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14.12.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Kurt Beck, seines Zeichens Chef, Chef der SPD schlenderte über den Wiesbadener Weihnachtsmarkt. Fotografen baten ihn, sich zusammen mit Andrea Ypsilanti und drei Herren ablichten zu lassen. Die drei Herren trugen rote Mäntel. Ypsilanti plus drei Rote… das war wohl zu viel für den Ministerpräsidenten.
Wenig später nämlich ergab sich die Gelegenheit, die Dinge wieder zurecht zu rücken. Ein Mann trat auf ihn zu, beklagte sich über seine Arbeitslosigkeit und bedankte sich ironisch für Hartz IV.
“Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job”, riet und versprach ihm der SPD-Politiker.
Offenbar bemerkte Beck jedoch wenig später, dass diese Äußerung Entrüstung auslösen könnte; und so erläuterte er seinen Begleitern seine Einschätzung der Arbeitslage: “S’Lebbe iss doch wie’s iss!”
Bartträger Beck meint also wirklich, dass man sich im realen Leben nur rasieren und waschen müsse, wenn man einen Job haben wolle. Uwe Schummer von der Arbeitnehmergruppe der CDU nannte diese Bemerkung “instinktlos”. Das ist sie nicht. Wie immer bewies Kurt Beck einen sehr sicheren politischen Instinkt. Er bediente ein starkes politisches Bedürfnis. Je größer die Gefahr der Arbeitslosigkeit ist, desto stärker ist die Neigung von (Noch-)Arbeitsplatzbesitzern, die Arbeitslosigkeit anderer auf deren persönliche Schwächen zurückzuführen (von denen man selbst sich frei wähnt). Dieser Verdrängungsmechanismus beschwichtigt die eigene Angst.
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