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Kurze Notiz zur DID

Manchen meinen, ein Mensch mit einer Dissoziativen Identitätsstörung (bzw. Multiplen Persönlichkeitsstörung) bestünde aus mehreren, voneinander unabhängigen Identitäten, seine Persönlichkeit sei zerbrochen.

Gegen diese These wurden zu recht erkenntnistheoretische und praktische Einwände vorgebracht. Allein schon die Beobachtung, dass sog. multiple Persönlichkeiten im Alltag durchaus nicht wie eine Rotte unkoordinierter Einzelwesen funktionieren, sondern durchaus in der Lage sein können, jahrelang ein verhältnismäßig unauffälliges Leben zu führen, müsste Zweifel an der  Realität unabhängiger Identitäten nähren.

Inzwischen geht auch die experimentelle Forschung dieser Frage nach. Wenn die Identitäten untereinander tatsächlich durch eine amnestische Barriere getrennt wären, dann dürften neue Informationen nur der jeweils aktiven Identität bekannt sein, den anderen aber nicht. Dass die amnestische Barriere aber keineswegs so undurchlässig ist, wie Betroffene vorgeben, zeigt z. B. die neue Studie von  Kong, Allen & Glisky.

Für mich sind derartige Befunde keine Überraschung. Manche mögen sie dazu veranlassen, das Kind mit dem Bade auszuschütten und den Sinn der Diagnose DID bzw. MPD generell zu bestreiten. Dies jedoch halte ich, gerade angesichts der Daten, für verfehlt. Aus meiner Sicht haben Menschen mit dieser Diagnose keineswegs einen Schwarm von Identitäten oder Persönlichkeiten in sich. Sie sind, wie wir alle, nur eine Persönlichkeit mit einer Identität. Sie haben sogar eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit, nämlich die Persönlichkeit eines Virtuosen der Selbst- und Fremdtäuschung wider Willen.

Diese Persönlichkeiten haben gelernt, sich selbst und andere zu täuschen. In ihnen steckt, wie in uns allen, ein vorpersönlicher Subjektkern, der gelernt hat und beständig daran arbeitet, sich selbst in einer Weise zu inszenieren, die nach Außen das Bild einer geschlossenen Persönlichkeit abgibt. Bei normalen Menschen folgt diese Inszenierung immer nur einem Drehbuch, das zwar modifiziert und weiterentwickelt werden kann, das aber dennoch zum Bild einer einheitlichen Persönlichkeit führt.

Bei einer sog. multiplen Persönlichkeit ist das aber anders. Hier arbeitet das unpersönliche Subjekt, diese noch formlose, gebündelte Willenskraft mit mehreren Skripts. Welches Skript realisiert wird, hängt von Umweltreizen ab. Zum Drehbuch gehört es, dass die jeweils inszenierte Persönlichkeit sich der Vielzahl seiner Inszenierungen nicht bewusst sein darf. Sie handelt so wie ein Schauspieler mit Gedächtnisstörungen, der auf der Bühne den König Lear gibt, aber nicht eine Sekunde lang in Frage stellt, tatsächlich König Lear zu sein. Bei jeder anderen Rolle ist es genau so. Fällt der Vorhang, ist er wieder Gottfried Müller und weiß nicht, dass er jemals der Hase Harvey war.

Das vorpersönliche Subjekt ist eine intelligente Struktur, die über alle Informationen verfügt, über die auch ein normaler Mensch in der gleichen Situation verfügen würde. Sie teilt aber drehbuchgemäß den einzelnen inszenierten Persönlichkeiten nur bestimmte Informationen zu. Sie kontrolliert also den Fokus der Aufmerksamkeit dieser inszenierten Persönlichkeiten. Diese inszenierten Persönlichkeiten agieren also guten Glaubens, aber sie sind Ausgeburten der Lüge.

Die spannende Frage: Warum verhält sich eine multiple Persönlichkeit so? Aus meiner Sicht gibt es nur eine Antwort, die dieses Phänomen in einer Weise zu erklären vermag, die nicht noch mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Diese Menschen wurden - von Kindesbeinen an - dressiert, sich so zu verhalten. Ihr vorpersönliches Subjekt wurde mechanisiert, durch ausgefeilte psychische und physische Folter.

Aus panischer Angst vor der Folter hat das vorpersönliche Subjekt den Zwang entwickelt, sich gemäß der ihm eingepflanzten Drehbücher, und ausgelöst durch entsprechende Hinweisreize, in dieser oder jener Form zu inszenieren. Zwänge sind Automatismen, die der kritischen Reflexion entzogen sind. Eine multiple Persönlichkeit wird kreiert, indem man durch Folter-Konditionierung Automatismen aufbaut und sie der kritischen Reflexion entzieht. Die DIS / MPS ist also eine spezifische, künstlich herbeigeführte Zwangserkrankung.

Die Amnesien zwischen den “Alters”, also den inszenierten Persönlichkeiten sind als Teil der Drehbücher autohypnotische Phänomene, psychogene Gedächtnisstörungen. Man kann sich dem Verständnis des unpersönlichen Subjekts nähern, wenn man sich mit der Hidden-Observer-Forschung beschäftigt. Der “Hidden Observer” ist eine hypnotisch erzeugte Struktur, die wahrnimmt, was dem Bewusstsein des Hypnotisierten durch einen hypnotischen Befehl verborgen bleibt, z. B. Schmerz. Erhält der “Hidden Observer” den vorher vereinbarten Befehl, reproduziert er seine Wahrnehmungen wahrheitsgemäß.

Es bleibt hier nicht mehr viel zu sagen, außer: Wer macht so was, wer kommt in Frage. Antwort: Leute mit dem entsprechenden Know-how und entsprechenden Interessen. Die üblichen Verdächtigen: Geheimdienste, Streitkräfte, ggf. sehr reiche, sehr einflussreiche Kriminelle. Ob es da Unterschiede zwischen den drei Gruppen gibt?

PS: Die sog. multiplen Persönlichkeiten sind nicht multipler als andere Menschen auch. Wir alle haben ein Nervensystem, das aus teilautonomen Subsystemen zusammengesetzt ist. Wir alle haben ein Unbewusstes, das unser Verhalten steuert, ohne dass unser Bewusstsein in jedem Fall die Gründe zu erraten vermag. Diese beiden Faktoren sind sehr sinnvoll, der Mensch wäre kein Mensch ohne sie. Sie lassen sich aber auch zweckentfremden. Wer diese Prozesse versteht, kann beispielsweise eine DID / MPS produzieren und so Menschen mental versklaven.

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