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8.2.2008 von Hans Ulrich Gresch.
Ich habe einige Texte zu den Themen “extrem sadistischer Missbrauch” und “Bewusstseinskontrolle durch Persönlichkeitsspaltung” im Internet veröffentlicht, u. a. das eBook “Unsichtbare Ketten”. Daher werde ich häufig von Menschen angerufen oder via eMail kontaktiert, die behaupten, sie seien Opfer Satanisch Rituellen Missbrauchs geworden. Manchen berichten, dass sie durch Drogen, Folter und Hypnose in willenlose Marionetten der Täter verwandelt worden seien. Dies sei ihnen nach härtesten Kämpfen bewusst geworden und sie versuchten nun, sich zu befreien. Sie sind meist verwirrt, verzweifelt, voller Zweifel, haben eine Odyssee von Psychiater zu Psychotherapeut zu Psychiater hinter sich und bitten mich um Rat. Sie fragen mich, an welche Psychotherapeuten oder Psychiater in ihrer Nähe sie sich wenden, wem sie vertrauen könnten.
Diese Menschen brauchen dringend Hilfe, manche sind suizidal, manche fürchten um ihr Leben, viele stehen vor einem Scherbenhaufen, haben Arbeit und Ehepartner verloren. Sie haben in meinem Schriften vielleicht zum erstenmal Verständnis für ihre Situation gefunden und nun vertrauen sie darauf, dass ich ihnen helfen könnte, einen Weg aus ihrer schauerlichen Situation zu finden.
Und ich stehe da und kann nicht anders als ihnen zu sagen, dass es im Grunde schon ein Fehler war, mich anzurufen - denn woher konnten sie wissen, dass ich vertrauenswürdig bin? Wenn die Anrufer ihre Erfahrungen richtig deuten und wenn sie tatsächlich Opfer der in meinen Schriften beschriebenen Verbrechen wurden, dann stehen sie Tätern gegenüber, die über eine unvergleichliche Macht verfügen - man könnte diese Macht allemfalls mit der eines international operierenden Geheimdienstes vergleichen, der die Interessen des mächtigsten Staates der Welt wahrnimmt.
Unter diesen Bedingungen kann man niemandem vertrauen. Auch keiner Psychotherapeutin, keinem Psychotherapeuten. Auch keiner Expertin für Satanisch Rituellen Missbrauch, auch keinem Experten für Satanisch Rituallen Missbrauch. Sie alle könnten gekaufte oder erpresste Gewährsleute der Täter sein.
Seit numehr 15 Jahren setzte ich mich bewusst und systematisch mit diesem Thema auseinander - und mitunter habe ich das Gefühl, als begleite es mich schon ein Leben lang. Ich gerate nicht mehr so schnell in Panik, wenn ich Berichte über Rituellen Missbrauch, über Gehirnwäsche, über satanistische Ritualmorde, Mind Control und programmierte geistige Sklaven höre. Und so kann ich den meisten, die mich um Rat bitten, reinen Herzens und festen Glaubens empfehlen, die Ruhe zu bewahren und auf die Rationalität der Täter zu vertrauen. Diese werden Menschen nur in äußersten Not- und damit Ausnahmefällen töten. Sie wissen, dass sie über eine zwar nicht grenzenlose, aber doch sehr weitreichende Macht zur Vertuschung verfügen.
Und so rate ich dazu, die Ruhe zu bewahren - es sei denn, die Täter müssten fürchten, dass Opfer könne sie dank zwingender Beweise überführen oder in einer laufenden Operation auffliegen lassen. Wenn dies nicht der Fall ist, gibt es keinen Grund, die Nerven zu verlieren. Und so gibt es auch keinen Grund, sich unter den Röcken von Psychotherapeutinnen zu verstecken, von denen der oder die Betroffene nicht weiß, ob er ihnen vertrauen kann.
Arbeiten diese Psychotherapeutinnen nämlich mit den Tätern zusammen, dann besteht ihre Aufgabe in der Schadensbegrenzung. Sie sollen verhindern, dass die Betroffenen die Schleier der Tarnung und Täuschung durchdringen und sich an Details erinnern, mit denen die Täter entlarvt werden könnten. Sie sollen verhindern, dass die Opfer im Geiste hinter die schwarzen Roben und die Satansmasken schauen und erkennen, von wem und warum ihnen all dies angetan wurde.
Die Matrjoschkas, die ineinander schachtelbaren russischen Puppen, auch Babuschkas genannt, kommen mir unweigerlich in den Sinn, wenn ich an die Täter des sog. Satanisch Rituellen Missbrauchs denke. Mag sein, dass sich unter der Satansrobe der Kittel eines Psychiaters und unter diesem eine militärische Uniform verbirgt. Wer könnte denn mentale Sklaven, also willenlos jedes Kommando befolgende Marionetten besser gebrauchen als Streitkräfte?
Wem können wir vertrauen? An wen können wir uns vertrauensvoll wenden. Wer glaubt uns, wer hilft uns? Dies fragen mich die Opfer und ich darf sie nicht belügen und muss ihnen sagen, dass sie niemandem vertrauen dürfen. Das Telefonat, das sie mit mir führen, die eMail, die sie mir schreiben, könnten abgehört oder mitgelesen werden. Der Therapeut, die Therapeutin, die sie aufsuchen, können mit den Täter zusammenarbeiten. Die Bücher der Experten können bewusste Irreführungen enthalten.
Ist das nicht der Stoff für paranoide Albträume? Wer tatsächlich Opfer ist, hat keinen Grund, sich verfolgt zu wähnen, er wird ja mit absoluter Sicherheit verfolgt. Das Opfer hat auch keinen Grund, nach Leuten zu suchen, denen es vertrauen kann. Denn das Schicksal hat es unwiederruflich in eine Situation gestellt, in der es ohne Vertrauen auskommen muss. Es darf noch nicht einmal sich selbst vertrauen.
Unter den bestehenden Bedingungen, und dies kommt erschwerend hinzu, werden die Opfer, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten, von den meisten Zeitgenossen für verrückt gehalten. Für die Täter ist das eine höchst komfortable Situation. Für die Opfer bedeutet dies nicht nur, dass sie niemandem vertrauen können, sie können sich auch niemandem anvertrauen.
Es gibt wenig Tröstliches zu sagen zu dieser Situation. Nur eins: Ratsuchender, wenn du es wirklich aushältst, dich dieser Situation existenziell zu stellen, ohne auszuweichen, ohne Verdrängung, ohne Flucht, dann stehst du nur noch vor einer Alternative: Freiheit oder Tod.
Geschrieben in Mind Control, Psychotherapie, Politik, Psychiatrie | Drucken | 1 Kommentar »
2.2.2008 von Hans Ulrich Gresch.
Sie forschen numehr schon seit rund fünfzig Jahren - mit zunehmender wissenschaftlicher Raffinesse und immer dem gleichen Ergebnis. Durchforstet man die empirischen Studien zur Effektivität der Psychotherapie, so zeigt sich - nicht in jeder Studie, so doch in der Gesamtschau - dass keine der untersuchten Methoden sich als eindeutig überlegen erwiesen hat. Die große Ernüchterung hat einen Namen bekommen: Dodo-Bird-Effekt, benannt nach einer Episode aus “Alice in Wonderland”: “Alle haben gewonnen, alle müssen Preise bekommen.”
In der Tat: Psychotherapie ist effektiv. Den Klienten geht es hinterher ein bisschen besser als vorher. Nicht wenige Klienten werden angesichts dieser Wohltaten sogar zu leidenschaftlichen Therapie-Gläubigen und können nicht genug bekommen davon. Und sie schwören auf jene Therapie, die ihnen angeblich geholfen hat. Unisono mit ihren Therapeuten behaupten sie, diese und nur diese Therapie habe sie gerettet, alle anderen Therapien seien viel schlechter.
Die Forschung allerdings zeigt, dass die Methode keinen Einfluss hat auf den Therapie-Erfolg. Zum Glück lassen sich weder die Klienten, noch die Therapeuten von diesen nackten Zahlen allzu sehr beeindrucken. Denn ließen sie sich beirren, würde dies die Erfolgsquoten senken. Das klingt verwirrend, ist aber leicht zu erklären. Die Forschung beweist zwar, dass die Methoden unerheblich sind - sie belegt aber auch, dass der Glaube von Klienten und Therapeuten an die Methode ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist.
Es liegt also nahe zu vermuten, dass in Psychotherapien neben der offiziellen Methode - z. B. Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Gestalttherapie, was auch immer - eine weitere, verborgene Methode angewendet wird. Diese ist den Klienten nicht bewusst - und es ist wahrscheinlich, dass sie häufig auch von den Therapeuten nicht erkannt wird. Diese verborgene Methode hat das Ziel, den Glauben der Klienten und der Therapeuten an die offizielle Methode zu verstärken.
Gibt es Beweise für die Existenz und die Wirksamkeit der verborgenen Methode? Die Psychotherapieforschung hat sich zunächst auf die offiziellen Methoden konzentriert - unter der Vorannahme, das diese einen nennenswerten Einfluss auf das Ergebnis haben müssten. Als sich dies als falsch herausstellte, wandte man sich den sog. unspezifischen Wirkfaktoren zu, also solchen, die allen Methoden gemeinsam sind. Der Glaube von Therapeuten und Klienten an die Methode wurde als einer dieser Faktoren erkannt. Ob es eine offene oder verborgene Methode gibt, diesen Glauben zu verstärken, stand bisher nicht zur Debatte.
Aus meiner Sicht kann es sich nicht um eine offene Methode handeln, denn diese würde vermutlich das Gegenteil von dem erreichen, was angestrebt wird. Deren Botschaft würde nämlich lauten: “Es kommt gar nicht auf die offizielle Methode an, sondern nur darauf, dass ihr an sie glaubt. Es ist im Grunde Wurst, welche Methode wir anwenden, solange ihr euch nur von eurem Glauben daran motivieren und beflügeln lasst.”
Die glaubensverstärkende Methode hätte eindeutig dann die höchste Wirksamkeit, wenn sie dem Bewusstsein von Klienten und Patienten entzogen wäre. Und so kann ich nur hoffen, dass sich kein Psychotherapie-Klient und auch kein Psychotherapeut durch diese Zeilen zum erfolgreichen Nachdenken anregen lässt. Reflexion in Sachen “Psychotherapie” wäre nämlich eindeutig kontraproduktiv. Es ist ein Sakrileg, das Placebo zu entschleiern.
Geschrieben in Magie, Psychotherapie, Psychologie | Drucken | 1 Kommentar »