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15.11.2006 von Hans Ulrich Gresch.
In unserer Kultur haben Drogen einen schlechten Ruf. Sie machen süchtig, heißt es, und sie zerstören die Gesundheit. Besonders übel seien die illegalen Drogen. Diese könnten uns im schlimmsten Falle ins Gefängnis bringen. Es ist sogar bei Strafe verboten, andere zum Konsum illegaler Drogen zu verleiten.
Unter mittelalterlichen christlichen Gelehrten und Mönchen bestand eine Methode zur Festigung des Glaubens darin, die heiligen Überzeugungen auf den Prüfstand der Vernunft zu stellen und über sie zu Gericht zu sitzen. Ein Mönch übernahm die Rolle des Anwalts Gottes (”advocatus dei”), ein anderer war der “advocatus diaboli”, der Anwalt des Teufels. Die Standpunkte des “advocatus dei” in Sachen Drogen können Sie auf den staatstragenden Web Sites zur Drogenaufklärung nachlesen. Ich möchte nun, um sie in Ihrer Ablehnung der Drogen zu festigen, den Anwalt des Teufels spielen.
Stellen Sie sich also ein wenig Höllenfeuer und Schwefelduft als Illumination für folgendes Plädoyer vor:
Drogen, lieber Leser, rufen, im rechten Geiste genommen, keine Abhängigkeit hervor. Sie schenken uns vielmehr Freiheit.
Diese Liste könnte ich nach Belieben verlängern; ich müsste nicht lange überlegen, um zu jeder psychoaktiven Drogen eine Reihe von Segnungen und handfesten Vorteilen aufzuschreiben. Drogen vergrößern unsere Kontrolle über unser Bewusstsein und damit über unser Leben.
So spricht der “advocatus diaboli”.
Und diese Worte, liebe Leser, offenbaren die Macht des Teufels. Er zeigt uns die irdischen Paradiese, will uns damit zu einem sündigen Leben verführen und uns blind machen für die Tatsache, dass es uns, Wohlverhalten vorausgesetzt, erst im Jenseits, nach dem Tode gut gehen darf. Wappnen Sie sich vor diesen Versuchungen, indem sie sich die vielen großartigen Vorzüge des Drogenkonsums unerschrocken vor Augen führen. Nur wer den Feind kennt, kann ihn besiegen. Bleiben sie stark und gesetzestreu. Dann steht Ihnen das himmlische Paradies offen.
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