Beim Surfen im Netz fand ich zufällig einen Artikel von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt aus der Wochenzeitung “Die Zeit” vom 28. 11. 2007. Die Schlagzeile lautete: “Nato plante Atomminen in Deutschland“. Die Pläne, von denen er erst als Verteidigungsminister erfahren habe, seien weit gediehen gewesen. Dass die NATO durch atomare Landminen, durch Special Atomic Demolition Munition (SADM) Deutschland auf deutschem Boden vor den Russen schützen wollte, war allerdings zum Zeitpunkt der “Enthüllung” durch die “Zeit” längst bekannt. Entsprechende, freigegebene US-Dokumente standen der Geschichtsforschung schon seit Jahren zur Verfügung. Auch die “Blauen Augen” haben sich nicht dieser Thematik beschäftigt, wie folgender Tagebuch-Eintrag vom 27. 03. 2007 beweist:
Beginn Zitat:
Am 13. November 1964 traf sich der amerikanische Verteidigungsminister McNamara mit seinem deutschen Kollegen Kai-Uwe von Hassel. In von Hassels Gefolge befanden sich der Generalinspekteur der Bundeswehr, Heinz Trettner und General Bernd Freitag von Loringhoven. Von Loringhoven war ein Zeuge der letzten Tage im Führerbunker.
Heinz Trettner bezweifelte, dass die strategische nukleare Abschreckung noch glaubwürdig sei. “Flexible Response”, die gestufte Abschreckung sei nunmehr erforderlich. Diese Einschätzung teilte er mit dem amerikanischen Verteidigungsminister und dessen frischgebackenem Stabschef General Earle G. Wheeler. Die massive Vergeltung solle einem nuklearen Überraschungsangriff oder einem totalen konventionellen Angriff des gesamten Warschauer Paktes vorbehalten bleiben.
Die deutsche Generalität hatte sich auch eine Alternative zum weltweiten atomaren Overkill ausgedacht. General von Loringhoven trug das Konzept vor: Im Falle eines Angriffs der Sowjets auf Westdeutschland sollten Heer und Luftwaffe mit konventionellen Mitteln zurückschlagen. Gleichzeitig aber sollten die atomaren Landminen, die bereits entlang der deutsch-deutschen Grenze deponiert worden waren, gezündet werden. Sobald NATO-Truppen in Gefahr stünden, zerstört zu werden, sollten zusätzliche taktische Atomwaffen eingesetzt werden. Eine weitere Eskalation könne vermieden werden, wenn die sowjetische Aggression auf dieser Stufe gehalten werden könne. Nach diesem deutschen Konzept sollten die Nuklearwaffen nur auf deutschem Boden und nicht gegen die sowjetischen Kommunikationslinien eingesetzt werden.
Waren dies militärische Sandkastenspiele? Oder sollte Deutschland wirklich auf dem atomaren Schlachtfeld geopfert werden. Mit Zustimmung der westdeutschen Führung, ja, sogar einem Konzept der westdeutschen Generalität folgend? Wer weiß.
Ron Chiste war als GI in Deutschland und diente in der 3. US-Panzerdivision. Im Mai 1972 erhielt er den Befehl, die taktischen Atomwaffen scharf zu machen. Was war geschehen? Präsident Richard Nixon hatte angeordnet, dass der nordvietnamesische Hafen von Haiphong bombardiert werden solle. Das Weiße Haus war sich nicht sicher, wie die Russen reagieren würden.
…
Hintergrundfakten zum Kalten Krieg in Deutschland: Ingo Wolfgang Trauschweizer: CREATING DETERRENCE FOR LIMITED WAR: THE U.S. ARMY AND THE DEFENSE OF WEST GERMANY, 1953-1982 . Dissertation: University of Maryland, 2006
Ende des Blog-Eintrags vom 27. 03. 2007
Schmidt behauptet, er habe sich damals den amtierenden Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, Melvin Laird, zur Brust genommen und ihm, von Soldat zu Soldat, gesagt:
„ … wenn irgendein kommunistischer Kommandeur in der Verfolgung irgendwelcher flüchtigen Leute über die Grenze rüberkommt, und eine atomare Mine geht hoch, dann heben alle deutschen Soldaten die Hände hoch, dann ist Schluss der Verteidigung. Dieses Argument hat den amerikanischen Verteidigungsminister überzeugt. Er war genau wie ich ein alter Soldat und wusste, was man Soldaten zumuten kann und was nicht.“
Ich höre sie immer noch gern, diese markigen Sprüche unseres Weltökonomen und Altbundeskanzlers. In diesem Falle beschleichen mich allerdings Zweifel, ob sie auch auf Wahrheit beruhen. Dies würde nämlich voraussetzen, dass Schmidt und Laird Lichtjahre von der Realität des taktischen Nuklearkriegs entfernt waren. Die SADM sind keine Tretminen, die versehentlich ausgelöst werden könnten, wie obiges Zitat suggeriert. Es handelt sich vielmehr um Gerätschaften von der Größe eines Übersehkoffers, die entweder durch einen Zeitzünder oder unmittelbar durch einen Suicide-Bomber ausgelöst werden.
Schmidt behauptet, er habe diesen “todgefährlichen Unfug” gemeinsam mit dem Amerikaner beseitigen können. Nun glaube ich dem Altkanzler gern, dass er dies glaubt. Wer könnte daran zweifeln, dass er eine ehrliche Haut ist?
Ein amerikanischer Soldat erinnert sich daran, noch 1971 mit diesen Landminen in Deutschland geübt zu haben. Hierzu ein Zitat aus dem Blaue-Augen-Blog vom 22. 3. 2007.
Zitat Anfang:
Arnold Dutcher war 1971 als Soldat der “Spearhead-Division” in Deutschland. Er schreibt in seinen Erinnerungen an diese Zeit: “Während meines Einsatzes in Deutschland trainierte ich hauptsächlich mit der MK-54 SADM. Sie war die leichteste und kompakteste der ADM-Waffen.” Die Mission seiner Einheit, des ADM-Platoons bestand darin, “Dinge in die Luft zu sprengen, die dann Hindernisse wurden, um die Armeen des Ostblocks auf ihrem Weg nach Westen zu stoppen.” Als Ziele kamen z. B. Autobahnen in Frage. Der Einsatz der Kofferbombe wurde beständig geübt. Ein häufiges Übungsgebiet war ein Autobahnabschnitt in der Nähe Hanaus. Die Einsatzgruppe hielt die Zufahrt zum Standort der Bombe frei, beseitigte Unterholz, entfernte Äste und andere Gegenstände, die das Fahrzeug der Truppe behindert hätten. Die letzten Meter mussten Sie den Koffer tragen, der insgesamt etwa 75 kg schwer war.
Die Bombe sollte durch eine internen Zeitschalter gezündet werden. Dutcher und seine Kameraden hatten allerdings den Befehl, in Sichtweite auf die Detonation zu warten. “Dies bedeutetete er erhebliches Risiko für das Team”, schreibt Dutcher, “aber wir wussten, wie wir in Deckung gehen und uns selbst schützen konnten.” (Dutchers Bericht findet sich hier.)
Zitat Ende
Helmut Schmidt wurde 1969 Verteidigungsminister.
PS: In einem hat Schmidt allerdings uneingeschränkt recht: Anständige deutsche Soldaten mit auch nur einem Hauch von Vaterlandsliebe im Leib hätten sich geweigert, diese Waffen auf deutschem Boden einzusetzen und damit ihr Volk, zum Zwecke seiner “Verteidigung”, der nukleare Vernichtung anheimzugeben. Lag es da nicht nahe, dass die NATO, dass die Amerikaner nach Auswegen, nach Ersatz für normale Soldaten suchten? Vielleicht war dies ja auch ein Ziel der Gehirnwäsche-Programme der CIA und der amerikanischen Streitkräfte. So heißt es in einem einst geheimen Dokument der CIA, eine Aufgabe dieser Programme sei es, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man Menschen gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen in willenlose Befehlsempfänger verwandeln könne, die wie geistige Roboter tun, was ihnen gesagt wird, auch wenn es das eigene Leben kostet (Memorandum for: Chief, Medical Staff, Subject: Project Artichoke, Evaluation of ISSO role, 25 January 1952, MORI ID 144686).
Könnte es nicht sein, dass diese Gehirnwäsche-Programme keineswegs die erfolglosen Kopfgeburten durchgeknallter Schlapphüte waren, wie uns die Medien suggerieren wollen? Könnte es nicht vielmehr sein, dass hinter ihnen militärische Notwendigkeiten standen? Könnte es nicht sein, dass bestimmte NATO-Strategien, deren Realisierung tatsächlich geübt wurde, im Ernstfall, also nicht im Manöver, ohne gehirngewaschene Selbstmord-Bomber nicht hätten realisiert werden können? Könnte man dann nicht sogar von einem Indizienbeweis dafür sprechen, dass die Gehirnwäsche-Projekte tatsächlich erfolgreich mental versklavte Menschen hervorgebracht haben? Oder hat die NATO eine Strategie entwickelt, für deren Verwirklichung sie zwar die Waffen hatte, aber keine zuverlässigen Leute, die im Krieg den Befehlen zum Einsatz dieser Waffen auch bedingungslos gehorchen? War die NATO ein Haufen von Stümpern?
Es gilt im übrigen zu bedenken, dass die Nuklearkriegsstrategen damals nicht nur vor einem moralischen Dilemma, sondern vor einem noch weitaus größeren handwerklichen Problem standen. Die militärische Führung des Westens waren damals davon überzeugt, dass die Sowjets einen Angriff auf Westdeutschland mit Atombombenzündungen im Weltraum über Deutschland beginnen würden, um durch den elektromagnetischen Puls die Kommunikation des westlichen Bündnisses zu stören und die Elektronik lahmzulegen. Dann wären aus ordinären Zündkabeln gigantische Antennen für die Energie des elektromagnetischen Pulses geworden. Damals war es nämlich noch nicht möglich, die Elektronik und die Kommunikationssystem gegenüber dem elektromagnetischen Puls zu härten. Man lief also Gefahr, dass die nuklearen Landminen überhaupt nicht oder zum falschen Zeitpunkt hochgegangen wären. Wollte man sicherstellen, dass die kleinen Atombomben punktgenau beim Herannahen sowjetischer Panzerverbände explodierten, um die Verstrahlung Deutschlands möglichst gering zu halten, dann brauchte man Leute zur Zündung der Bomben von Hand. Oder gab es eine andere Lösung, die mir nur nicht bekannt ist? Man bedenke: In dieser Zeit gab es auch nicht die heute zur Routine gewordene, höchst effiziente Überwachung von Schlachtfeldern durch Satelliten.
Wir wissen nicht, ob all dies als Problem betrachtet und wenn ja, wie es gelöst wurde. Fakt ist, wie bereits erwähnt, dass die CIA und die Army schon seit Beginn der 50er Jahre nach Möglichkeiten suchten, Menschen durch Gehirnwäsche in willenlose Befehlsempfänger zu verwandeln, die gehorchten, auch wenn es das eigene Leben kostete. Die damals bekannten psychiatrischen und neurologischen Methoden zur geistigen Versklavung von Menschen waren mit Sicherheit nicht geeignet, Erwachsene mit gefestigter Persönlichkeit in Suicide-Bombers zu verwandeln. Mit Kindern war das damals wie heute allerdings durchaus realisierbar. Kinder, die noch keine eigene Persönlichkeit besitzen, kann man dressieren, jeden Befehl auf Kommando zu befolgen, auch unter Missachtung des eigenen Lebens. Man muss nur früh genug beginnen mit der Dressur und darf vor keiner Brutalität zurückschrecken. Mit 12, 13 Jahren wären diese Kinder-Soldaten dann in der Lage gewesen, herannahende sowjetische Panzerverbände mit taktischen nuklearen Landminen auszulöschen.
Das sind natürlich Spekulationen, die voraussetzen, dass die verantwortlichen Militärs gewillt waren, sich über Gesetz und Menschenrecht hinwegzusetzen. Auch dafür könnte man Argumente finden, die auf ein in militärischen Kreisen beliebtes Grundmuster hinauslaufen: “Wer gibt uns das Recht, ein paar Menschenleben zu schonen, wenn wir dadurch Tausenden, Hunderttausenden, Millionen den Tod bringen?”
Wie auch immer: Hoffen wir, besser: seien wir zuversichtlich, dass Deutschlands jüngere Vergangenheit nicht mit einer derartigen moralischen Hypothek belastet ist.
In meinem Roman “Ein Sklave der Freiheit” habe ich ein derartiges Szenario beschrieben. Meine Hauptfigur, Martin Nottick wurde einem real existierenden Menschen nachgebildet. Er erinnert sich an eine Gehirnwäsche in der Kindheit und an seine Ausbildung zum nuklearen Selbstmordattentäter. Ich vermute, ja, auch will gar nichts anderes denken, schärfer, ich verbiete mir etwas anderes zu denken, als dass es sich dabei selbstverständlich um falsche Erinnerungen handelt. Denn sonst hätte die NATO ja Kinder durch Folter, Drogen, Hypnose und sonstige Formen brutaler Dressur in Selbstmordattentäter für Himmelfahrtskommandas im taktisch nuklearen Gefechtsfeld auf deutschem Boden verwandelt. Das kann nicht sein, das darf nicht sein. Unausdenkbar. Falsche Erinnerungen müssen das sein. Man hört ja so viel von falschen Erinnerungen. Erinnerungen kann man sowieso nicht trauen. Falsch sind sie, diese Erinnerungen, falsch, falsch, falsch. Hysterisch, ja, hysterisch. Und von Psychotherapeuten eingeredet, suggeriert wurden diese falschen Erinnerungen, natürlich, aus Geldgier. Diese Psychos! Sind sowieso meistens Frauen, muss ich mehr dazu sagen?
Verschwörungstheorie, sowieso. Klare Verschwörungstheorie. Gott sei Dank: Falsche Erinnerungen und nichts weiter als Verschwörungstheorie. Durchgeknallte, eben. Weiß man doch. Kennt man ja. Das haben die doch alle aus dem Internet. In den richtigen Zeitungen steht sowas nicht und das Fernsehen bringt auch nichts darüber. Dann gibt es das auch nicht, nie und nimmer.
Die Wahrheit werden wir vermutlich nie erfahren. Vielleicht ist das auch besser so, nach Lage der Dinge. Das Leben geht weiter. Wir Deutsche sollten uns sehr genau überlegen, wem wir in Zukunft unsere Sicherheit anvertrauen wollen. Wir sind das Volk, der Souverän!
31.7.2008 bei 10:32
Also, ich lass mir diese Spekulation mal genüsslich auf der Zunge zergehen. Nehmen wir mal an, Sie hätten recht: Während einer bestimmten Phase des Kalten Krieges wollte die NATO eine evtl. sowjetische Aggression mit nuklearen Selbstmordbombern zurückschlagen, um die atomare Verseuchung Deutschlands auf ein Minimum zu beschränken und den Feind zum Rückzug zu zwingen. Das klingt irgendwie logisch, weil der Russe dann ja gemerkt hätte, dass kein Durchkommen ist. Er hätte es sich in diesem Fall sehr gut überlegt, ob er mit atomaren Langstreckenraketen angreifen will, denn das wäre ja einer Selbstzerstörung gleichgekommen.
Bis dahin kann ich der Logik in dieser Fiktion noch folgen. Auch will ich gern glauben, dass man Kinder zu nuklearen Selbstmordattentätern, also menschliche Zündmechanismen erziehen kann, wie auch immer, ob, und wenn ja, mit welcher Form der Gehirnwäsche, bleibt dahingestellt. Dass das geht, sehen wir ja beim heutigen Terrorismus.
Dies könnte natürlich eine Erklärung dafür sein, warum eine ganze Reihe von Menschen behaupten, sie seien so einer Gehirnwäsche (Mind Control) unterzogen worden. Auch will ich gern glauben, dass die Tarnung solcher Dressuren als Satanisch Ritueller Missbrauch nicht ungeschickt gewesen wäre.
Doch jetzt geht es ans Technische:
Die Zonengrenze war 1400 Kilometer lang. Wir sind uns wohl einig, dass man diesen Trick mit den kindlichen Selbstmordattentätern nur einmal hätte anwenden können, weil die Sowjets nach dem erstenmal nicht freiwillig zum zweitenmal ins offene Messer gelaufen wären. Nehmen wir an, dass ein Kommando, das Kind und Bombe im Falle eines Falles zum vorbereiteten Einsatzort fahren sollte, im Durchschnitt ungefähr einen Grenzabschnitt von fünfzig Kilometer “just in time” bedienen konnte. Dann wäre also eine Grundausstattung zur Totalversorgung der Grenze mit 28 Kindern gewährleistet gewesen. 28 Kinder sind natürlich nicht genug, es gibt ja auch Ausfälle und mit einer Versagensquote muss man auch rechnen. Wenn wir also die Zahl von 28 mit 10 multiplizieren, dann kommen wir auf 300 gehirngewaschene kindliche nukleare Selbstmord-Bomber.
Schenkt man aber den Fachleuten für Satanisch Rituellen Missbrauch Glauben, so sind allein in Deutschland Tausende von Menschen betroffen - also viel mehr, als die NATO bei großzügister Kalkulation benötigt hätte.
Was schließen wir daraus:
Falls die NATO, was wir nicht hoffen wollen und was ich nicht glauben kann, tatsächlich versucht haben sollte, die Grenzen mit explosiven Kindern zu schützen, dann könnte dieser Täter nicht alle Fälle mutmaßlichen Satanisch Rituellen Missbrauchs erklären.
Entweder gibt es also auch andere Täter oder aber die Zahl der Experten für Rituellen Missbrauch ist viel zu hoch gegriffen.
Unabhängig von diesen Überlegungen finde ich ohnehin, dass da ein Kult mit dem Satanismus und ein Missbrauch mit dem Missbrauch getrieben wird. So viele rituell missbrauchte und programmierte Menschen kann es doch gar nicht geben. Schließlich steigt ja die Wahrscheinlichkeit, dass ein Täter dabei erwischt wird, mit jedem Opfer an. Aber bisher wurde noch niemand überführt, ein Kind durch rituellen Missbrauch einer Bewusstseinskontrolle unterzogen zu haben. Wenn man also nicht allen mutmaßlichen Opfern unterstellen will, sie seien Opfer der Phantasie (entweder der eigenen oder ihrer Therapeutinnen), dann spricht alles für eine kleine Zahl von Opfern und für eine hohe Professionalität der Täter. Es spricht also alles gegen ein Massenphänomen und gegen Laien-Kriminalität (also auch gegen verschrobene Grufties, die Satan anbeten).
Ich mein ja nur so, ein Stück weit. Also: Theorie klingt plausibel. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber: Erstens lässt sie außer Acht, dass die NATO zu den Guten zählte, die so etwas nicht machen - und zweitens steht diese Theorie im Widerspruch zur Theorie des Rituellen Missbrauchs der anerkannten Experten, die bekanntlich mit inflationären Zahlen operieren.
Wem soll man glauben?
1.8.2008 bei 09:13
Und jetzt alle: Natürlich wissen wir, dass diese Spekulationen völlig aus der Luft gegriffen sind, denn der freie Westen hätte doch zu seiner Verteidigung niemals die Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats aufgeben, die auch dann das Foltern und die geistige Versklavung von Menschen verbieten, wenn Folter-Gehirnwäsche für den Erfolg der gewählten militärischen Strategie unbedingt notwendig erscheint.
Im Grunde verbieten sich also alle derartigen Spekulationen - es sei denn, sie sollten uns zur Erkenntnis des Wahren, Guten und Schönen führen. Im Mittelalter führten Mönche mitunter Streitgespräche, in denen - zum Höheren Ruhme des HErrn - ein Mönch, entgegen seiner Überzeugung, die Rolle des Advocatus Diaboli, des Anwalts des Teufels übernahm und ihm ein anderer Mönch als Advocatus Dei gegenüberstand.
Und so möchte ich hier die Rolle des Advocatus Diaboli übernehmen: Mein Vorredner behauptet, dass - gesetzt den Fall, der Hintergrund des sog. Satanisch Rituellen Missbrauchs sei ausschließlich ein politischer - in Deutschland max. 300 Betroffene existieren dürften. Das Argument: Mehr menschliche Zündmechanismen seien für die gewählte Strategie im taktischen Nuklearkrieg im Falle einer sowjetischen Invasion nicht notwendig gewesen.
Diese Argumentation setzt voraus, dass es keine anderen Verwendungsmöglichkeiten für von Kindesbeinen an mental versklavte Menschen im Kalten Kriege gegeben hätte. Dies halte ich für nicht plausibel. Schließlich wäre es auch ein Himmelfahrtskommando gewesen, sich als Agent in bestimmte Sektoren des gegnerischen Sicherheitssystems einzuschleusen.
Ein anderer Bereich scheint mir aber noch wichtiger zu sein. Im Falle einer sowjetischen Aggression und eines taktisch nuklearen Gegenschlags des Westens hätte man ja damit rechnen müssen, dass der Feind mit gleicher Münze heimzahlt und dabei hätte ja auch ein Atomkraftwerk ins Visier geraten können. Man stelle sich vor, die Kontrahenten hätten nach einem solchen Waffengang einen Waffenstillstand geschlossen, weil sie - die atomare Weltzerstörung durch einen Krieg mit Langstreckenraketen vor Augen - dann doch lieber im Stillen die Wunden lecken wollten.
Wäre in Deutschland ein Atommeiler zerstört worden, dann hätte der lustig weitergestrahlt, obwohl schon Frieden war und niemand mehr ein Interesse daran hatte. Wer hätte sich in diesem Falle besser dazu geeignet, aufzuräumen und die Strahlungsquelle zu versiegeln, als ein Trupp williger mentaler Sklaven, denen die Furcht vor dem Tode unter der Folter nachhaltig ausgetrieben wurde?
So spricht der Advocatus Diaboli. Er sagt: Eine taktisch nukleare Verteidigungsstrategie eines dicht besiedelten Landes ist - ohne mental versklavte gehirngewaschene Spezialtruppen - gleichbedeutung mit dem sicheren Untergang des zu verteidigenden Landes. Mit mentalen Sklaven besteht zumindest eine realistische Chance, mit einem blauen Auge davonzukommen.
Der Advocatus Dei sagt: Solche Gedanken waren den NATO-Strategen völlig fremd. Zur Vorbereitung des taktisch nuklearen Gegenschlags genügte es beispielsweise der Bundeswehr, mit Spezial-Sperrzügen in der Gegend herumzufahren und hoffnungsfroh der Dinge zu harren, die da kommen sollten. Kein Gedanke wurde daran verschwendet, die sich aufdrängenden militärpsychologischen Fragen mit jenseits der Legalität angesiedelten Mitteln zu beantworten. Vielmehr behalf man sich mit regelmäßigen Stoßgebeten zum HErrn.
2.8.2008 bei 08:44
Also ich möchte das Ganze noch einmal zusammenfassen, damit es klarer wird.
Es wird behauptet:
1. Während einer bestimmten Phase des Kalten Krieges wollte die NATO die eine sowjetische Invasion Westdeutschlands durch atomare Landminen (atomic demolition munition)abwehren.
2. Damit war die Gefahr einer atomaren Verseuchung Deutschlands verbunden, denn die Sprengkörper sollten auf deutschem Boden gezündet werden.
3. Die Militärs waren also verpflichtet, sich eine Strategie auszudenken, durch die diese Verseuchung auf ein Minimum begrenzt werden konnte.
4. Angesichts der damals gegebenen technischen Bedingungen wären Selbstmord-Bomber, die sich am richtigen Ort und zur richtigen Zeit mit kleinen Atombomben (Mini-Nukes) in die Luft sprengen, die beste Lösung gewesen.
5. Die CIA und die amerikanischen Streitkräfte haben nachweislich mit Gehirnwäschemethoden experimentiert, mit denen Menschen u. a. in sog. Mandschurische Kandidaten verwandelt werden sollten. Darunter verstand man willenlose Befehlsempänger, die jedes Kommando ausführen, und koste es auch das eigene Leben.
6. Angesichts der damals gegebenen psychiatrischen Möglichkeiten wäre die Produktion Mandschurischer Kandidaten nur dann erfolgreich gewesen, wenn man mit der Gehirnwäsche in frühester Kindheit begonnen hätte.
7. Die Gehirnwäsche hätte darin bestanden, durch brutalste, aber psychologisch geschickt angewendete Gewalt Kleinstkinder daran zu hindern, Menschen im psychischen und sozialen Sinne zu werden und sie statt dessen zu zwingen, zu mentalen Robotern zu werden.
8. Die NATO ist jedoch das Militärbündnis des freien Westens, deren Aufgabe darin besteht, Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen.
9. Sie befand sich also in einem Dilemma: Wenn sie ihre Nuklearstrategie beibehalten und die Verstrahlung Deutschlands möglichst gering halten wollte, dann musste sie Kinder in der beschriebenen menschenrechtswidrigen, verbrecherischen Weise mental versklaven. Verzichtete sie aber darauf und behielt ihre Strategie dennoch bei, dann hätte sie in Kauf genommen, dass mehr Menschen sterben als bei der Entscheidung für die technisch optimale Strategie erforderlich gewesen wäre.
10. Falls also die vorangestellten Überlegungen mehr sind als nur Spekulation, dann stand die NATO damals vor der Alternative, entweder ein paar hundert Kinder zu malträtieren oder zusätzliche Tote, vielleicht in Millionenhöhe zu riskieren.
11. Mein Vorredner ist der Auffassung, dass die demokratische und rechtsstaatliche NATO das Scheitern ihrer Strategie in Kauf genommen hat, weil sie es nicht über sich gebracht hat, Kinder durch Folter, Drogen und alle erdenklichen Formen brutalsten militärischen Drills als Selbstmord-Bomber zu sozialisieren.
Nun wollte ich das Ganze durch eine Zusammenfassung klarer machen, aber ich fürchte, es ist mir nicht gelungen. Im Gegenteil: Jetzt dreht sich mir alles noch viel schlimmer im Kopfe herum.
Stimmt denn das überhaupt, dass die NATO diese Landminen einsetzen wollte. Nach meinen Infos scheinbar schon. Es gab SpezialSperrzüge der Bundeswehr, die diese Mini-Nukes von den Amerikaner abholen und an ihre Einsatzorte fahren sollte. Auch die Amerikaner haben, so berichten US-Soldaten, mit diesen Bomben in Deutschland trainiert.
Doch wer hätte sie im Ernstfall gezündet?
Die NATO könnte diesen Spekulationen natürlich ein Ende setzen, wenn sie die Dokumente zur Verteidigung Deutschlands während des Kalten Krieges vollständig freigeben würden. Dann wüsste man ja, was damals geplant wurde. Meines Wissens ist das nicht beabsichtigt. Aus gutem Grund?
Gusti
4.1.2010 bei 13:37
Ich war 1975/76 während meines Grundwehrdienstes 12 Monate beim Spezial Sperr Zug 200 in Ingolstadt.
Gebe gerne Auskunft.