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1.10.2006 von Hans Ulrich Gresch.
Ein Mensch trifft einen Bekannten.
“Wie geht’s?”
“Ach verdammt, ich hab mir ‘ne arge Erkältung eingefangen!”
“Na dann, nichts wie ins Bett und gute Besserung!”
Ein anderer Mensch trifft einen Bekannten.
“Wie geht’s?”
“Schlecht. Ich bin psychisch krank!”
Betretenes Schweigen, dann:
“Ja, also, ich kann mir das gar nicht vorstellen, damit hatte ich noch nie was zu tun. Aber es soll ja gute Medikamente geben.”
Zwischen “krank” und “psychisch krank” liegen Welten. Es ist ratsam, sog. psychische Krankheiten zu verschweigen. Man kann Freunde, sogar seinen Arbeitsplatz verlieren, wenn man sich dazu bekennt. Man kann in die soziale Isolation geraten, sogar in den Selbstmord getrieben werden.
Dabei gibt es psychische Krankheiten gar nicht, jedenfalls nicht im medizinischen Sinne. Keine Form des Verhaltens oder Erlebens ist an sich krank. Die Einstufung als “psychisch krank” ist eine gesellschaftliche Bewertung, bezeichnet eine Abweichung von der Norm. So galt Homosexualität früher als psychische Krankheit. Heute schüttelt jeder halbwegs normale Mensch den Kopf darüber: “Was, der Wowi soll psychisch krank sein. So’n Blödsinn!”
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