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November 2006
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Archive für 20.11.2006

Legalisierung von Drogen

Nicht etwa, weil ich sie für harmlos hielte, plädiere ich für die Legalisierung von Drogen - sondern weil ich das Verbot für gefährlich halte. Drogen an sich sind nicht harmlos, sie sind an sich aber auch nicht gefährlich. Es kommt auf die Situation an. In den fünfziger und sechziger Jahren beispielsweise wurden 40.000 Menschen überwiegend erfolgreich mit LSD behandelt. Die Droge vermittelte diesen Patienten Einblicke in unbewusste Fehlhaltungen oder ein Gipfelerlebnis, das sie zu neuen Weichenstellungen ermutigte. Das ist die eine Seite der Medaille. Andere Menschen, die LSD auf der Straße kauften, erlebten - ohne fachliche Begleitung - Horrortrips, die ihre seelische Befindlichkeit erheblich verschlechterten und mitunter Psychosen oder gar Suizide auslösten.
LSD ist eine illegale Droge, sie wird heute auch nur noch in einer Handvoll von Modellprojekten psychotherapeutisch eingesetzt. Man mag dies angesichts der Unberechenbarkeit dieser Droge begrüßen. doch genau hier zeigt sich die Irrationalität der Drogenprohibition. Man kann nämlich in Head Shops oder via Internet eine ganze Reihe von Samen oder Pilzen kaufen, die ähnlich Wirkstoffe enthalten. Diese pflanzlichen Mittel sind völlig legal. Eine genaue Dosierung ist kaum möglich. Die Potenz der Drogen hängt nämlich von verschiedenen Faktoren ab (wie z. B. dem Anbaugebiet), die vom Nutzer kaum zu überblicken sind. Der Konsum ist nicht weniger riskant als der des illegalen LSDs, denn die Wirkung kann, dosisabhängig, genau so stark sein. Da diese Substanzen aber legal sind, muss der Eindruck entstehen, sie seien eher harmlos. Drogen sind aber nicht harmlos, oder gefährlich, an sich. Es kommt auf die Situation an. Das illegale LSD, unter kundiger Begleitung konsumiert, wäre mit geringeren Gefahren verbunden als beispielsweise die legalen Samen der Trichterwinde im unkontrollierten Selbstexperiment.

Soll man deswegen also auch die pflanzlichen Psychedelika verbieten? Ach, wissen Sie, lieber Leser, der Giftschrank unserer lieben Natur ist so groß… ebenso wie die Verdienstmöglichkeiten von Drogenanbietern. Die würden immer neue Substanzen auf dem Markt bringen, wenn die zur Zeit Gebräuchlichen ins Betäubungsmittelgesetz wandern würden. Da könnte kein Gesetzgeber Schritt halten.

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