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2.10.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Die erste Antwort ist ein ganz entschiedenes Ja.
Beispiele:
Psychologische Psychotherapeuten posaunen, Ihre Methoden seien die besten der Welt. Stimmt nicht. Alle Methoden sind für den Erfolg einer Psychotherapie gleichermaßen unbedeutend. Die Hauptarbeit leistet der Klient selbst. Seine Selbstheilungskräfte, sein Mut, seine Entschlossenheit sind entscheidend.
Psychologische Experten behaupten, sie könnten zukünftige Entwicklungen eines Menschen besser vorhersagen als Laien. Alles Quatsch. Sie können es gar nicht. Vorhersagen auf Basis meist sehr einfacher statistischer Modelle schlagen sowohl Laien als auch die Psycho-Experten.
Und nun kommen wir zur zweiten Antwort, einem entschiedenen Nein.
Empirisch arbeitende Psychologen haben mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen, welche dass die obigen Behauptungen von Psychologen Hokuspokus sind. Sie haben statistische Modelle entwickelt, die uns helfen, unsere Welt besser zu verstehen und ihre Entwicklungen besser vorherzusagen. Sie haben Aberglauben entmystifiziert. Sie schrecken dabei auch nicht vor den Mythen der eigenen Zunft zurück. Sie können Menschen helfen, vernünftig zu handeln, auf die eigene Kraft und die eigenen Erfahrungen zu vertrauen - und sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen von falschen Experten, Gurus und Abzockern mit flinkem Mundwerk.
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2.10.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Vermeiden Sie Psychodiagnosen. Sie werden Ihnen schaden, können sogar tödlich sein. Die Warung auf den Zigarettenpackungen gilt analog auch für Psychodiagnosen. Der Psychiater Heinz Faulstich wies z. B. in seiner Arbeit “Hungersterben in der Psychiatrie” nach, dass auch nach 1945 bis 1949 “Patienten” getötet wurden - also nach dem Zusammenbruch der Nazi-Herrschaft. Die Täter und die Opfer waren dieselben wie vor 1945. Die Mordmethode: Man ließ die als psychisch krank diagnostizierten Menschen absichtlich verhungern. Dies war auch schon vor 1945 die häufigste “Euthanasie”-Methode, nicht das Gas. Die Nazi-Psychiatrie nannte dies die “Diät E”.
Wenn Sie psychische Probleme haben, kommunizieren Sie diese besser nicht in Form von Psychodiagnosen. Die Sprache besitzt genug andere Begriffe, um Ihren Zustand, Ihre Gefühle, Ihr Denken, Ihre Stimmungen und Erwartungen zu beschreiben.
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