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Neuroleptika sind Medikamente gegen Schizophrenie. Man unterscheidet zwei Arten: die klassischen und die atypischen Neuroleptika. Die atypischen wurden entwickelt, weil die klassischen einige unerwünschte Eigenschaften besitzen: Sie führen in aller Regel zu Bewegungsstörungen, bei langfristigem Gebrauch können sogar irreversible motorische Abnormitäten auftreten. Diese Phänomene sind bei den atypischen Neuroleptika seltener und schwächer ausgeprägt.
Die Bewegungsstörungen bezeichnet die Psychiatrie als Nebenwirkungen. Doch das ist ein Etikettenschwindel. Es handelt sich vielmehr um die Hauptwirkung der klassischen Neuroleptika. Diese verwandeln den Patienten nämlich in einen Parkinson-Kranken. Für den Morbus Parkinson (Schüttellähmung) sind zwar die Bewegungsstörungen charakteristisch, diese Erkrankung ist aber auch mit anderen Symptomen verbunden, und zwar mit einer emotionalen Abstumpfung und als Folge mit einer starken Demotivation. Emotionale Abstumpfung und Demotivation sind die Hauptsymptome der Apathie. Die klassischen Neuroleptika machen apathisch, weil sie eine künstliche Parkinson-Erkrankung hervorrufen. Die antipsychotische Wirkung der klassischen und teilweise auch der atypischen Neuroleptika besteht darin, dass sie die Patienten gegenüber den zuvor beängstigenden Symptomen wie Halluzinationen, Stimmenhören und Wahnideen apathisch machen.
Die atypischen Neuroleptika verursachen in weitaus geringerem Maße einen Parkinsonismus. Sie haben statt dessen eine wesentlich stärkere sedierende Wirkung. Sie werden von den Betroffenen in der Regel etwas besser vertragen, aber sie haben dafür andere schwerwiegende Nebenwirkungen. Sie sind ein starkes Stoffwechselgift, führen schnell zu meist erheblicher Gewichtszunahme und können Diabetes hervorrufen. Außerdem stehen sie in Verdacht, das Leben aus bisher ungeklärter Ursache zu verkürzen.
Quelle: Bruce G. Charlton: Why are doctors still prescring neuroleptics?
Gibt es eine Alternative zu den Neuroleptika? Ich meine, ganz entschieden, ja!