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März 2007
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Archive für 28.3.2007

Der böse Bush und das gute Amerika

Im Auftrag des Magazins “Stern” befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in der Zeit zwischen dem 22. und dem 23. März 2007 insgesamt 1003 Bundesbürger zum Thema “Weltfrieden”. 48 % der Befragten glauben, dass von den USA eine größere Bedrohung für den Weltfrieden ausgehe als vom Iran. Nur 31 % halten die Muslim-Republik für gefährlicher als die Vereinigten Staaten.

Der politische Mainstream zeigte sich entsetzt und machte für dieses Meinungsbild den angeblich in Deutschland grassierenden Antiamerikanismus verantwortlich. Allein Forsa-Chef Manfred Güllner widersprach. Die Ergebnisse seien die Folge einer Ablehnung der Politik von George Bush und keineswegs auf einen allgemeinen Antiamerikanismus zurückzuführen.

Diese Einschätzung könnte zutreffen. In einem Artikel aus der “Zeit” vom 19. 6. 2006 heißt es: “Die amerikakritischen Deutschen geben laut einer … Befragung des Pew Research Centers zu fast 70 Prozent dem Präsidenten die Schuld an den negativen Auswirkungen der US-Politik - und nicht den Vereinigten Staaten selbst. Bush-Bashing ist ein beliebtes Hobby der Deutschen.”

Die besorgten Deutschen hoffen, dass Friede, Freude und Eierkuchen die Welt beherrschen werden, sobald der ungeliebte Texaner das Amt des Präsidenten abgibt. Diese Haltung scheint wieder einmal die alte Weisheit zu bestätigen, dass der treueste Verbündete aggressiver Staaten das schlechte Gedächtnis der Menschen sei. Als hätte es z. B. nie den Vietnamkrieg gegeben!

Amerika ist keine Demokratie, sondern eine Plutokratie - und die beiden großen US-Parteien sind die Interessenvertretung einer Oberschicht, die rund 1 Prozent der Bevölkerung umfasst. Macht es wirklich einen Unterschied, ob nun ein Republikaner als Vertreter der Ölindustrie oder ein Demokrat als Gewährsmann Hollywoods im Weißen Haus sitzt? Mehr als die Hälfte der wahlberechtigten US-Bürger machen diesen Zirkus nicht mehr mit und bleiben den Urnen bei Präsidentschaftswahlen fern.
Allein viele Deutsche glauben immer noch, der amerikanische Präsident sei der mächtigste Mann der Welt und bestimme die Politik der USA wie ein Kaiser auf Zeit.

In seinem neuen Buch “Nemesis: The Last Days of the American Republic” beziffert Chalmers Johnson die Zahl der amerikanischen Militärbasen im Ausland auf 737. Grundlage dieser Zahl sind Angaben der amerikanischen Regierung aus dem Jahre 2005. Johnson vermutet, dass die tatsächliche Zahl der Basen größer sei. Die amtlichen Unterlagen seien unvollständig.

Dieses Militärimperium wurde nicht von George W. Bush geschaffen und es wird auch nicht mit ihm verschwinden. Allenfalls wird sich die immer noch vom Kalten Krieg geprägte Struktur verändern. 2004 kündigte Bush in einer Rede vor Kriegsveteranen an, dass er mehr Truppen ins eigene Land verlagern wolle, damit sie schnell auf unerwartete Bedrohungen überall in der Welt reagieren könnten. Man brauche eine agilere, flexiblere Truppe, die in jedem Winkel des Universums vom Kampf bis zur Friedensstiftung alle notwendigen Aufgaben erledigen könne. Die angestrebten Veränderungen könnten allerdings während seiner Amtzeit nicht abgeschlossen werden.

Die Deutschen sollten sich also keiner Illusion hingeben: Amerika wird auch noch dem Ende der “Ära Bush” bedrohlicher für den Weltfrieden sein als der Iran. Dabei spielt es keine Rolle, ob dem wiedergeborenen Christen Bush ein liberaler Demokrat nachfolgt oder wieder ein Republikaner. Es ist auch unerheblich, ob der neue Präsident eine Frau ist oder ein Neger. Auch eine schwarze, lesbische Frau mit einem Buckel und abstehenden Ohren würde nichts an der Tatsache ändern, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die Weltherrschaft anstreben und dass sie deswegen die größte Gefahr für den Weltfrieden darstellen.

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