Sie befinden sich aktuell in den Blaue Augen Blog-Archiven für den folgenden Tag 14.11.2006.
14.11.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Das eMag “Herz, Hirn und Hand” interviewte die Autorin des Sciencefictionromans “Ufo-Entführung mit Gehirnwäsche“:
HHH: Frau Solwega, glauben Sie eigentlich an Außerirdische?
Solwega: Es kommt wohl ganz darauf an, was man unter Außerirdischen versteht.
HHH: Intelligente Wesen, die irgendwo im Universum hausen.
Solwega: Irgendwo im Universum werden vermutlich intelligente Wesen leben. Es wäre höchst unwahrscheinlich, wenn es anders wäre. Es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, warum es anders sein sollte.
HHH: Meinen Sie, dass uns Außerirdische bereits hier auf der Erde besucht haben?
Solwega: Das ist eine schwierige Frage. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein intelligentes Wesen große Lust hat, Urlaub auf einem anderen Planeten zu machen, wenn die Anreise einige tausend Jahre dauern würde. Auf diese Idee könnte allenfalls ein höchst unintelligentes Wesen kommen, aber dann wäre es vermutlich kaum in der Lage, Raumschiffe zu bauen, die solche Distanzen zurück legen könnten.
HHH: Halten Sie Reisen durch Wurmlöcher für undenkbar.
Solwega: Nicht unbedingt. Wenn man die Realitätstheorie ein wenig schüttelt und ein bisschen Phantasie mitbringt, dann kann man sich einiges vorstellen. Allerdings vermute ich, dass unser Universum noch nicht alt genug ist.
HHH: Wieso alt genug?
Solwega: Es braucht schon einige Zeit, Wesen hervorzubringen, die intelligent genug wären, um eine Wurmloch-Technologie zu entwickeln und darauf fußende Transportmittel zu verwirklichen.
HHH: Dann können wir also lange warten, bis uns einmal Außerirdische besuchen?
Solwega: Das will ich so nicht sagen. Wir sind ja bisher von der stillschweigenden Voraussetzung ausgegangen, dass alle Außerirdischen körperliche Wesen sind, so wie wir. Dies ist aber eine selbstauferlegte Beschränkung unseres Denkens, die nicht unbedingt die wirklichen Verhältnisse da draußen widerspiegeln muss.
HHH: Und was ist da draußen?
Solwega: Die Frage ist doch die: Braucht der Geist einen materiellen Träger, einen Körper, ein Gehirn.
HHH: Körperlose Aliens? Wären das nicht Dämonen in modernem Gewande?
Solwega: Wenn man die Theorie so platt entwickelt, sicher. Mir widerstrebt es ohnehin, körperlose Intelligenz für möglich zu halten. Dies wäre vermutlich ein Widerspruch in sich. Ich will auf etwas anderes hinaus: Wenn wir von Intelligenz sprechen, dann denken wir im allgemeinen - zu recht oder auch nicht - an Wesen wie wir. Unser Körper nimmt einen bestimmten Raum ein, er bewegt sich in einer linearen Zeit, die sich von der Vergangenheit über ein unfassbares Jetzt in die Zukunft bewegt. Die Vorstellung besteht also im Kern darin, dass Intelligenz auf einer lokalen, begrenzten Ansammlung von Elementarteilchen beruht.
HHH: Uns will sich nicht erschließen, wie es anders sein könnte.
Solwega: Eine lokal begrenzte Ansammlung von Elementarteilchen ist an sich nicht intelligent, da fehlt noch was. Da fehlt ein Subjekt. Das Subjektive lässt sich aber nicht vollständig objektivieren. Es bleibt immer ein Rest.
HHH: Ein Rest?
Solwega: Ja sicher. Das Auge sieht sich niemals, auch nicht im Spiegel. Dort sieht es nur sein Spiegelbild. Wir können - zumindest im Prinzip - fast alle Bereiche der Welt objektiv beschreiben, nur nicht den Beschreiber im Augenblick der Beschreibung. Dieser entzieht sich der Objektivierung. Es bleibt also ein subjektiver Rest.
HHH: Ein subjektiver Rest? Was hat der mit außerirdischer Intelligenz zu tun.
Solwega: Knüpfen wir noch einmal an unseren Gedanken der lokalen, begrenzten Ansammlung von Elementarteilchen an. Aus dieser Ansammlung wird ja nur eine intelligente Struktur, wenn ihr eine nicht völlig objektivierbare Subjektivität “Geist einhaucht”.
HHH: Klingt irgendwie mystisch?
Solwega: Kennen Sie irgend etwas in der neurowissenschaftlichen Forschungsliteratur, was präziser wäre?
HHH: Wir glauben Ihnen, dass es das nicht gibt!
Solwega: Eine weise Entscheidung. Wie auch immer: Es ist denkbar, dass es Subjektivität gibt, die nicht einer lokal begrenzten Anordnung von Elementarteilchen Intelligenz einhaucht, sondern die das ganze Universum nutzt, um sich mal hier, mal da zu verkörpern.
HHH: Ein faszinierender Gedanke. Aber wie soll das funktionieren.
Solwega: Wenn ich es wüsste, hätte ich keinen Sciencefictionroman geschrieben, sondern eine neurowissenschaftliche Abhandlung.
HHH: Ich Buch ist über zwanzig Jahre alt. Gibt es heute neuere Erkenntnisse?
Solwega: Nein. Das Buch war seiner Zeit - bei aller Bescheidenheit - mindestens zwanzig Jahre voraus.
HHH: Frau Solwega, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Christiane F. Solwega: Ufo-Entführung mit Gehirnwäsche. Sciencefictionroman
Anmerkung: Christiane F. Solwega ist ein Pseudonym von Hans Ulrich Gresch.
Geschrieben in Mind Control, Philosophie, Belletristik | Drucken | 6 Kommentare »