Manche Leser meiner Bücher und Artikel zu den Themen “Bewusstseinskontrolle”, “Ritueller Missbrauch” und “Multiple Persönlichkeitsstörung” finden meine Thesen irritierend, halten sie womöglich sogar für widersprüchlich. Einerseits beschreibe ich, wie Kinder durch die Methoden der Bewusstseinskontrolle in Menschen verwandelt werden, die sich so verhalten, als ob mehrere Persönlichkeiten unter ihrer Schädeldecke hausten. Andererseits bestreite ich, dass Multiple Persönlichkeitsstörungen existieren, bezeichne sie sogar als Schwindel. Einerseits schildere ich das entsetzliche Leiden, das die Methoden der Bewusstseinskontrolle durch Persönlichkeitsspaltung hervorrufen, andererseits warne ich Betroffene davor, sich in psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung zu begeben.
Dies klingt in der Tat widersprüchlich - und wer meine Schriften oberflächlich liest, überfliegt, auszugsweise oder nur vom Hörensagen kennt, man sich berechtigt fühlen, meine Seriosität in Frage zu stellen.
Wenn man einmal von meinen begrenzten sprachlichen Möglichkeiten absieht, so besteht mein Problem, mich verständlich zu machen, vor allem darin, dass ich gegen eingefleischte Vorurteile argumentieren muss. Zu den wichtigsten Vorurteilen, die hier eine Rolle spielen, zählen:
Nach dieser Vorrede kann ich mich nunmehr der so genannten Multiplen Persönlichkeitsstörung zuwenden. Es gibt sie natürlich nicht. Dieser Krankheitsbegriff bezieht sich auf einen Sachverhalt, der keine Krankheit ist. Zwar existiert dieser Sachverhalt, aber er wird nicht durch eine Krankheit hervorgebracht, sondern durch menschliche Interaktionen, nämlich durch eine Form der Bewusstseinskontrolle. Die Bewusstseinskontrolleure richten Menschen von Kindesbeinen an durch Folter, Drogen, Hypnose, sensorische Deprivation, Elektroschocks und eine entwürdigende Erziehung ab, sich so zu verhalten, als ob mehrere Persönlichkeiten unter ihrer Schädeldecke hausten.
Selbstverständlich sind auch die Verhaltensweisen, auf die sich die Diagnose der Multiplen Persönlichkeitsstörung bezieht, Abweichungen von sozialen Normen. Hier steht die Norm der Verlässlichkeit im Vordergrund. Das soziale Umfeld der Betroffenen empfindet diese als launisch, flatterhaft, unbeständig, kapriziös, unstet und wankelmütig. Das stört natürlich, zumal man sich dieses schwankende Verhalten nicht zu erklären vermag. Die Menschen des sozialen Umfelds wissen ja nicht, dass sich die Betroffenen nur entsprechend ihrer Dressur verhalten. Sie würden den Sinn dieses scheinbar bizarren Verhaltens verstehen, wenn sie die Methoden und die Ziele der Täter kennen würden.
Wird bei den Betroffenen nun eine Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, so werden dadurch zwangsläufig - bewusst oder unbewusst, absichtlich oder unabsichtlich - die Täter vor Entdeckung geschützt. Dann handelt es sich bei den Betroffenen mit dieser Diagnose angeblich um Menschen, deren Verhalten Ausdruck einer Krankheit ist, die sich aufgrund überwältigender Traumata in ihrer Kindheit entwickelt hat. Die bizarren Verhaltensweisen werden demnach als Strategien gedeutet, mit denen die Betroffenen versucht haben, diese Traumata zu bewältigen. Mit anderen Worten: Die Betroffenen haben ihre bizarren Verhaltensmuster selbst kreiert. Das ist aber aus entwicklungspsychologischer Sicht unmöglich, weil sich - auch nach der offiziellen Theorie der “Krankheitsursachen” - diese Verhaltensmuster in früher Kindheit entwickeln. In dieser Entwicklungsphase besitzen die Kinder aber noch gar nicht die kognitiven und affektiven Voraussetzungen, um solche Verhaltensmuster selbständig aufzubauen. Sie sind in diesem Alter noch weitestgehend auf vermittelndes Lernen angewiesen. Das heißt: Die Verhaltensmuster, die von der Psychiatrie als Multiple Persönlichkeitsstörung gedeutet werden, sind das Ergebnis einer Dressur. Etwas anderes kommt gar nicht in Frage.
Diese Menschen als Kranke zu behandeln, heißt, ihnen den schwarzen Peter zuzuschieben. Diese Menschen sollen sich ändern, aber das System, dessen Marionetten sie sind, darf unverändert weiterbestehen. Das ist pervers, sehr pervers.
5.5.2010 bei 11:48
hi,
deine worte gefallen mir.
Ich selber bezeichne mich auch nicht als multiple,….aber kolegeinnen sagen, ich bin es.
Hier ist echt dringender aufklärungs und diskussionsbedarf.
Mir persönlich geht es um die not derer, die sich nicht aus den Täterbeziehungen befreien können. Da aber ein fehlender täterkontakt unabdingbar ist für eine “heilung”, haben wir doch ein riesen problem. Auch die transparenz in der öffentlichkeit, dass es rituellen missbrauch gibt, ist doch noch garnicht richtig angekommen.
Ich selber, als betroffene von sexuellem missbrauch in der kindheit, habe ein grosses problem und komme an meine grenzen. Ich merke, wie bei mir aus Mitgefühl,……droht mitleid zu werden. Ich kann für liebe menschen die ich kenn null tun. Kannst du uns bei “schotterblume” mal besuchen kommen im forum oder im chat? Die betroffenen haben auch arge probleme, überhaupt ein wort zu hören auf diesem gebiet, weil sie unausweichlich dann triggern ausgesetzt sind. Will nicht gross Aufmerksamkeit erregen, aber bitte dich trotzdem mal ein Auge auf die “szene” der betroffenen zu werfen.
alles gute
raschida
15.6.2010 bei 03:41
Wie erklärt ein Betroffener dieser Dressur sich und sein Verhalten der Aussenwelt? Glaubwürdigkeit kann dieser ja angesichts der Vorurteile und ihrer Aufrechterhaltung nicht erwarten, die Täter haben zudem zeitlichen Vorsprung was die Vorbereitung von Argumenten angeht.
Während ich zwar einerseits Ihre Ansichten teile, finde ich andererseits Pauschalisierungen gefährlich. Das ist eine dieser Nischen in denen sich weitaus gefährlichere Ansichten verstecken könnten. So behaupten dies ja auch andere “Vereine” zur Genüge und verbinden das mit erheblichen monetären Interessen oder setzen gar eigene Probleme in die Welt die sie dann natürlich zu lösen vorgeben.
Man ordnet vielen Problemen die Grundlage Trauma zu. Gilt ein Trauma an sich nicht schon als psychischer/psychiatrischer Zustand und Diagnose?