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Archive für September 2008

Aufmerksamkeit und Persönlichkeit

Persönlichkeit ist ein Repertoire von Verhaltensweisen, kombiniert mit einem System von Regeln. Dadurch unterscheiden sich Persönlichkeiten voneinander. Ein Beispiel für eine solche Verhaltensweisen wäre “Aufbrausen”. Die Regel dazu könnte lauten: “Wenn eine Provokation einen gewissen subjektiven Schwellenwert überschreitet, dann brause auf.”

Unter Aufmerksamkeit versteht man den Prozess der Konzentration unseres Geistes auf bestimmte Bereiche unseres Bewusstseins. Was im Brennpunkt der Aufmerksamkeit steht, erscheint klar und deutlich; alles andere gerät in den Hintergrund und wird dort weniger, kaum noch oder gar nicht beachtet.

Unsere Aufmerksamkeit ist also selektiv. Sie kann sich nach außen richten und Gegenstände oder Vorgänge einschließen, oder sie kann sich nach innen richten und sich unseren Gedächtnisinhalten widmen (Erinnerung). Bleiben gewisse äußere oder innere Zusammenhänge dauerhaft ausgepart, sprechen wir von Abwehr (Verdrängung, Verleugnung, Projektion, Dissoziation etc.).

Zu den Verhaltensweisen und Regeln, die unsere Persönlichkeit konstituieren, zählen auch Regeln und Verhaltensweisen, die der Aufmerksamkeit zuzurechnen sind. Ist beispielsweise ein Mann sehr sachorientiert, rational und nüchtern, dann wählt seine Aufmerksamkeit andere Brennpunkte als seine Ehefrau, wenn diese sehr beziehungsorientiert, emotional und überschwänglich ist. Die unausweichlicen Konflikte zwischen den Beiden sind also auch persönlichkeitsbedingt.

Wenn wir einen Menschen als multiple Persönlichkeit bezeichnen, dann verhält sich diese so, als wohnten mehrere Persönlichkeiten unter ihrer Schädeldecke. Der Grund dafür besteht darin, dass der betroffene Mensch mal das eine Repertoire von Verhaltensweisen mit den zugehörigen Regeln aktiviert und mal das andere. Da die jeweils aktivierte Persönlichkeit auch die Aufmerksamkeitssteuerung konfiguriert, kann es vorkommen, dass die jeweils aktivierte Persönlichkeit nichts von der Existenz der anderen unter der Schädeldecke des Betroffenen hausenden Persönlichkeiten weiß.

Es handelt sich hier also um ein Subjekt, dass auf der Bühne des Lebens unterschiedliche Charaktere verkörpert. Man kann eine multiple Persönlichkeit durchaus mit einem Schauspieler vergleichen, der völlig in seinen Rollen aufgeht. Heute steht er als King Lear auf der Bühne und es steht für ihn außer Frage, King Lear zu sein. Morgen gibt er den Faust und hat keinen Zweifel daran, dass er sich der Magie ergeben hat und mit dem Teufel spricht. Übermorgen wieder ist er der Hase Harvey, den es nach Grünzeug gelüstet. In seiner Freizeit ist er der Burgschauspieler Edelbert Liebtmich und nichts anderes.

Wird ein solcher fiktiver Schauspieler Realität, dann haben wir eine ausgeprägte multiple Persönlichkeit vor uns. Meist handelt es sich um einen Schauspieler wider Willen. Warum?

Weil er von geheimdienstlichen oder militärischen Organisationen durch Folter, Hypnose, Drogen und ein ausgefeiltes System der Dissoziativen Verhaltensmodifikation von Kindesbeinen an so abgerichtet wurde. Eine multiple Persönlichkeit ist das Opfer geheimdienstlicher oder militärischer Projekte.

Immer?

Immer dann, wenn die oben beschriebenen Selbstinszenierungen zwanghaften Charakter besitzen und den Symptomen einer komplexen Zwangserkrankung gleichen, dann kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass der Betroffene ein Opfer derartiger Projekte geworden ist.

Wirklich immer?

Ja. So etwas entsteht nicht spontan. So etwas entsteht auch nicht durch einen selbstbestimmten Lernprozess. Es handelt sich hier vielmehr um das Ergebnis eines systematischen, wissenschaftlich fundierten Trainings.

Wozu?

Die multiple Persönlichkeit ist eine Marionette in den Händen ihrer Erzeuger. Sie führt bedenkenlos Befehle aus, und koste es auch das eigene Leben. Für jede Aufgabe wurde eigens eine “Persönlichkeit” geschaffen, deren Sinn im Leben darin besteht, die jeweilige Aufgabe zu meistern.

Wie funktioniert das?

Vor allem durch Folter. Jeder Mensch hat seinen Bruchpunkt. Zunächst leistet das Opfer, ein Kleinkind, Widerstand, doch wenn der Bruchpunkt überschrittet ist, dann wird es höchstgradig suggestibel und unterwürfig.  Es tut dann alles, was der Folterer will. Dies ist eine genetisch programmierteReaktion für ausweglose Situationen, in denen die einzige Überlebenschance darin zu bestehen scheint, sich in dieser Weise zu verhalten. Inzwischen beginnt man, die neurophysiologischen Grundlagen dieses Prozesses durh empirische Befunde zu verstehen.

Was ist von den Tätern zu halten?

Sie stehen auf einer moralischen Stufe mit den Nazi-Ärzten, die in Nürnberg zum Tod durch den Strang verurteilt wurden.

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