unserer grauenvollen Geschichte von ihr lassen. Denn diese Grundannahme war das Credo Hitlers und der führenden Nationalsozialisten. Dieses Glaubensbekenntnis war der Motor, der Hitler motivierte, die aberwitzigsten Pläne sich auszudenken und bedenkenslos in Angriff zu nehmen. Dieses Glaubensbekenntnis war gleichermaßen einer der Gründe dafür, warum ihn die Deutschen gewähren ließen, warum sie ihm nicht in den Arm fielen.
Die Deutschen glaubten und glauben nach wie vor, dass diese Glücksschmiede über jeder Moral stünden, weil sie nur dann Erfolg haben und weil der Erfolg der Guten, Mutigen und Willensstarken über jeder Moral stehe.
Und so ertragen sie auch die allergrößten Schurken in Politik und Wirtschaft ohne ernsthafte Anzeichen der Gegenwehr. Sie nörgeln zwar und mosern und manche wählen gar Protest; dass man am deutschen Sumpf aber etwas ändern, dass man ihn gar trocken legen könnte, kommt ihnen nicht in den Sinn. Nicht wirklich. Trotz Linkspartei.
Und der wohl wichtigste Grund dafür ist der ungebrochene Glaube an die Glücksschmiederei. Denn dieser hat natürlich seine Kehrseite. Wer seine Ziele nicht erreicht, der war eben nicht gut und nicht willensstark genug. Er muss sich schämen. Er ist minderwertig. Er hat kein Recht, sich gegen die Erfolgreichen, also die Guten und Willensstarken aufzulehnen .- ganz gleich, wie moralisch verkommen diese auch sein mögen.