Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Baue Augen für November, 2006.

November 2006
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archive für November 2006

CIA-Entführungen

zellengitter-geheim.jpg“Seit gestern wissen wir, dass die Praxis von Menschenraub und Folter bei der CIA längst vor dem Terroranschlag gegen das World Trade Center Usus war”, schreibt heute Christian Semmler in der TAZ.

Kaum zu glauben: Seit gestern wissen die das.

Eine Recherche im Netz erbrachte innerhalb weniger Sekunden einen Artikel aus der Washington Post, erschienen am 11. May 2004, Titel: Secret World of U.S. Interrogation. Dort heißt es unmissverständlich: “CIA Director George J. Tenet, testifying earlier this year before the commission investigating the Sept. 11 attacks, said the agency participated in more than 70 renditions in the years before the attacks. In 1999 and 2000 alone, congressional testimony shows, the CIA and FBI participated in two dozens renditions. Christopher Kojm, a former state department intelligence official and a staff member of the commission, explainend the rendition procedure at a recent hearing: ‘If a terrorist suspect is outside the United States, the CIA helps to catch and send him to the United States or a third country,’ he testified.”

Klartext: Schon vor dem 11. September entführten amerikanische Behörden Terror-Verdächtige, die sich außerhalb der Vereinigten Staaten befanden und brachten sie in Geheimgefängnisse. Solche Entführungen sind so amerikanisch wie Hallowyn. Sie sind so amerikanisch wie “torture, freedom and democracy”.

Und dies ist keineswegs neu. Wir wissen das auch nicht etwa erst seit gestern. Auch die amerikanische Öffentlichkeit weiß es schon länger. Ein ehemaliger CIA-Chef hat dies vor einem Untersuchungsausschuss schon vor Jahren eingeräumt. Auch die deutschen Bundesregierungen wissen das schon länger. Schließlich bezahlen sie Ausschnittsdienste, die ihnen Pressemeldungen in die Mappen stecken.

Folter und Menschenraub begleiten die Geschichte der CIA seit ihrer Gründung. Auch dies ist kein Geheimwissen, die Spatzen pfeifen es von den Dächern der historischen Institute. Der amerikanische Historiker und Politologe Alfred W. McCoy hat die Entwicklung in einem kurzen Aufsatz nachgezeichnet: “The Hidden History of CIA Torture: America’s Road to Abu Ghraib“.

Noch einmal: Es kostete mich insgesamt nicht eine halbe Stunde, dies herauszufinden, niederzuschreiben und ins Netz zu stellen. Es kostet auch Sie, lieber Leser, in aller Regel nicht mehr Zeit, die Behauptungen deutscher Medien im Internet zu überprüfen. Nutzen Sie bitte diese Möglichkeit. Es ist notwendig, und es ist hilfreich. Schreiben Sie Blogs. Publizieren Sie, was Sie herausfinden. Es ist notwendig! Es ist hilfreich!

PS: Wenn Sie wissen wollen, mit welcher Raffinesse und zu welchem Zweck Geheimdienste Menschen “verhören”, dann lesen Sie mein kostenloses eBook “Unsichtbare Ketten“.

Satanismus - die falsche Fährte

Unbemerkt von der großen Mehrheit der Bevölkerung haben sich Netzwerke gebildet, die dem Herrn der Finsternis huldigen. In Schwarzen Messen opfern Teufelsjünger Säuglinge und begeben andere, schier unaussprechliche Taten. Sie missbrauchen Kinder rituell, um sie geistig zu versklaven und sie dem Willen Satans zu unterwerfen.

Wer glaubt so etwas? Die Mehrheit, die nichts merkt, natürlich nicht. Auch ich, obwohl sonst eher die Mehrheitsmeinung scheuend, glaube das nicht. Ich glaube das nicht, obwohl ich eine ganze Reihe von Menschen gesprochen habe, die berichten, sie seien rituell missbraucht, gefoltert, unter Drogen gesetzt, hypnotisiert und dressiert worden wie Tiere. Diesen Menschen glaube ich durchaus, nur… ich glaube nicht, dass die Täter Satanisten waren.

Warum nicht? Trotz der großen Zahl derartiger Berichte aus vielen Weltgegenden ist bisher noch nie ein satanistisches Netzwerk enttarnt worden. Hin und wieder wurden Einzeltäter verurteilt, die mehr oder weniger grausame Taten begangen hatten und sich dabei auf Satan beriefen. Wegen ritueller Abrichtung eines Menschen wurde bisher meines Wissens nur ein Mensch verurteilt, in Amerika, und zwar in einem sog. “Default-Urteil”, also nicht wegen erwiesener Schuld, sondern weil er der Anschuldigung trotz wiederholter Aufforderung zur Stellungnahme nicht widersprach.

Dann täuschen sich also die Menschen, die Opfer satanischer Abrichtung zu sein vorgeben, oder sie lügen? Manchmal vielleicht, doch in den meisten Fällen vermutlich nicht. Wie kann das sein? Ganz einfach: Der Satanismus ist eine bewusst gelegte falsche Spur. Man hätte auch Außerirdische als Täter vorgaukeln können.

Wer will denn schon so hinterwäldlerisch oder leichtgläubig sein, satanisch rituellen Missbrauch oder Ufo-Entführungen für möglich zu halten. Genau dies machen sich die Täter zu nutze. Die Frage lautet: Wer sind die Täter, die solche abscheulichen Taten begehen können, ohne jemals überführt zu werden? Lesen Sie:

Spekulationen über die üblichen Verdächtigen

Wer soll das bezahlen? 

Alles nur falsche Erinnerungen? 

Unsichtbare Ketten. Ein Sachbuch zum Thema

Das Janus-System. Ein Roman, der beschreibt, was zum Vorschein kommt, wenn die schwarzen Roben fallen

Wie wichtig es ist, die absichtliche Erzeugung multipler Persönlichkeiten vom Satanismus zu trennen, zeigt folgendes Papier des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene. Es demonstriert sehr schlüssig und einleuchtend, dass Satanismus ein marginales gesellschaftliches Problem ist und alle Warnungen davor maßlos übertrieben und in einer demokratischen Gesellschaft unangebracht sind. Da diesem Urteil jeder halbwegs aufgeklärte Mensch zustimmen muss, besteht die Gefahr, dass auch der sog. “Rituelle Missbrauch” als Hirngespinst abgetan wird, wenn - ja wenn man ihn ohne Not mit dem Satanismus verbindet. Der rituelle Missbrauch, die gezielte Persönlichkeitsspaltung durch Folter, Drogen, Hypnose, Elektroschocks, sensorische Deprivation und ähnliche Methoden gehört aber nicht in diesen Bereich. Es handelt sich um eine Form der Gehirnwäsche, zählt also zur Polit-Kriminalität bzw. zum Staatsterrorismus.

Killerspiele verbieten?

Als Kinder spielten wir Räuber und Gendarm oder Cowboy und Indianer. Unsere Phantasien dazu stammten aus Wildwest-Filmen oder aus Groschenheftchen. Wir schossen mit Holzgewehren oder stachen mit Plastikmessern aufeinander ein. Das war in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Unsere Eltern ließen uns meist gewähren, auch die Lehrer. Manchmal erhoben sich mahnende Stimmen: Man richte nicht eine Waffe auf andere, selbst im Spaß nicht.

“Aber das ist doch nicht echt, ist doch nur Spiel!” sagten wir.

Und so war es auch. Mitunter gab es Streit, mitunter prügelten wir uns, warfen mit Steinen aufeinander. Das konnte schon ernstere Konsequenzen haben, vor allem, wenn es auf dem Schulhof oder in der Nähe der Schule geschah. Diese Kämpfe wurden mit kindlichem Ernst geführt, waren kein Spiel - hatten auch nichts zu tun mit unseren Indianerschlachten. Dies war uns sehr wohl bewusst, wir kannten den Unterschied.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es heute anders ist. Trotz High Tech und hyper-realer Video-Präsentationen wissen die Kinder sehr genau, wo in Sachen Gewalt die Grenzen zwischen Realität und Phantasie, zwischen Spiel und Ernst liegen. Die Kinder wissen das. Sehr genau. Die Kinder?

Nein, nicht alle, ich muss mich korrigieren. Eins unter Zehntausenden weiß es nicht. Es steigert sich in eine Welt hinein, in der die Gewaltphantasien früher oder später verwirklicht werden. Killerspiele können diesen Prozess intensivieren. Diese Kinder sind nicht etwa “psychotisch”, ihr Denken ist nicht auffällig verwirkt, ihre Anpassung ist nicht unübersehbar gestört. Sie bewegen sich unter Umständen an der Grenze, aber immer noch im Rahmen - von außen betrachtet.

Doch ihre Innenwelt sieht anders aus. Sie ist in zwei Bewusstseinsströme geteilt. Der eine Strom steht unter der Kontrolle der Außenwelt: Eltern, Lehrer, die Häuptlinge der Peer Groups geben die Richtung vor. Doch der andere Strom unterliegt einer organisierenden Kraft aus den Tiefen der Seele - die Gewalt wird zum Konstruktionsprinzip der Wirklichkeitserfahrung.

Diese Kinder würden sich auch ohne Killerspiele so entwickeln. Sie nutzen einen seelischen Mechanismus zur Abwehr einer für sie unerträglichen Realität: die Spaltung, die Dissoziation. Doch diese Spaltung ist zerbrechlich, denn die Anderen, die Sachwalter dieser bedrohlichen, kränkenden Wirklichkeit (Lehrer, Eltern, Mitschüler) sind mächtig. Und dann, in einem kritischen Augenblick, ist nur noch der Ausbruch brutaler Gewalt geeignet, die Spaltung aufrecht zu erhalten - bis in den Tod.

Killerspiele verbieten? Diese Menschen können eine Vielzahl von Hilfsmitteln benutzen, um sich in ihrer gewalttätigen Phantasiewelt zu entfalten. Killerspiele zu verbieten würde uns allenfalls eine trügerische Sicherheit vermitteln.

Amoklauf in Emsdetten

Computerspiele verbieten? Erzeugen die “Ego-Shooters” durchgeknallte Killer? Oder senken sie die Schwelle, machen sie Taten wie in Emsdetten wahrscheinlicher?

Die bisherige empirische Forschung kann keine klaren Antworten geben. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, denn man kann in diesem Bereich aus pragmatischen und ethischen Gründen nur in engen Grenzen experimentieren.

Also kann nur die Intuition weiterhelfen. Meine Intuition sagt mir: Schlüssel und Schloss. Wenn so ein Killerspiel auf eine bestimmte mentale Struktur trifft, wird es gefährlich. Es gibt offenbar Typen, die diese Spiele benutzen, um sich selbst zum Killer abzurichten. Sie sind gleichsam das mentale Training für das Blutbad. Es handelt sich um Rollenspiele. Entsprechenden Typen helfen sie, eine Killer-Role zu übernehmen und sich in ihr zu entfalten - bis es knallt.

Der Schulschütze Sebastian Bosse hatte für das Spiel Counter-Strike seine Schule als virtuell begehbaren Raum nachgebaut - ein Trainingsfeld für die spätere Tat. Es ist also Unsinn zu behaupten, das Spiel habe ihn zur Tat animiert - vielmehr hat er es für die Tat animiert.
Medienberichten zufolge soll Sebastian B. die Planung seiner Tat in einem Tagebuch akribisch aufgezeichnet haben, in kühler, klarer Sprache ohne Anzeichen psychotischer Verworrenheit. War er ein Selbstmord-Attentäter in eigenem Auftrag? Er hatte offenbar eine Mission, die ihn antrieb und einen Glauben, von dem er durchdrungen war. Dies geht aus seinem Abschiedsbrief (ungekürzt) hervor.

Bastian B., der Ego-Shooter liebte Counter Strike, ein Strategie-Spiel. Die US-Armee liebt es auch, so sehr sogar, dass sie eine Variante dieses Killerspiels kostenlos im Netz anbietet: America’s Armee. Es soll der Rekrutierung von Soldaten dienen. Die Armee hat ähnliche Spiele auch zur Ausbildung von Frontkämpfern entwickelt.

In diesem Spiel bekämpfen Einheiten der US-Armee Aufständische oder Terroristen. Bevor man daran als aktiver Kämpfer teilnehmen kann, muss man zunächst eine Grundausbildung durchlaufen. Infos finden sich bei Wikipedia.

Die US-Armee bezeichnet diese Counter-Strike-Nachahmung als “cost-effektive recruitment tool” - als kosteneffektives Werkzeug zur Rekrutierung. Das US-Militär nutzt heute den Videospiele-Markt ebenso intensiv wie seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Filmindustrie. Hollywood und das Pentagon sind ein eingespieltes Team - und beide Seiten haben etwas davon: Hollywood satte Filmförderungsgelder und die Militärs dürfen sich über massenwirksame Propaganda freuen.
Es ist sicher problematisch, wenn Gewalt in Videospielen, im Film oder in Medien allgemein glorifiziert wird. Noch problematischer ist eine Schwarz-Weiß-Glorifizierung, eine selektive Verherrlichung der Gewalt, verbunden mit einer Unterteilung in die “good guys” und die “bad guys” - in Freiheitshelden und Terroristen. Am schlimmsten ist die selektive Glorifizierung bei gleichzeitiger Erfahrung der Austauschbarkeit: Aus den Freiheitskämpfern von gestern werden heute Terroristen und umgekehrt, in Abhängigkeit von den Interessen des Imperiums, das unsere Welt beherrscht. Das ist eine Heroisierung und Dämonisierung ohne Moral, die allein auf machtpolitischem Kalkül basiert.

Bastian B. sah sich als Freiheitsheld, als Revolutionär in einer Revolution der Ausgestoßenen. Die Bösen waren in seiner Welt alle anderen Menschen, die Ausgrenzer: Lehrer, angepaßte Mitschüler. In seiner Phantasie hat Bastian B. seine Pflicht getan, so wie die virtuellen Soldaten auf seinem Bildschirm, mit denen er - Kamerad unter Kameraden - für das Gute und gegen das Böse kämpfte. Er hatte Gewissensbisse gegenüber den Menschen, denen er wehtun musste. Aber er konnte nicht anders. Er war ein selbstprogrammierter Killer.

Legalisierung von Drogen

Nicht etwa, weil ich sie für harmlos hielte, plädiere ich für die Legalisierung von Drogen - sondern weil ich das Verbot für gefährlich halte. Drogen an sich sind nicht harmlos, sie sind an sich aber auch nicht gefährlich. Es kommt auf die Situation an. In den fünfziger und sechziger Jahren beispielsweise wurden 40.000 Menschen überwiegend erfolgreich mit LSD behandelt. Die Droge vermittelte diesen Patienten Einblicke in unbewusste Fehlhaltungen oder ein Gipfelerlebnis, das sie zu neuen Weichenstellungen ermutigte. Das ist die eine Seite der Medaille. Andere Menschen, die LSD auf der Straße kauften, erlebten - ohne fachliche Begleitung - Horrortrips, die ihre seelische Befindlichkeit erheblich verschlechterten und mitunter Psychosen oder gar Suizide auslösten.
LSD ist eine illegale Droge, sie wird heute auch nur noch in einer Handvoll von Modellprojekten psychotherapeutisch eingesetzt. Man mag dies angesichts der Unberechenbarkeit dieser Droge begrüßen. doch genau hier zeigt sich die Irrationalität der Drogenprohibition. Man kann nämlich in Head Shops oder via Internet eine ganze Reihe von Samen oder Pilzen kaufen, die ähnlich Wirkstoffe enthalten. Diese pflanzlichen Mittel sind völlig legal. Eine genaue Dosierung ist kaum möglich. Die Potenz der Drogen hängt nämlich von verschiedenen Faktoren ab (wie z. B. dem Anbaugebiet), die vom Nutzer kaum zu überblicken sind. Der Konsum ist nicht weniger riskant als der des illegalen LSDs, denn die Wirkung kann, dosisabhängig, genau so stark sein. Da diese Substanzen aber legal sind, muss der Eindruck entstehen, sie seien eher harmlos. Drogen sind aber nicht harmlos, oder gefährlich, an sich. Es kommt auf die Situation an. Das illegale LSD, unter kundiger Begleitung konsumiert, wäre mit geringeren Gefahren verbunden als beispielsweise die legalen Samen der Trichterwinde im unkontrollierten Selbstexperiment.

Soll man deswegen also auch die pflanzlichen Psychedelika verbieten? Ach, wissen Sie, lieber Leser, der Giftschrank unserer lieben Natur ist so groß… ebenso wie die Verdienstmöglichkeiten von Drogenanbietern. Die würden immer neue Substanzen auf dem Markt bringen, wenn die zur Zeit Gebräuchlichen ins Betäubungsmittelgesetz wandern würden. Da könnte kein Gesetzgeber Schritt halten.

Lob der Drogen

In unserer Kultur haben Drogen einen schlechten Ruf. Sie machen süchtig, heißt es, und sie zerstören die Gesundheit. Besonders übel seien die illegalen Drogen. Diese könnten uns im schlimmsten Falle ins Gefängnis bringen. Es ist sogar bei Strafe verboten, andere zum Konsum illegaler Drogen zu verleiten.

Unter mittelalterlichen christlichen Gelehrten und Mönchen bestand eine Methode zur Festigung des Glaubens darin, die heiligen Überzeugungen auf den Prüfstand der Vernunft zu stellen und über sie zu Gericht zu sitzen. Ein Mönch übernahm die Rolle des Anwalts Gottes (”advocatus dei”), ein anderer war der “advocatus diaboli”, der Anwalt des Teufels. Die Standpunkte des “advocatus dei” in Sachen Drogen können Sie auf den staatstragenden Web Sites zur Drogenaufklärung nachlesen. Ich möchte nun, um sie in Ihrer Ablehnung der Drogen zu festigen, den Anwalt des Teufels spielen.

Stellen Sie sich also ein wenig Höllenfeuer und Schwefelduft als Illumination für folgendes Plädoyer vor:

Drogen, lieber Leser, rufen, im rechten Geiste genommen, keine Abhängigkeit hervor. Sie schenken uns vielmehr Freiheit.

  • Mit einem Gläschen Wein verwandeln wir uns in stille, vergnügten Genießer, die sich sanft entspannt der Wahrheit öffnen.
  • LSD erlaubt uns, tiefgreifende mystische Erfahrungen zu sammeln, uns selbst zu ergründen und die ursprüngliche Schönheit der Welt zu erblicken.
  • Ecstasy (MDMA) führt uns in das Reich unserer wohlwollenden Gefühle, fördert eine gesunde Selbstliebe und bringt uns unseren Mitmenschen näher.
  • Opiate lindern nicht nur körperliche Schmerzen, sondern auch seelische Pein. Sie machen gelassen und versetzen uns in Hochstimmung. Sie helfen uns, Ängste und Depressionen zu meistern und unsere Gedanken zu ordnen, wenn unsere Gefühle und unser Denken verwirrt sind.

Diese Liste könnte ich nach Belieben verlängern; ich müsste nicht lange überlegen, um zu jeder psychoaktiven Drogen eine Reihe von Segnungen und handfesten Vorteilen aufzuschreiben. Drogen vergrößern unsere Kontrolle über unser Bewusstsein und damit über unser Leben.

So spricht der “advocatus diaboli”.

Und diese Worte, liebe Leser, offenbaren die Macht des Teufels. Er zeigt uns die irdischen Paradiese, will uns damit zu einem sündigen Leben verführen und uns blind machen für die Tatsache, dass es uns, Wohlverhalten vorausgesetzt, erst im Jenseits, nach dem Tode gut gehen darf. Wappnen Sie sich vor diesen Versuchungen, indem sie sich die vielen großartigen Vorzüge des Drogenkonsums unerschrocken vor Augen führen. Nur wer den Feind kennt, kann ihn besiegen. Bleiben sie stark und gesetzestreu. Dann steht Ihnen das himmlische Paradies offen.

Glauben Sie eigentlich an Außerirdische, Frau Solwega?

Das eMag “Herz, Hirn und Hand” interviewte die Autorin des Sciencefictionromans “Ufo-Entführung mit Gehirnwäsche“:

HHH: Frau Solwega, glauben Sie eigentlich an Außerirdische?

Solwega: Es kommt wohl ganz darauf an, was man unter Außerirdischen versteht.

HHH: Intelligente Wesen, die irgendwo im Universum hausen.

Solwega: Irgendwo im Universum werden vermutlich intelligente Wesen leben. Es wäre höchst unwahrscheinlich, wenn es anders wäre. Es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, warum es anders sein sollte.

HHH: Meinen Sie, dass uns Außerirdische bereits hier auf der Erde besucht haben?

Solwega: Das ist eine schwierige Frage. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein intelligentes Wesen große Lust hat, Urlaub auf einem anderen Planeten zu machen, wenn die Anreise einige tausend Jahre dauern würde. Auf diese Idee könnte allenfalls ein höchst unintelligentes Wesen kommen, aber dann wäre es vermutlich kaum in der Lage, Raumschiffe zu bauen, die solche Distanzen zurück legen könnten.

HHH: Halten Sie Reisen durch Wurmlöcher für undenkbar.

Solwega: Nicht unbedingt. Wenn man die Realitätstheorie ein wenig schüttelt und ein bisschen Phantasie mitbringt, dann kann man sich einiges vorstellen. Allerdings vermute ich, dass unser Universum noch nicht alt genug ist.

HHH: Wieso alt genug?

Solwega: Es braucht schon einige Zeit, Wesen hervorzubringen, die intelligent genug wären, um eine Wurmloch-Technologie zu entwickeln und darauf fußende Transportmittel zu verwirklichen.

HHH: Dann können wir also lange warten, bis uns einmal Außerirdische besuchen?

Solwega: Das will ich so nicht sagen. Wir sind ja bisher von der stillschweigenden Voraussetzung ausgegangen, dass alle Außerirdischen körperliche Wesen sind, so wie wir. Dies ist aber eine selbstauferlegte Beschränkung unseres Denkens, die nicht unbedingt die wirklichen Verhältnisse da draußen widerspiegeln muss.

HHH: Und was ist da draußen?

Solwega: Die Frage ist doch die: Braucht der Geist einen materiellen Träger, einen Körper, ein Gehirn.

HHH: Körperlose Aliens? Wären das nicht Dämonen in modernem Gewande?

Solwega: Wenn man die Theorie so platt entwickelt, sicher. Mir widerstrebt es ohnehin, körperlose Intelligenz für möglich zu halten. Dies wäre vermutlich ein Widerspruch in sich. Ich will auf etwas anderes hinaus: Wenn wir von Intelligenz sprechen, dann denken wir im allgemeinen - zu recht oder auch nicht - an Wesen wie wir. Unser Körper nimmt einen bestimmten Raum ein, er bewegt sich in einer linearen Zeit, die sich von der Vergangenheit über ein unfassbares Jetzt in die Zukunft bewegt. Die Vorstellung besteht also im Kern darin, dass Intelligenz auf einer lokalen, begrenzten Ansammlung von Elementarteilchen beruht.

HHH: Uns will sich nicht erschließen, wie es anders sein könnte.

Solwega: Eine lokal begrenzte Ansammlung von Elementarteilchen ist an sich nicht intelligent, da fehlt noch was. Da fehlt ein Subjekt. Das Subjektive lässt sich aber nicht vollständig objektivieren. Es bleibt immer ein Rest.

HHH: Ein Rest?

Solwega: Ja sicher. Das Auge sieht sich niemals, auch nicht im Spiegel. Dort sieht es nur sein Spiegelbild. Wir können - zumindest im Prinzip - fast alle Bereiche der Welt objektiv beschreiben, nur nicht den Beschreiber im Augenblick der Beschreibung. Dieser entzieht sich der Objektivierung. Es bleibt also ein subjektiver Rest.

HHH: Ein subjektiver Rest? Was hat der mit außerirdischer Intelligenz zu tun.

Solwega: Knüpfen wir noch einmal an unseren Gedanken der lokalen, begrenzten Ansammlung von Elementarteilchen an. Aus dieser Ansammlung wird ja nur eine intelligente Struktur, wenn ihr eine nicht völlig objektivierbare Subjektivität “Geist einhaucht”.

HHH: Klingt irgendwie mystisch?

Solwega: Kennen Sie irgend etwas in der neurowissenschaftlichen Forschungsliteratur, was präziser wäre?

HHH: Wir glauben Ihnen, dass es das nicht gibt!

Solwega: Eine weise Entscheidung. Wie auch immer: Es ist denkbar, dass es Subjektivität gibt, die nicht einer lokal begrenzten Anordnung von Elementarteilchen Intelligenz einhaucht, sondern die das ganze Universum nutzt, um sich mal hier, mal da zu verkörpern.

HHH: Ein faszinierender Gedanke. Aber wie soll das funktionieren.

Solwega: Wenn ich es wüsste, hätte ich keinen Sciencefictionroman geschrieben, sondern eine neurowissenschaftliche Abhandlung.

HHH: Ich Buch ist über zwanzig Jahre alt. Gibt es heute neuere Erkenntnisse?

Solwega: Nein. Das Buch war seiner Zeit - bei aller Bescheidenheit - mindestens zwanzig Jahre voraus.

HHH: Frau Solwega, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Christiane F. Solwega: Ufo-Entführung mit Gehirnwäsche. Sciencefictionroman

Anmerkung: Christiane F. Solwega ist ein Pseudonym von Hans Ulrich Gresch.

Jenseits des Mittelalters: Psychologie der Folter

folter.jpgViele Zeitgenossen hielten die Folter bisher für ein Überbleibsel aus dem Mittelalter. Sie werden heute durch Zeitungen und Fernsehen eines Schlechteren belehrt. Die Folter ist keineswegs ein Relikt vergangener Tage, sondern nach wie vor ein elementarer Bestandteil militärischer, geheimdienstlicher und polizeilicher Strategien. Viele Staaten auf diesem Planeten lassen foltern, seltener offen, meist im Geheimen.

Viele Zeitgenossen meinen, Sinn der Folter sei im wesentlichen das Erpressen von Geständnissen. Doch dies ist in Wirklichkeit nur ein untergeordnetes Ziel. Die Folter eignet sich nämlich zu diesem Zweck nicht besonders gut. Da man Menschen durch die Folter zu allem Erdenklichen zwingen kann, sind sie auch, einen versierten und brutalen Folterer vorausgesetzt, dazu bereit, alles Erdenkliche höchst überzeugend zu gestehen, um weiterer Folter zu entgehen. Dabei muss es sich selbstverständlich nicht unbedingt um die Wahrheit handeln.

Die Folterer wissen dies natürlich. Sie verfolgen in der Regel andere Ziele. Ein wichtiges Ziel der Folter besteht darin, die Identität des Gefolterten zu zerstören. Dies bedeutet, dass ihm buchstäblich jeder Eigensinn genommen werden soll. Er soll keinen Gedanken, kein Gefühl, keine Wahrnehmung mehr haben, die er noch als sein eigen empfinden könnte. Er soll nicht mehr in der Lage sein, sich selbst zu spüren, in seinem Lebensgefühl zu schwimmen wie ein normaler Mensch.

Auf wissenschaftlicher Basis wurden Methoden der Identitätszerstörung entwickelt und perfektioniert. Die Folterforschung ist finanziell bestens ausgestattet. Psychologische, psychotherapeutische, psychiatrische und neurophysiologische Erkenntnisse wurden zusammengetragen, bestialische Verfahren der Manipulation wurden mit wissenschaftlicher Akribie experimentell erforscht.
Doch die Zerstörung der Identität ist nicht das Endziel, sondern die Voraussetzung für weitaus ehrgeizigere Absichten. Es geht darum, den seines Eigensinns beraubten Menschen mental zu versklaven. Man nennt das “Umdrehen”. Im Extremfall werden die Opfer abgerichtet wie Hunde, die auf Pfiff Befehle ausführen - und dabei u. U. auch bedenkenlos ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

Experten vermuten, dass manche Attentäter, auch Selbstmordattentäter zuvor Opfer dieser ausgefeilten und wissenschaftlich untermauerten Form der Gehirnwäsche wurden.
Folter ist also oft mehr als nur das Zufügen extremer Schmerzen. Sie ist oft auch nicht das Werk moralisch verlotterter Sadisten. Sie ist vielfach eine schwarze Kunst, die von wissenschaftlich ausgebildeten und psychiatrisch oder psychotherapeutisch geschulten Experten ausgeübt wird - im Namen des Staates.

Mehr zum Thema

Man hätte nur richtig hinschauen müssen

Im Jahre 2003 schrieb ich einen Leserbrief zur 33. Ausgabe des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”:

“Telefax
An: Spiegel, Leserbriefredaktion
Von: Dr. Hans Ulrich Gresch
Leserbrief zum Artikel „Ein Fußball für die Taliban“, Spiegel, 33/2003

Das Bild auf Seite 98 („Häftlinge im Camp X-Ray“) sollte man sich genauer anschauen – am besten mit einer Lupe. Man erkennt, dass die Gefangenen schwarze Brillen, Mundschutz, Ohrenschützer und dicke Handschuhe tragen. Dies lässt nur einen Schluss zu: Die Gefangenen werden der „sensorischen Deprivation“ unterworfen. Der systematische Reizentzug führt schon nach wenigen Stunden zu einer Destabilisierung der Psyche, später dann zu psychotischen Störungen und zu einer in Extrem gesteigerten Suggestibilität. Dies ist eindeutig eine folterartige Form der Gehirnwäsche. Die Belohnung willfähriger Häftlinge ist daher keine humanitäre Hafterleichterung, sondern ein Bestandteil dieser Strategie zur „Bewusstseinskontrolle“, die von der CIA während des Kalten Kriegs entwickelt und perfektioniert wurde.

Dr. Hans Ulrich Gresch”

Leider wurde dieser Leserbrief nicht veröffentlicht. Heute dürfte den meisten Menschen klar sein, dass ich recht hatte. Man hätte es damals schon wissen können. Man hätte nur richtig hinschauen müssen…

Ein böser Traum vom Kalten Krieg

Heut’ Nacht hatte ich einen bösen Traum. Ich träumte, zu Beginn des Kalten Kriegs habe das Pentagon beschlossen, in Europa eine geheime Partisanenarmee aufzubauen. Herzstück dieser Partisanenarmee sollte eine Spezialeinheit sein, die aus mentalen Sklaven bestand. Zur mentalen Versklavung sollte eine Methode eingesetzt werden, die im neunzehnten Jahrhundert von Geheimgesellschaften entwickelt und von den Nazis in einigen KZs verfeinert worden war. Sie bestand darin, durch Drogen, Hypnose, Folter, sensorische Deprivation und Elektroschocks Kinder in künstliche multiple Persönlichkeiten zu verwandeln und die entstehenden Persönlichkeitsfragmente zu dressieren. Diese dressierten Kinder sollten dann schon als Halbwüchsige für Attentate eingesetzt werden, falls die Sowjets in Europa einmarschieren sollten. Die Kinder wurden ihres freien Willens beraubt und abgerichtet, wie Roboter Befehle auszuführen, sobald sie vorher vereinbarte Parolen hörten.

Auch in Deutschland, so erfuhr ich in meinem Traum, wurden solche Kinder ausgewählt und abgerichtet. Die Eltern waren erpressbar, zum Beispiel weil sie durch Verbrechen in der Nazi-Zeit belastet waren, von denen das Pentagon und seine geheimdienstlichen Krakenarme wussten. Am Ende des Kalten Krieges sei dieses Projekt eingestellt worden. Heute würden hunderte herrenlose Sklaven in Deutschland herumgeistern - psychische Wracks, verängstigt, verstört, halb wahnsinnig und womöglich sehr, sehr gefährlich…

Und ich träumte, dass einige dieser mentalen Sklaven über ihre wiederkehrenden Erinnerungen zu sprechen begannen und daraufhin Besuch von unfreundlichen Herren erhielten. Diese sagten: “Wenn Du nicht schweigst, werden wir Dich vernichten. Wir sorgen dafür, dass Du Deinen Job verlierst, wir zerstören Deine Familie, wir bringen Dich im Ernstfall auch um. Und niemand wird Dir helfen, denn hinter uns steht der Staat!”

Dann erwachte ich schweißgebadet…

Den wissenschaftlichen Hintergrund derartiger Alpträume habe ich in meinem eBook “Unsichtbare Ketten” ausgearbeitet.

Eine nachdenkliche Randbemerkung zum bösen Traum vom Kalten Krieg:

Am 15. und 19. Oktober 1958 testeten die Amerikaner nachweislich zum erstenmal Mini-Atombomben - und zwar zwei “Mini-Nukes” mit dem W-54-Davy-Crockett-Sprengkopf. Die Testgeräte wogen nur 16 kg und maßen 28 mal 30 cm. Aus einem CIA-Dokument geht hervor, dass die militärische Führung der USA damals erwog, Partisanen mit diesen Bomben auszurüsten.

Zu welchem anderen Zweck braucht denn Mini-Nukes, wenn nicht für Partisanen oder Terroristen? Der Zündung einer solchen Bombe wäre für die Zündenden mit aller größter Wahrscheinlichkeit tödlich gewesen. Sie war also nur für Himmelfahrtskommandos geeignet (Weitere Infos). Die logische Konsequenz: Wer eine solche Waffe einsetzen will, braucht “Suicide Bombers”. Was liegt näher, als “mentale Roboter” für diese Aufgabe zu kreieren?

Neuer Stoff für böse Träume. Manche werden vielleicht träumen, sie seien selbst “mentale Sklaven”. Manche werden sich vielleicht unter Qualen an die Gehirnwäsche erinnern, an Folter, Drogen, Hypnose, Elektroschocks, militärisches Training, Abrichtung zu Attentaten… Doch zum Glück gibt es die Theorie der falschen Erinnerungen, das “False Memory Syndrome”. Wir können beruhigt weiterschlafen…