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7.5.2010 von Hans Ulrich Gresch.
1. Man kann den Begriff „Psychische Krankheit“ auf zwei grundsätzliche Weisen auf ein Verhaltensmuster beziehen, und zwar so:
a) Ein Mensch ist „psychisch krank“, wenn er die Verhaltensweisen a, b, c… zeigt.
b) Ein Mensch ist „psychisch krank“, weil er die Verhaltensweisen a, b, c… zeigt.
Im Fall a) handelt es sich bei dem Begriff „psychisch krank“ um ein Kürzel für die Verhaltensweisen a, b, c… In diesem Fall ist „psychisch krank“ eine beliebige, austauschbare Zeichenkette. Man könnte genauso gut „marsmenschlich“ statt „psychisch krank“ schreiben, was auch immer. Im Fall b) jedoch handelt es sich um ein Hypothese, um eine Tatsachenbehauptung, die natürlich bewiesen werden muss.
Ein Beweis setzt voraus, dass man einen von a, b, c… unabhängigen Faktor F findet und dass man zeigt, dass dieser unabhängige Faktor F diese Verhaltensweisen verursacht.
Folgendes Beispiel soll die Logik verdeutlichen:
Peter stürzt. Die Hypothese lautet: Peter stürzte, weil er von Paul gestoßen wurde. Um diese Hypothese zu beweisen, müssen wir zunächst einen Paul identifizieren. Dieser Paul kann nicht Peter selbst sein, sonst wäre Peter ja nicht gestoßen worden, sondern aufgrund anderer Ursachen gefallen. Wenn es uns nun gelingt, diesen Paul zu identifizieren, dann können und müssen wir nachweisen, dass er der Stoßende war.
Genauso verhält es sich auch mit den psychischen Krankheiten: Wenn wir nachweisen wollen, dass die Verhaltensweisen a, b, c… durch eine psychische Krankheit verursacht wurden, dass sie „Symptome“ einer psychischen Krankheit sind, dann müssen wir einen Faktor F finden, der logisch unabhängig von diesen Verhaltensweisen ist.
Der Begriff „psychische Krankheit“ legt nun nahe, diesen Faktor F in der „Psyche“ zu suchen. Doch was ist die Psyche. Wir haben hier offensichtlich dasselbe Problem wie mit der „Psychischen Krankheit“. Entweder Entweder wir verwenden den Begriff der Psyche als Kürzel oder als Hypothese. Verwenden wir ihn als Kürzel, dann ist er nichts weiter als eine beliebige Zeichenkette. Ansonsten brauchen wir wieder einen unabhängigen Faktor F.
2. Der Zeitgeist entsprechend wird heutzutage im Allgemeinen angenommen, der Faktor F sei sowohl im Falle der Psyche, als auch im Falle der „psychischen Krankheiten“ das Nervensystem.
Hinsichtlich der „psychischen Krankheiten“ sieht die Situation wie folgt aus:
a. Es wird versucht, die neuronalen Grundlagen der als „psychisch krank“ bezeichneten Verhaltensweisen durch Korrelationsstudien zu belegen. Korreliert werden psychiatrische Diagnosen mit neurologischen Parametern.
Es ist aber logisch unmöglich, aus Korrelationen Kausalität abzuleiten. Eine Korrelation lässt immer drei Möglichkeiten offen: A verursachte B; B verursachte A; ein dritter Faktor C verursachte A und B. Daher sind diese Studien zum Beweis der Hypothese, dass die Verhaltensweisen a, b, c … durch eine „psychische Krankheit“ verursacht seien, nicht geeignet.
b. Die Befunde der einschlägigen empirischen Studien sind ohnehin uneinheitlich, widersprüchlich.
c. Im Jahr 2004 veröffentlichten elf führende Neuro-Wissenschaftler (Monyer, Rösler, Roth, Scheich, Singer, Eiger, Friederici, Koch, Luhmann, van der Malsberg, Menzel) ein Manifest in der Zeitschrift Gehirn & Geist (Heft 6): „Nach welchen Regeln das Gehirn arbeitet; wie es die Welt so abbildet, dass unmittelbare Wahrnehmung und frühere Erfahrung miteinander verschmelzen; wie das innere Tun als „seine“ Tätigkeit erlebt wird und wie es zukünftige Aktionen plant, all dies verstehen wir nach wie vor nicht einmal in Ansätzen. Mehr noch: Es ist überhaupt nicht klar, wie man dies mit den heutigen Mitteln erforschen könnte. In dieser Hinsicht befinden wir uns gewissermaßen noch auf dem Stand von Jägern und Sammlern.“
3. Aus all dem folgt, dass die Psychiatrie den Beweis für die Behauptung, es gäbe „psychische Krankheiten“ bisher noch nicht erbracht hat. Leider geht unsere Gesetzgebung in den Gesetzen für „psychisch Kranke“ davon aus, dass diese angeblichen Krankheiten erwiesenermaßen existierten. Hier widerspricht die Gesetzgebung dem elementaren Rechtsprinzip, dass vom Tatsächlichen auszugehen ist und nicht von bloßen Hypothesen.
Geschrieben in Psychodiagnostik, Psychopathologie, Philosophie, Psychiatrie | Drucken | 1 Kommentar »
2.5.2010 von Hans Ulrich Gresch.
Manche Leser meiner Bücher und Artikel zu den Themen “Bewusstseinskontrolle”, “Ritueller Missbrauch” und “Multiple Persönlichkeitsstörung” finden meine Thesen irritierend, halten sie womöglich sogar für widersprüchlich. Einerseits beschreibe ich, wie Kinder durch die Methoden der Bewusstseinskontrolle in Menschen verwandelt werden, die sich so verhalten, als ob mehrere Persönlichkeiten unter ihrer Schädeldecke hausten. Andererseits bestreite ich, dass Multiple Persönlichkeitsstörungen existieren, bezeichne sie sogar als Schwindel. Einerseits schildere ich das entsetzliche Leiden, das die Methoden der Bewusstseinskontrolle durch Persönlichkeitsspaltung hervorrufen, andererseits warne ich Betroffene davor, sich in psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung zu begeben.
Dies klingt in der Tat widersprüchlich - und wer meine Schriften oberflächlich liest, überfliegt, auszugsweise oder nur vom Hörensagen kennt, man sich berechtigt fühlen, meine Seriosität in Frage zu stellen.
Wenn man einmal von meinen begrenzten sprachlichen Möglichkeiten absieht, so besteht mein Problem, mich verständlich zu machen, vor allem darin, dass ich gegen eingefleischte Vorurteile argumentieren muss. Zu den wichtigsten Vorurteilen, die hier eine Rolle spielen, zählen:
Nach dieser Vorrede kann ich mich nunmehr der so genannten Multiplen Persönlichkeitsstörung zuwenden. Es gibt sie natürlich nicht. Dieser Krankheitsbegriff bezieht sich auf einen Sachverhalt, der keine Krankheit ist. Zwar existiert dieser Sachverhalt, aber er wird nicht durch eine Krankheit hervorgebracht, sondern durch menschliche Interaktionen, nämlich durch eine Form der Bewusstseinskontrolle. Die Bewusstseinskontrolleure richten Menschen von Kindesbeinen an durch Folter, Drogen, Hypnose, sensorische Deprivation, Elektroschocks und eine entwürdigende Erziehung ab, sich so zu verhalten, als ob mehrere Persönlichkeiten unter ihrer Schädeldecke hausten.
Selbstverständlich sind auch die Verhaltensweisen, auf die sich die Diagnose der Multiplen Persönlichkeitsstörung bezieht, Abweichungen von sozialen Normen. Hier steht die Norm der Verlässlichkeit im Vordergrund. Das soziale Umfeld der Betroffenen empfindet diese als launisch, flatterhaft, unbeständig, kapriziös, unstet und wankelmütig. Das stört natürlich, zumal man sich dieses schwankende Verhalten nicht zu erklären vermag. Die Menschen des sozialen Umfelds wissen ja nicht, dass sich die Betroffenen nur entsprechend ihrer Dressur verhalten. Sie würden den Sinn dieses scheinbar bizarren Verhaltens verstehen, wenn sie die Methoden und die Ziele der Täter kennen würden.
Wird bei den Betroffenen nun eine Multiple Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, so werden dadurch zwangsläufig - bewusst oder unbewusst, absichtlich oder unabsichtlich - die Täter vor Entdeckung geschützt. Dann handelt es sich bei den Betroffenen mit dieser Diagnose angeblich um Menschen, deren Verhalten Ausdruck einer Krankheit ist, die sich aufgrund überwältigender Traumata in ihrer Kindheit entwickelt hat. Die bizarren Verhaltensweisen werden demnach als Strategien gedeutet, mit denen die Betroffenen versucht haben, diese Traumata zu bewältigen. Mit anderen Worten: Die Betroffenen haben ihre bizarren Verhaltensmuster selbst kreiert. Das ist aber aus entwicklungspsychologischer Sicht unmöglich, weil sich - auch nach der offiziellen Theorie der “Krankheitsursachen” - diese Verhaltensmuster in früher Kindheit entwickeln. In dieser Entwicklungsphase besitzen die Kinder aber noch gar nicht die kognitiven und affektiven Voraussetzungen, um solche Verhaltensmuster selbständig aufzubauen. Sie sind in diesem Alter noch weitestgehend auf vermittelndes Lernen angewiesen. Das heißt: Die Verhaltensmuster, die von der Psychiatrie als Multiple Persönlichkeitsstörung gedeutet werden, sind das Ergebnis einer Dressur. Etwas anderes kommt gar nicht in Frage.
Diese Menschen als Kranke zu behandeln, heißt, ihnen den schwarzen Peter zuzuschieben. Diese Menschen sollen sich ändern, aber das System, dessen Marionetten sie sind, darf unverändert weiterbestehen. Das ist pervers, sehr pervers.
Geschrieben in Multiple Persönlichkeitsstörung, Persönlichkeitsstörungen, Mind Control | Drucken | 3 Kommentare »
14.3.2010 von Hans Ulrich Gresch.
Es bedarf wohl keines Beleges, dass Menschen mit erfüllter Sexualität selbstbewusster sind als sexuell frustrierte. Dies ist der Grund, warum Mächtige eine repressive Sexualmoral propagieren. Sexuell verklemmte Menschen lassen sich tendenziell besser regieren und manipulieren als erotisch freie.
In vielen Klassengesellschaften fiel die Aufgabe, den Menschen sexuelle Schuldgefühle einzujagen, traditionellerweise den Institutionen der organisierten Religion zu. In den Industriestaaten verringert sich seit einigen Jahrzehnten jedoch der Einfluss der Kirche und daher werden die traditionellen Formen der sexuellen Repression zunehmend durch moderne ersetzt, die sich nicht mehr der Kirchen, sondern der Medien bedienen. Durch sexuelle Reizüberflutung werden die Medienkonsumenten von Kindesbeinen an in sexuelle Zwangscharaktere verwandelt. Die Sünde wird zur Sucht. Die Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sind aber unverändert.
Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist weit verbreitet und findet überwiegend in Familien statt. Zölibatäre bilden unter den Tätern nur eine kleine Minderheit. Die Ehe verhindert den sexuellen Missbrauch also keineswegs, sie ist erst recht kein Heilmittel gegen Pädosexualität. Sie kann allein deswegen kein Heilmittel sein, weil pädosexuelle Handlungen nicht auf einer Krankheit beruhen, sondern moralische Verfehlungen und Straftaten sind.
Pädosexualität kann keine Krankheit sein, weil sie als abweichende Form der Sexualität definiert wird. Dabei ist das Maß der Abweichung nicht die Statistik, denn Fußfetischisten oder “Rubens-Liebhaber” beispielsweise stellen auch nur eine Minderheit dar, gelten aber nicht als krank. Die Devianz ist im Falle der Pädosexualität eine moralische; sie ist eine Form der Sexualität, die von Normen und Erwartungen der Gesellschaft abweicht.
Pädosexualität ist auch nicht in jedem Fall Folge der sexuellen Repression; sie kam und kommt auch unter gesellschaftlichen Bedingungen und in sozialen Schichten vor, die kaum oder gar nicht durch Sexualunterdrückung gekennzeichnet sind. Es gibt aber auch Formen des sexuellen Missbrauchs, bei denen ein durch sexuelle Repression geschwächtes Selbstbewusstsein eine Rolle spielen könnte. Manche Menschen können sich aufgrund ihres lädierten Selbstwertgefühls nur in erotischen Beziehungen mit Unterlegenen, mit eindeutig Schwächeren befreit entfalten. Für viele, vermutlich für die meisten Täter aber sind Kinder einfach nur leichte Beute und eine sexuelle Abwechslung.
Die erschütternde Häufigkeit sexuellen Missbrauchs ist u. a. die Folge der Tatsache, dass die Täter ein nur geringes und kalkulierbares Risiko eingehen. Nicht nur in den Kirchen, auch in anderen Institutionen der Gesellschaft werden die Täter nicht selten gedeckt und eine Versetzung ist vielfach das Schlimmste, was sie zu befürchten haben.
Nicht in der christlich-abendländischen Sexualunterdrückung, nicht im Zölibat und erst recht nicht in der angeblichen sexuellen Revolution seit Beginn der 70er Jahre sehe ich den Hauptgrund für den um sich greifenden sexuellen Missbrauch, sondern in dem geringen Risiko, das die Täter eingehen. Interessierte Kreise verstehen es im Übrigen glänzend, durch geschickte PR-Kampagnen dieses Risiko noch zu senken. Hier denke ich zum Beispiel an die vor einigen Jahren durch die Medien gepeitschte Theorie, die Berichte Betroffener über sexuellen Missbrauch in der Kindheit beruhten überwiegend oder fast immer auf “falschen Erinnerungen”.
Geschrieben in Zölibat, Katholische Kirche, sexueller Missbrauch, Pädosexualität | Drucken | 3 Kommentare »
27.2.2010 von Hans Ulrich Gresch.
Broschiert: 462 Seiten. Elitär Verlag; 1. Auflage. 2010, ISBN-10: 9988127527, ISBN-13: 978 - 9988 - 1 - 2752 - 7, € 17,99
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(Dieses Buch konnte früher als e-Book unter dem Titel “Unsichbare Ketten” von meiner Website heruntergeladen werden. Dies ist aus vertragsrechtlichen Gründen nach dem Erscheinen der Print-Ausgabe nicht mehr möglich.)
Dieses E-Book
analysiert die Methoden und psychischen Mechanismen der Gehirnwäsche
durch Persönlichkeitsspaltung. Die Täter erzeugen u. a. durch
Hypnose, Drogen und extremen Stress eine künstliche Multiple Persönlichkeitsstörung
und unterwerfen die entstehenden Fragmentpersönlichkeiten einem brutalen
Drill. Sie verfolgen in der Regel kriminelle, geheimdienstliche oder militärische
Ziele. Durch Schlüsselreize aktiviert, begehen die mental versklavten
Opfer selbst- bzw. fremdschädigende Handlungen, an die sie sich nachher
ebenso wenig erinnern können wie an die Täter und die Gehirnwäsche.

Der Autor wendet sich, ohne Fachwissen vorauszusetzen, an Leser, die
sich für
Die beiden Hauptziele dieses E-Books sind:
Die Gehirnwäsche durch Persönlichkeitsspaltung ist nur bei
sehr gut hypnotisierbaren Menschen effektiv. Die Täter spalten die
Persönlichkeit ihres sorgfältig ausgewählten Opfers in
mindestens zwei Teile, nämlich in einen bedingungslos gehorsamen
„Sklaven“, der durch Schlüsselreize gesteuert wird, und
in eine „Alltags-Persönlichkeit“, die den Anschein der
Normalität aufrecht erhält. Diese Form der Gehirnwäsche
beginnt oft bereits in früher Kindheit. War sie erfolgreich, so sind
die Einsatzmöglichkeiten dieser künstlich gespaltenen Persönlichkeiten
überaus vielfältig: Sie prostituieren sich, spionieren, verüben
Attentate, rauben Banken aus, schmuggeln Drogen und Waffen – und
können sich, sofern sie überleben, hinterher weder an ihre Handlungen,
noch an die Auftraggeber erinnern. Da ihre Kritikfähigkeit und ihr
Selbstbewusstsein weitgehend ausgeschaltet wurden, setzen sie nicht selten
bedenkenlos ihr Leben aufs Spiel oder bringen sich u. U. sogar auf Kommando
um.
Die Gehirnwäsche durch Persönlichkeitsspaltung ist eine Form
der Hypnose, die u. a. durch bewusstseinsverändernde Drogen, Elektroschocks,
Reizentzug, simulierte Nahtod-Erfahrungen und extremen Stress verstärkt
wird.
Der extreme Stress wird in der Regel durch Folter erzeugt. Dieselbe Funktion
können (meist jedoch nur in abgeschwächter Form) z. B. Mutproben
oder suggerierte Bedrohungen erfüllen. Das Ziel ist der Nervenzusammenbruch
des Opfers. In diesem Zustand ist es höchstgradig hypnotisierbar,
unfähig zur Kritik und neigt zur Bewusstseinsspaltung (Dissoziation).
Die Täter nutzen den Nervenzusammenbruch des Opfers, um ihm Pseudo-Persönlichkeiten
einzupflanzen und diese in ihrem Sinn abzurichten. Die im Unbewussten
verankerte panische Angst vor weiterer Folter ist der innere Antrieb,
der die Spaltung der Persönlichkeit aufrecht erhält und bedingungslosen
Gehorsam garantiert.
Durch massive Elektroschockbehandlung werden die Opfer vorübergehend
auf das geistige und emotionale Niveau eines Kleinkinds zurückgeführt.
Sie sind in dieser Verfassung äußerst suggestibel. Der systematische
Reizentzug, die sog. sensorische Deprivation ist ein weiteres, überaus
wirksames Mittel zur Steigerung der Beeinflussbarkeit. Nach einer Phase
des Reizentzugs saugt die Psyche des Opfers ihm angebotene Informationen
auf wie ein Schwamm. Daher wird die sensorische Deprivation oft durch
das sog. Psychic Driving ergänzt. Die Betroffenen müssen, meist
unter Drogeneinfluss, stundenlang Tonbändern mit beständig wiederholten
Suggestionen zuhören.
Drogen gehören zu den klassischen Mitteln der gewaltsamen, erzwungenen
Umformung der Persönlichkeit. Sie werden u. a. zur Erzeugung von
Halluzinationen, Euphorie, aber auch von Qualen und Missstimmungen, zur
Einleitung bzw. Vertiefung der Hypnose, zur Desorientierung und zur Auslösung
von Nahtoderfahrungen eingesetzt.
Künstliche Amnesien (Gedächtnisblockaden) sind das A &
O der absichtlichen Persönlichkeitsspaltung. Die suggerierten Pseudo-Persönlichkeiten
müssen durch Erinnerungsbarrieren voneinander getrennt werden, weil
sie sonst sehr schnell wieder miteinander verschmelzen würden. Die
Gedächtnisblockaden werden u. a. durch Elektroschocks, Hypnose und
Drogen hervorgerufen. Die hypnotische Einpflanzung falscher Erinnerungen
ist in vielen Fällen die notwendige Ergänzung zur künstlichen
Amnesie. Schließlich muss das „Loch“ in der Biographie,
für den Betroffenen und sein Umfeld plausibel, gefüllt werden.
In umfassenden, langjährigen und kostspieligen Forschungsprojekten
hat die CIA seit ihrer Gründung nach dem 2. Weltkrieg die Möglichkeiten
und Grenzen der Gehirnwäsche durch Drogen, Hypnose, Elektroschocks
und physischen Zwang systematisch erforscht. Obwohl die CIA Anfang der
siebziger Jahre versuchte, die Akten zu diesen Forschungsprojekten vollständig
zu vernichten, entgingen wesentliche Dokumente durch Zufall dem Reißwolf.
Einige dieser Akten wurden freigegeben. Sie bilden eine wichtige Grundlage
dieses Buchs.
Seit Beginn der achtziger Jahre häufen sich Berichte von Menschen,
die angeblich in satanischen Ritualen sexuell missbraucht und körperlich
misshandelt wurden. Auch beim sogenannten satanisch rituellen Missbrauch
werden nicht selten Methoden der systematischen Persönlichkeitsspaltung
und Dressur der Persönlichkeitsfragmente eingesetzt. Der Autor hat
Berichte von Opfern aus aller Welt und empirische Studien zu dieser Problematik
ausgewertet und die Gemeinsamkeiten mit anderen Formen der Gehirnwäsche
herausgearbeitet.
Dieses E-Book legt u. a. den schockierenden Schluss nahe, dass während
des Kalten Kriegs auch im Interesse der westlichen Demokratien Menschen
durch brutale, im Kindesalter einsetzende Folter-Gehirnwäsche mental
versklavt wurden. Sie sollten - sie lautet diese Hypothese - als Partisanen
u. a. Mini-Atombomben gegen sowjetische Invasoren einsetzen, was ihren
sicheren Tod bedeutet hätte.
Einige Journalisten und mitunter sogar Fachleute behaupten, Erinnerungen
an Gehirnwäsche bzw. rituellen Missbrauch seien grundsätzlich
Phantasieprodukte oder sie seien den angeblich Betroffenen von zwielichtigen
Therapeuten suggeriert worden („False Memory Syndrome“). Diese
Unterstellungen mögen im Einzelfall zutreffen. Die Resultate der
einschlägigen empirischen Forschung rechtfertigen aber kein generelles
Misstrauen gegenüber Erinnerungen an traumatisierende Ereignisse.
Einige Opfer von Gehirnwäsche-Projekten der CIA haben die Vereinigten
Staaten verklagt und wurden entschädigt. Eine größere
Zahl der Angeklagten in Satanistenprozessen wurden wegen sexuellem Missbrauchs
und/oder körperlicher Misshandlung rechtskräftig verurteilt.
Dieses E-Book ist die einzige systematische Darstellung der Methoden
zur Gehirnwäsche durch Persönlichkeitsspaltung im deutschen
Sprachraum. Der Autor, ein Diplom-Psychologe verzichtet bewusst auf Verschwörungstheorien,
die einen Großteil der vorhandenen Literatur zu dieser Thematik
prägen. Er beleuchtet die psychologischen und neurophysiologischen
Grundlagen der absichtlichen Persönlichkeitsspaltung und analysiert
die Konsequenzen, die sich aus diesen Erkenntnissen für das Verständnis
des Bewusstseins, der Willensfreiheit und der menschlichen Identität
ergeben. Er untermauert seine Thesen mit Informationen aus anerkannten
wissenschaftlichen Zeitschriften, Fachbüchern seriöser Verlage
und freigegebenen Geheimdienstakten. Zahlreiche Kontakte mit Betroffenen
vertieften sein Verständnis der psychischen Auswirkungen dieser Form
der Gehirnwäsche.
Dieses E-Book vertritt weder anti-amerikanische, noch antipsychiatrische
Positionen. Pauschale Anti-Haltungen sind Ausdruck des Denkfehlers der
ungerechtfertigten Verallgemeinerung. Dieser Denkfehler kann mitunter
fatale Konsequenzen haben.
Der Autor Dr. Hans Ulrich Gresch ist Diplom-Psychologe und promovierter Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. Er lebt als Beratender Psychologe in Nürnberg. Seit 1994 untersucht er diese Thematik systematisch und steht in Kontakt mit Betroffenen in Deutschland und den Vereinigten Staaten.
In einer Sendung des RTL-II-Wissenschaftsmagazins “Welt der Wunder” zum Thema “Gehirnwäsche” wurde Gresch als Experte interviewt.
Der Autor Sebastian Fitzek schreibt in der Danksagung zu seinem Buch “Der Seelenbrecher” über die realen Grundlagen seines Psycho-Thrillers: “Auch wenn vieles davon unglaublich erscheinen mag, so ist das meiste davon tatsächlich gerade (wieder) in der Diskussion. Aber wie beweise ich Ihnen das..? Glücklicherweise gibt es ein Sachbuch, das den unverfänglichen Titel Unsichtbare Ketten trägt und von Dr. Hans Ulrich Gresch (Diplom-Psychologe) verfasst wurde. Caspar (Anm.: eine Hauptfigur des ‘Seelenbrechers’) kann sich in dem konkreten Augenblick zwar nicht daran erinnern, aber er zitiert fast wörtlich aus diesem Werk.”
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27.2.2010 von Hans Ulrich Gresch.
Psychodiagnosen werden nicht selten als Munition im Rosenkrieg eingesetzt. Zwei Partner waren einige Zeit glücklich miteinander, sie freuten sich, den passenden Lebensgefährten gefunden zu haben – doch dann kriselt es, dann kracht es, dann kommt es zu Zerwürfnissen und schließlich sind die Risse nicht mehr zu kitten.
Ihren Freundinnen und ihren Freunden, aber noch häufiger sich selbst hatten sie Geschichten erzählt, wie toll sie mit ihrem Partner harmonierten, welche schöne Erlebnisse sie zusammen hatten und wie gut sie es doch getroffen hätten. Nun stimmen diese Geschichten plötzlich nicht mehr. Sie widersprechen den tatsächlichen Ereignissen, dem eigenen Verhalten und dem des Partners.
In einem Internet-Forum beschreibt eine Diskussionsteilnehmerin einen Mann, der beständig auf der Jagd nach Frauen sei. Immer wieder aufs Neue versuche er, Frauen zu erobern und sie glauben zu machen, sie seien die Einzigen für ihn. Er habe aber stets mehrere Partnerschaften zur gleichen Zeit. Er suche gezielt nach den Schwachstellen dieser Frauen, nutze ihre Einsamkeit aus. Für ihn bestünde das größte Glück in der Gewissheit, dass ihn diese Frauen auch nach einer Trennung für immer in ihren Herzen tragen würden.
Nach dieser Schilderung schreibt sie: „Mein Therapeut hat gesagt, ich soll mal im Netz suchen, denn ein Krankheitsbild gibt es noch nicht dafür.“
Im Verlauf der Diskussion, die sich nun entspinnt, wird deutlich, dass die Ratsuchende ein „Opfer“ des Schürzenjägers war, den sie beschrieben hatte. Sie sagt, dass sie sich heilen wolle; jeder weitere Kontakt mit diesem Mann sei ihr Untergang. „Vielleicht könnte ich leichter damit umgehen, wenn ich es als Krankheit abstempele“, räumt sie in Bezug auf das Verhalten des vergötterten und zugleich gehassten Mannes schließlich ein. Sie würde gerne wissen, was in einem solchen Menschen vor sich gehe, um es besser verarbeiten zu können. „Es gäbe nichts Schöneres“, seufzt sie, „als ihn an meiner Seite zu haben.“
Die „Psychodiagnose“ hier also zwei Funktionen: Sie soll als Muster dienen, um eine Lebens- und Liebesgeschichte, die nicht mehr stimmig ist, neu zu formulieren. Und sie soll als Grundlage für eine neue, erfolgreichere Strategie der Bewältigung von Partnerschaftsproblemen fungieren.
Die Diskutanten bezweifeln allerdings, dass es eine gute Idee sei, sich mit diesem Problem mittels einer Psychodiagnose auseinanderzusetzen.
Der Moderator der GrupPsychodiagnosen werden nicht selten als Munition im Rosenkrieg eingesetzt. Zwei Partner waren einige Zeit glücklich miteinander, sie freuten sich, den passenden Lebensgefährten gefunden zu haben – doch dann kriselt es, dann kracht es, dann kommt es zu Zerwürfnissen und schließlich sind die Risse nicht mehr zu kitten.
Ihren Freundinnen und ihren Freunden, aber noch häufiger sich selbst hatten sie Geschichten erzählt, wie toll sie mit ihrem Partner harmonierten, welche schöne Erlebnisse sie zusammen hatten und wie gut sie es doch getroffen hätten. Nun stimmen diese Geschichten plötzlich nicht mehr. Sie widersprechen den tatsächlichen Ereignissen, dem eigenen Verhalten und dem des Partners.
In einem Internet-Forum beschreibt eine Diskussionsteilnehmerin einen Mann, der beständig auf der Jagd nach Frauen sei. Immer wieder aufs Neue versuche er, Frauen zu erobern und sie glauben zu machen, sie seien die Einzigen für ihn. Er habe aber stets mehrere Partnerschaften zur gleichen Zeit. Er suche gezielt nach den Schwachstellen dieser Frauen, nutze ihre Einsamkeit aus. Für ihn bestünde das größte Glück in der Gewissheit, dass ihn diese Frauen auch nach einer Trennung für immer in ihren Herzen tragen würden.
Nach dieser Schilderung schreibt sie: „Mein Therapeut hat gesagt, ich soll mal im Netz suchen, denn ein Krankheitsbild gibt es noch nicht dafür.“
Im Verlauf der Diskussion, die sich nun entspinnt, wird deutlich, dass die Ratsuchende ein „Opfer“ des Schürzenjägers war, den sie beschrieben hatte. Sie sagt, dass sie sich heilen wolle; jeder weitere Kontakt mit diesem Mann sei ihr Untergang. „Vielleicht könnte ich leichter damit umgehen, wenn ich es als Krankheit abstempele“, räumt sie in Bezug auf das Verhalten des vergötterten und zugleich gehassten Mannes schließlich ein. Sie würde gerne wissen, was in einem solchen Menschen vor sich gehe, um es besser verarbeiten zu können. „Es gäbe nichts Schöneres“, seufzt sie, „als ihn an meiner Seite zu haben.“
Die „Psychodiagnose“ hier also zwei Funktionen: Sie soll als Muster dienen, um eine Lebens- und Liebesgeschichte, die nicht mehr stimmig ist, neu zu formulieren. Und sie soll als Grundlage für eine neue, erfolgreichere Strategie der Bewältigung von Partnerschaftsproblemen fungieren.
Die Diskutanten bezweifeln allerdings, dass es eine gute Idee sei, sich mit diesem Problem mittels einer Psychodiagnose auseinanderzusetzen.
Der Moderator der Gruppe schreibt, der erste Gedanke, der ihm bei solchen Zweifeln durch den Kopf schieße, laute: Wenn man jemanden wegen einer Krankheit verlasse, dann könne man sich sagen, dass es nicht an einem selber lag. „Der Gedanke, der andere handele aus einer nicht von ihm selbst gewählten Motivation heraus, ist offenbar ein tröstlicher.“
Die „Psychodiagnose“ erfüllt hier also offenbar noch eine dritte Funktion: Sie schützt das eigene Selbstwertgefühl bei einem etwaigen Scheitern der gewählten Bewältigungsstrategie.
Diese Ziele von Psychodiagnosen sind natürlich nur die „heimlichen“, denn die offiziellen Aufgaben psychiatrischer Diagnostik werden anders bestimmt. In den Lehrbüchern der Psychiatrie werden u. a. folgende Funktionen genannt:
Verringerung der Komplexität der klinischen Phänomene zur Vereinfachung des Denkens
Erleichterung der Kommunikation zwischen den Ärzten
Hilfe bei der Prognose von Störungen
Einleitung einer angemessenen Behandlung
Unterstützung bei der Suche nach den Ursachen.
Meine These hierzu lautet, dass die heimlichen Funktionen der Psychodiagnostik eine ebenso große, wenn nicht eine noch größere Bedeutung für das Leben der Betroffenen haben als die offiziellen. Dabei beschränken sich die heimlichen keineswegs auf die drei genannten. Ein weitere Funktion kann beispielsweise darin bestehen, einen Menschen, der uns gekränkt hat, hinter einer Fassade von Mitleid und Verständnis abzuwerten. Schließlich ist ein „psychisch Kranker“ ja nicht nur ein „Kranker“, der Mitleid verdient, sondern auch ein Normverletzer, der moralischen Kriterien nicht genügt und dessen Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist.
„Heimliche Ziele“ verfolgen, oft unbewusst oder unreflektiert, nicht nur „Laien-Diagnostiker, sondern auch Profis. Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidtbauer hat eine „psychische Störung“, nämlich das „Helfersyndrom“ beschrieben, das bei professionellen Helfern nach seiner Auffassung nicht selten ist und zu dessen Symptomen auch das Verfolgen solcher „heimlichen“ Ziele der Psychodiagnostik gehört. Diagnosen eignen sich schließlich hervorragend, um beispielsweise das Scheitern einer „Therapie“ mit der „schlechten Prognose“ eines Patienten zu erklären, um so das eigene Selbstwertgefühl zu schützen.
Neben den individuellen heimlichen Zielen der Psychodiagnostik finden sich natürlich auch politische. Im Zusammenspiel mit einer angeblichen Fremd- oder Selbstgefährdung können Psychodiagnosen beispielsweise als Rechtfertigung dafür dienen, Menschen einer Zwangseinweisung und Zwangsbehandlung zu unterwerfen. Derartige Maßnahmen, die durch die Gesetze für psychisch Kranke gedeckt sind, wären ohne Psychodiagnosen nicht rechtmäßig, sondern müssten als Freiheitsberaubung, Folter und Gehirnwäsche bezeichnet werden. Indem man Menschen, die von gesellschaftlichen Normen und den Erwartungen ihrer Mitmenschen abweichen, als psychisch krank diagnostiziert, kann man sie ganz legal ihrer elementarsten Menschenrechte berauben.
Psychodiagnosen können also als Waffen benutzt werden – und das besonders Heimtückische daran ist, dass ihr Einsatz nur zu leicht als Hilfe getarnt werden kann. Wenn so genannte Laien aus niedrigen Beweggründen ihre Opfer mit Psychodiagnosen verleumden, dann können sie u. U. schweren Schaden anrichten; aber die Diskriminierung eines Menschen mit einer Psychodiagnose durch einen so genannten Experten kann tödlich sein: Sie kann den Betroffenen sozial und wirtschaftlich vernichten und ihn schlussendlich in den Selbstmord treiben.
Die so genannten Psycho-Wissenschaften haben das Schlachtfeld, auf dem sie mit dieser Waffe wüten können, sehr gut vorbereitet. Sie haben dem Volk eine pseudo-wissenschaftliche Ideologie eingehämmert. Diese besagt, dass es psychische Krankheiten gäbe und dass diese behandelbar seien, falls erforderlich, mit Gewalt. Damit ist die Psychodiagnose durch einen Psycho-Experten eine implizite, doppelte Zuständigkeitszuschreibung. Sie lautet: Du bist krank; ich bin für deine Behandlung und die Krankenkasse ist für die Bezahlung zuständig. So ist die Psychodiagnose also auch eine Waffe in einem Wirtschaftskrieg, der um das Geld der Versicherten und der Steuerzahler geführt wird.
Die habituelle Abweichung von gesellschaftlichen Normen oder den Erwartungen der Mitmenschen ist aber keine Krankheit, sondern ein u. U. riskanter Lebensstil. Es ist eine Schande, wenn in einer freien, demokratischen Gesellschaft Lebensstile pathologisiert werden und Menschen womöglich wegen ihres Lebensstils zwangsweise einer Behandlung unterworfen werden, die u. a. darin besteht, sie mit Ledergurten an Betten zu fesseln, sie mit Psychopharmaka vollzupumpen, sie gar mit Elektroschocks zu traktieren.
Natürlich sind die so genannten psychisch Kranken mitunter gefährlich für sich selbst und andere. Dadurch unterscheiden sie sich aber nicht von den so genannten Normalen. Wenn ein angeblich psychisch Kranker droht, seinen Nachbarn umzubringen, dann läuft er Gefahr, gegen seinen Willen in ein psychiatrisches Krankenhaus gesperrt zu werden. Wenn aber beispielsweise ein so genannter Normaler besoffen Auto fährt und dadurch sich und andere erheblich gefährdet, dann verliert er allenfalls den Führerschein. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Wo die Logik?
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9.2.2010 von Hans Ulrich Gresch.
Gesprächspartner gesucht!Für ein neues Buch suche ich Gesprächspartner, die1. Opfer foltergestützter Bewusstseinskontrolle wurden (”ritueller Missbrauch”)2. Opfer elektronischer Bewusstseinskontrolle wurden (Besendung)3. während ihrer Bundeswehrzeit mit Atomwaffen zu tun hatten (Spezial-Sperrzüge u. ä.)4. in Kindheit und Jugend im Kindererholungsheim Ehlers (St. Peter-Ording) waren.Schreiben Sie mir bitte eine eMail. Wenn Sie mir eine Telefonnummer im deutschen Festnetz und einen Termin nennen, rufe ich zurück.
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12.3.2009 von Hans Ulrich Gresch.
Nun wird wieder gerätselt über die Motive des Amokläufers in Winnenden, über Ursachen und die Möglichkeiten der Prävention. Die üblichen Verdächtigen werden verhaftet: Computerspiele, Mobbing, Verfügbarkeit von Waffen, unfähige Lehrer, zu wenig Schulpsychologen usw.
Man könnte diese Liste nach Belieben verlängern, ohne dass man aus diesen Mosaiksteinen ein stimmiges Bild zusammensetzen könnte. Leider sind Psychologie und Psychiatrie heute dem Neuro-Wahn verfallen und an psychologisch stimmigen Bildern nicht mehr interessiert. Man möchte wissen, an welchen Signalen man im “Vorfeld” potenzielle Amokläufer erkennen könne - als ob der Mensch ein Motor sei, bei dem verdächtige Geräusche verraten, dass etwas nicht stimmt mit ihm.
Das Problem mit diesem Ansatz besteht darin, dass die Signale in aller Regel nicht eindeutig sind und so die Gefahr der Fehleinschätzung recht groß ist. Man muss sogar damit rechnen, dass junge Menschen, die aufgrund solcher “Signale” als potenzielle Amokläufer identifiziert werden, im Sinne der Etikettierungstheorie erst zu dem gemacht werden, was man mit diesem Ansatz eigentlich vermeiden will.
Ich rate dazu, bei seltenen Ereignisse nicht zu fragen, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen, sondern darüber nachzudenken, warum sie so selten sind. Warum beginnt der Unterricht heutzutage nicht üblicherweise mit einem Schusswechsel?
Dies klingt natürlich zynisch. Dennoch ist die Frage legitim. Denn von all den heute diskutierten Gründen für den Amoklauf sind eine Unzahl von Schülern betroffen - und nur eine winzige Minderheit wird zum Täter.
Außerdem sind Menschen niemals Monster, selbst wenn sie fürchterliche Dinge tun - auch Amokläufer sind Menschen wie du und ich. Darum empfehle ich bei Fragen wie diesen auch, darüber nachzudenken, unter welchen Bedingungen vergleichbare Verhaltensweisen normal sind und darum auch gehäuft auftreten. Als der 1. Weltkrieg ausbrach, eilten Zehntausende junger Menschen im Alter des Amokläufers von Winnenden zu den Fahnen, um sich auf dem Felde der Ehre zu bewähren. Sie nahmen dabei ihren Tod billigend in Kauf, ja, manche ersehnten den Heldentod sogar.
Dieser Vergleich mag makaber klingen, aber man sollte sich von diesem Klang nicht abschrecken lassen, die Sache entlang dieser Argumentationslinie weiter zu verfolgen. Man könnte fündig werden. Der Krieg ist kein Computerspiel - sondern ein menschliches Unternehmen, bei dem zwei Parteien versuchen, sich gegenseitig umzubringen, und zwar nicht nur virtuell, sondern ganz real. Die jungen Männer, die damals an die Front drängten, waren nicht durch Computerspiele verdorben. Die gab es damals noch nicht.
Die jungen Frontkämpfer des 1. Weltkriegs trugen natürlich die Liebe zu Deutschland im Herzen und waren erfüllt von nationalistischer Ideologie. Und selbstverständlich waren sie hoch erfreut, die Langeweile und Spießigkeit des kaiserlichen Deutschlands zu entkommen. Das Abenteuer lockte. Doch was erklärt das? Recht wenig. Ein Krieg ist nicht wie Rafting oder Bergsteigen.
Hier geht es ums Ganze. Auch beim “School Shooting” geht es ums Ganze. Ums Ganze des eigenen Lebens, des eigenen Daseins. Der Mensch ist kein Ding unter Dingen, sondern ein Ding, das gegenüber allen anderen Dingen ausgezeichnet ist. Der Mensch unterliegt dem existenziellen Zwang, sein Selbst und den Sinn seines Daseins zu bestimmen. Er bestimmt ihn durch Geschichten über sich selbst und seine Welt. Doch er kann sich nicht selbst beschreiben in diesen Geschichten wie er andere Dinge in Geschichten beschreiben könnte. Er muss in seinen Geschichten existieren. Existierend muss er sich der Wahrheit seiner Geschichten selbst vergewissern. Nur so kann er seinem Dasein einen Sinn geben.
Um sich existierend der Wahrheit seiner Geschichten über sich selbst gewahr zu werden, braucht der Mensch Gipfelerfahrungen. Gipfelerfahrungen sind weit über dem Alltag stehende, intensierte Erfahrungen, in denen die grundlegenden Fundamente des Daseins in einer nicht nur intellektuellen Weise erfasst werden. Sie durchdringen uns gleichsam von den Zehen- bis in die Haarspitzen. Es gibt Gipfelerfahrungen des Mutes und der Angst, der Liebe und des Hasses.
Gerade jungen Menschen suchen Gipfelerfahrungen, weil sie in ihrer Erwicklung zum Erwachsenen eine Folge existenzieller Krisen durchlaufen und durchlaufen müssen, in denen sie gezwungen sind, den Sinn ihres Daseins und den Inhalt ihres Selbsts immer wieder neu zu bestimmen. Zehntausende junger Männer eilten zu Beginn des 1. Weltkriegs freiwillig und begeistert zu den Fahnen, mit einer glühenden Liebe zu Deutschland im Herzen und der Suche nach Gipfelerfahrungen im Sinn - den eigenen Tod vor Augen. Das ist die Essenz der Gipfelerfahrung, dass es in ihr immer um Leben und Tod geht - wenn nicht physisch, so doch spirituell.
Zurück zu den Amokläufern. Dies ist natürlich eine falsche Bezeichnung, die ich hier nur verwende, damit mich die Suchmaschinen finden, wenn Interessierte diese falsche Bezeichnung für “school shootings” eingeben. Amok ist immer spontan, die Schulschützen handeln aber in aller Regel mit Vorsatz und geplant.
Eingangs sprach ich davon, dass nun wieder einmal die Zeit der Spekulationen angebrochen ist über Motive der so genannten Amokläufer und die Ursachen ihres Verhaltens. Ich will mich an diesen Spekulationen nicht beteiligen. Der Sinn eines Verhaltens erschließt sich letztlich nur aus der Innensicht. Und dieser Blick ging endgültig verloren, als das Auge des Schulschützen von Winnenden brach. Ich gebe nur zu bedenken, dass nach meiner festen Überzeugung dieser junge Mann ein Gipfelerlebnis suchte und fand - in einer fürchterlichen Form mit mörderischem Ausgang. So wie Zehntausende ihr Gipfelerlebnis im 1. Weltkrieg fanden, in einer fürchterlichen Form mit mörderischem Ausgang.
Die Psychologie und Psychiatrie sind heute dem Neuro-Wahn verfallen. Sie betrachten den Menschen nur noch von außen, beobachten sein Verhalten und korrelieren es mit neuronalen Mustern, mit der Aktivität seines Nervensystems. Sie haben das, was den Menschen ausmacht, nämlich sein Dasein aus den Augen verloren. Sie haben uns nichts mehr zu sagen.
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9.2.2009 von Hans Ulrich Gresch.
Als sich die Psychologen im vorigen Jahrhundert aus ihren Lehnstühlen erhoben, sich den Staub philosophischer Wälzer aus dem Gesicht wischten und begannen, in psychologischen Laboren mit Menschen zu experimentieren, da wurde dies als großer Fortschritt der Wissenschaft gefeiert. Mit naturwissenschaftlichen Methoden wollte man den Durchbruch in der psychologischen Forschung erzwingen. Harte Fakten sollten an die Stelle unverbindlicher Spekulation treten. Charakteristisch für diese Geisteshaltung ist ein Satz, mit dem der Psychologe Hermann Ebbinghaus auf dem internationalen Kongress für Psychologie im Jahre 1900 in Paris viel Beifall erntete, dass nämlich die Psychologie eine lange Vergangenheit, aber eine kurze Geschichte habe. Damit wurden alle geisteswissenschaftlichen Bemühungen zur Erkundung der menschlichen Seele in die Vorgeschichte verwiesen. Die Geschichte der Psychologie begann erst mit dem Experiment.
Inzwischen gilt das psychologische Experiment als der Goldstandard psychologischer Erkenntnis. Die Logik, die diesem Erkenntnisweg zugrunde liegt, entspricht dabei dem Grundgedanken jeder experimentellen Wissenschaft, sei es die Physik, die Chemie oder z. B. die Molekularbiologie. Um den Einfluss eines Faktors X auf einen Prozess P zu analysieren, variiert man diesen und versucht, alle anderen Einflüsse konstant zu halten. In den klassischen Naturwissenschaften hat die Anwendung dieses Grundprinzipps gigantische Fortschritte ermöglicht.
Doch hat der Psychologie stößt die experimentelle Strategie auf ein Problem. Dieses Problem ist so gravierend, dass es die Mehrheit der Forscher schamhaft verschweigt. Zwar hört man in wissenschaftstheoretischen oder methodischen Grundlagenseminaren gelegentlich die Begriffe “externe Validität” oder auch “ökologische Validität” - aber wenn es dann darum geht, die Befunde der experimentellen psychologischen Forschung den Medien oder Auftraggebern außerhalb des Wissenschaftsbetriebs zu verkaufen, dann tauchen diese Begriffe nicht mehr auf. Und erst recht ist dann das Problem, auf das sie sich beziehen, kein Thema mehr.
Es gibt allerdings auch Ausnahmen, Nestbeschmutzer. Über deren Motive könnte man trefflich streiten. Leute, denen das Thema nicht behagt, streiten sich gern über die Motive. Es scheint mir aber konstruktiver zu sein, sich mit den Argumenten auseinander zu setzen - und nicht mit den Beweggründen derer, die sie vertreten.
Einer dieser Nestbeschmutzer ist der amerikanische Kriminalpsychologe Prof. Dr. Christopher J. Ferguson. In einem Interview mit der Web Site “Gamespot” behauptete er, dass die Qualität psychologischer Forschung im Allgemeinen sehr schlecht sei. Es könne sich dabei durchaus um 90 bis 95 Prozent der Studien handeln.
“The way that we study questions, the way that we support our hypotheses are not very scientific, quite frankly. And social science is kind of an oxymoron, to some extent.”
Ein “Oxymoron” ist ein Widerspruch in sich. In gewissem Maße… Welches Maß meint der Professor?
Ferguson illustriert seine Behauptung mit der Forschung zur Frage, ob Computerspiele gewalttätiges Verhalten förderten. In den entsprechenden Experimenten werden die Versuchspersonen üblicherweise in zwei Gruppen geteilt, die Versuchsgruppe und die Vergleichsgruppe. Die Versuchsgruppe spielt eine Weile Computerspiele, die Vergleichsgruppe beschäftigt sich in demselben Zeitraum mit neutralen, also nicht mutmaßlich aggressionsfördernden Tätigkeiten. Danach werden beide Gruppen aufgefordert, ein bestimmtes aggressives Verhalten zu zeigen. In einer Reihe von Studien bestand dieses Verhalten darin, Mitarbeiter des Versuchsleiters mit lauten Tönen zu beschallen.
Wenn die Computerspieler sich bei diesem Tests aggressiver zeigten, wurde daraus geschlossen, dass Computerspiele die Gewaltbereitschaft stimulierten.
“There is a big difference between such an action and the sort of school shootings or other violent outbursts that concerned groups try to pin on violent games.”
Allerdings. Wer Menschen mit Lärm pisackt, nimmt deswegen nicht auch eine Knarre und legt seine Mitschüler um. In diesem Falle können die Ergebnisse des Experiments also allein schon darum nicht auf das reale Leben außerhalb des psychologischen Labors übertragen werden, weil es im Labor aus ethischen Gründen nicht möglich ist, das reale Leben in einem Ausmaß zu simulieren, das durch die Forschungsfrage erforderlich wäre. Aus erkenntnistheoretischer und methodologischer Sicht muss also davon gesprochen werden, dass die ökologische Validität von Experimenten dieser Art eingeschränkt sei.
Doch nicht nur ethische Momente bedrohen die ökologische Validität - auch solche, die mit der Natur psychologischer Experimente an sich zusammenhängen. Die Übertragbarkeit experimenteller Resultate ist ja immer in Frage gestellt, wenn sich die Bedingungen des Experiments gravierend von denen im realen Leben unterscheiden. Ein psychologisches Experiment ist eine Form menschlicher Interaktion. Die Versuchsperson befolgt die Anweisungen des Versuchsleiters.
Menschliche Interaktionen werden determiniert durch ein Wechselspiel von Variablen, die in der Person liegen, und solchen, die von außen auf sie einwirken. Es sind also nicht nur die objektiven Gegebenheiten allein, die menschliches Verhalten steuern, sondern auch die subjektiven Verarbeitungen dieser äußeren Reize haben einen erheblichen Einfluss. Denken wir beispielsweise daran, dass sich Versuchspersonen in einem Experiment auch selbst als Versuchspersonen definieren und dass sie Hypothesen entwickeln, was mit dem Experiment bezweckt werden soll. Kurz: Im Experiment wirken Einflussgrößen auf das Verhalten ein, die es im realen Leben außerhalb des Labors nicht gibt - und umgekehrt.
Die amerikanische Psychologin Elizabeth F. Loftus versuchte experimentell zu überprüfen, ob man Versuchspersonen falsche Erinnerungen einpflanzen kann. In dem berühmten “Shopping Mall Experiment” suggerierte sie den Teilnehmern, sie seien in ihrer Kindheit in einem Einkaufszentrum verloren gegangen. Loftus bezeichnete diese Erfahrung als “mildly traumatic”.
Studien dieser Art verfolgen natürlich nicht nur rein akademische Zwecke. Sie stehen im Zusammenhang mit einer politischen Debatte über die Glaubwürdigkeit von Frauen, die behaupten, sexuell missbraucht worden zu sein. In den Vereinigten Staaten und inzwischen auch anderswo haben sich Interessenverbände gebildet, die propagieren, diesen Frauen seien von ihren Therapeutinnen falsche Erinnerungen eingepflanzt worden. Als Beweis für diese These berufen sich diese Verbände dann auf Studien im Stil des “Shopping Mall Experiments”.
Über die Motive dieser Interessengruppen möchte ich nicht spekulieren. Konzentrieren wir uns auf das Argument, dass man Menschen falsche Erinnerungen an sexuellen Missbrauch einpflanzen könne und dass dies experimentell bewiesen sei. Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass es einen gravierenden Unterschied macht, ob man in einem Einkaufszentrum von der Mutter vergessen oder ob man vom Vater sexuell missbraucht wurde. Es dürfte heute nicht mehr möglich sein, sich ein Experiment genehmigen zu lassen, in dem Versuchspersonen suggeriert wird, sie seien in der Kindheit sexuell missbraucht worden. Und erst recht ist es undenkbar, Kinder in einem Experiment sexuell zu missbrauchen, um dann hinterher festzustellen, ob sie diese Erfahrung vergessen und erst später, beispielsweise während einer Psychotherapie, wiedererinnern können.
Daher ist die ökologische Validität - auch von Experimenten zum Thema “sexueller Missbrauch” - immer eingeschränkt, und dies auch in diesem Fall nicht nur aus ethischen Gründen. Die Interaktion in einem psychologischen Labor unterscheidet sich nun einmal grundsätzlich von der Interaktion im Behandlungszimmer eines Psychotherapeuten. Die Versuchspersonen im Labor machen sich Gedanken, was der Versuchsleiter mit seinem Experiment wohl bezwecken will. Die Klienten einer Psychotherapie machen sich Gedanken, was der Psychotherapeut mit seiner Therapie wohl bezwecken will. Versuchspersonen und Klienten dürften in der Regel zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Und diese unterschiedlichen Ergebnisse werden ihr Verhalten und Erleben auch unterschiedlich beeinflussen.
Dies muss zumindest vermutet werden, und daher ist die Übertragbarkeit von Laborstudien auf das reale Leben immer in Frage gestellt. Betrachtet man also das Experiment als den Königsweg zur psychologischen Erkenntnis und entwertet alle anderen Ansätze als mehr oder weniger unwissenschaftlich, dann stellt man die Psychologie auf eine überaus fragwürdige Grundlage.
Man möge mich nicht missverstehen: Ich halte Experimente in der Psychologie keineswegs für wertlos. Sie sind nur kein eigenständiger Weg zur psychologischen Erkenntnis - und wenn Experimentatoren dies vorgeben, dann täuschen sie nicht nur die Öffentlichkeit, sondern sie hemmen auch den Erkenntnisfortschritt.
Eine Erzählung hat einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss. Ein psychologisches Experiment beginnt damit, dass ein Forscher mit einem wissenschaftlichen Problem konfrontiert wird und sich dazu eine Hypothese einfallen lässt. Nun denkt er sich einen Versuchsplan aus, um die Hypothese zu überprüfen. Er setzt den entsprechenden Versuchsplan um und dokumentiert das Verhalten seiner Versuchspersonen. Schließlich wertet er seine Datenbasis aus und veröffentlicht seine Ergebnisse. In einem Kriminalroman wird der Detektiv mit einer Leiche konfrontiert. Er lässt sich eine Hypothese einfallen, wer der Täter sein könnte. Nun dokumentiert er das Verhalten seiner Verdächtigen, wertet das Ergebnis seiner Investigation aus und präsentiert seinen mutmaßlichen Täter schließlich dem Staatsanwalt. Das psychologische Experiment ist also eine Story. Es gehört nicht zum Genre der Kriminalromane, es ist ein Genre sui generis. Aber es ist eine Erzählung - und nur wenn man es als Erzählung versteht und interpretiert, kann es zur psychologischen Erkenntnis beitragen.
Nicht nur psychologische Experimentatoren, wir alle sind Geschichtenerzähler. Wir alle versuchen, unserem Leben Sinn zu geben, indem wir uns und anderen Storys über uns selbst und unsere Welt erzählen. Diese Geschichten sind die Leitschnur unseres Verhaltens und Erlebens - bewusst und unbewusst. Nach wie vor beherrschen die pseudo-naturwissenschaftlichen Experimentatoren das Feld in der sog. wissenschaftlichen Psychologie, aber die Kritiker gewinnen an Einfluss. Zu den Forschern, für die Erzählungen der Stoff sind, aus dem die Seele gemacht ist, zählen die Anhänger der Narrativen Psychologie. Eine gute Einführung in dieses Wissensgebiet stammt aus der Feder der amerikanischen Psychologin Michele L. Crossley.
“Drawing on some of dominant theories in this area, it has argued that human life carries within it a narrative structure to the extent that the the individual, at the level of tacit, phenomenological experience, is constantly projecting backwards and forwards in a manner that maintains a sense of coherence, unity, meaningfulness and identity.”
Indem der psychologische Experimentator durch sein Experimentieren seine Identität als Naturwissenschaftler begründet und seinen Ergebnissen einen naturwissenschaftlichen Charakter zuschreibt, erzählt er eine nicht authentische, eine irreführende, eine entfremdete Geschichte über sich selbst und seine Welt.
Psychologie - alles Schrott? Oder zu 90 bis 95 Prozent, wie Ferguson behauptet? Die heutige empirische Psychologie gleicht in der Tat einem riesigen Schrottplatz. Unter einem Haufen Müll verbirgt sich jedoch mancher Wertgegenstand, der eine Geschichte erzählt, die nachzuerzählen es sich durchaus lohnt. Aber ist nicht jedes Experiment eine Geschichte? Durchaus, allerdings werden heute Forschungsberichte über derartige Experimente so verfasst, dass ihr Geschichten-Charakter möglichst verhüllt wird. Sie werden dadurch zur Fiktion, indem sie alles Fiktive zu vermeiden versuchen und nur “Daten” präsentieren wollen. Sie werden zur Fiktion, weil sie dabei die Menschen aus dem Blick verlieren und den Eindruck erwecken, die Versuchspersonen seien mechanische Objekte, die durch eine Handvoll von Merkmalen hinlänglich beschrieben werden könnten. Aber das ist eine andere Geschichte…
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5.2.2009 von Hans Ulrich Gresch.
Menschen handeln. Sie haben Absichten, setzen sich Ziele, wählen Mittel aus, bilden Erwartungen hinsichtlich der Ziele und der ausgewählten Mittel. Dies betrifft nicht nur das äußere, sichtbare Verhalten, sondern auch die geistigen Prozesse. Auch Stimmungen, Gefühle, Gedanken sind Handlungen oder Begleiterscheinungen von Handlungen. Angst z. B. begleitet die Absicht anzugreifen oder wegzulaufen. Angreifen und Weglaufen aber sind Handlungen: Sie haben ein Ziel, unterliegen einer Absicht usw. Wenn ich nachdenke, dann versuche ich, eine Frage zu beantworten. Das aber ist eine zielgerichtete, absichtsvolle, erwartungsgesteuerte geistige Operation, also eine Handlung.
Manchmal aber verhalten wir uns auch automatisch. Bedeutet dies, dass wir in diesem Falle Automaten sind? Bezogen auf das Seelenleben ist der Begriff des “Automatismus” nur eine Metapher, und zwar eine irreführende. Denn auch unsere automatischen Verhaltensweisen verfolgen absichtlich gewählte Ziele, sind von Erwartungen gesteuert - und wenn etwas schief läuft, dann tritt häufig wieder der bewusste Wille an die Stelle des unkontrollierten Ablaufs.
Wenn wir neue, unbekannte Probleme lösen, stehen die entsprechenden Handlungen im Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit. Routineaufgaben erledigen wir “automatisch” - dies bedeutet nur, dass wir ihnen unsere Aufmerksamkeit teilweise oder vollständig entzogen haben. Wir können unsere Aufmerksamkeit auch einzelnen Elementen unserer Handlungen entziehen. Wenn wir z. B. die Absicht hinter unseren Handlungen aus dem Bewusstsein verbannen, dann hat unser Bewusstsein den Eindruck, es habe die Kontrolle über diese Handlung verloren. Unser Ich ist dann nicht mehr in der Lage, darüber zu reflektieren, dass ein Teil seiner selbst unbewusst die entsprechende Absicht zu dieser Handlung verfolgt.
Dies trifft natürlich auch auf die sog. psychischen Krankheiten zu. Diese sind immer mit einem erlebten Kontrollverlust verbunden. Nicht nur Zwänge oder Abhängigkeiten sind Ausdruck eines subjektiv erlebten Kontrollverlusts. Wer depressiv ist, der sieht sich außerstande, die dunklen Schatten aus seinem Bewusstsein zu verbannen. Wer übersteigerte Angst hat, der fühlt sich nicht mehr als Herr dieses Gefühls, sondern er glaubt, unter der Kontrolle seiner Angst zu stehen und von dieser zu Verhalten gezwungen zu werden, das er selbst gar nicht will.
Doch dieser Kontrollverlust ist eine Täuschung. Diese Täuschung wird dadurch hervorgerufen, dass wir den entsprechenden Absichten unsere Aufmerksamkeit entzogen haben. Auch der Entzug der Aufmerksamkeit, also der “Abwehrmechanismus”, die Verdrängung, ist eine Handlung. Sie beruht wie jede Handlung auf einer Absicht. Auch dieser Absicht können wir unsere Aufmerksamkeit entziehen. Logisch betrachtet, verwickeln sich Menschen bei diesem unendlichen Entzug von Aufmerksamkeit für ihre Absichten und ihre Absichten höherer Ordnung natürlich in Widersprüche. Daher ist es ein Wesenselement dieser menschlich-allzumenschlichen Form des Selbstbetrugs, sich in diesem Bereich außerhalb der Logik zu stellen.
Wer etwas von Hypnose versteht, wird hier unschwer erkennen, dass diese Verdrängung von Absichten aus Bewusstsein des Handelnden auffällige Ähnlichkeiten mit der Ausführung eines posthypnotischen Befehls aufweist. Dieser hat folgende Grundform: Ein Mensch wird hypnotisiert. Der Hypnotiseur gibt ihm folgenden Befehl: Sie werden wieder aus der Hypnose aufwachen, sobald ich das Zeichen A gebe. Sie werden sich dann nicht mehr an die Hypnose erinnern können. Wenn ich danach das Zeichen B gebe, werden Sie die Handlung XYZ vollziehen.” Der Hypnotiseur gibt das Zeichen A. Der Hypnotisand wacht auf. Der Hypnotiseur gibt nach einer Weile das Zeichen B. Der Hypnotiseur vollzieht die Handlung XYZ. Auf Befragen, warum er so gehandelt habe, wird er allerlei Rationalisierung vorbringen. Seine tatsächliche Absicht aber bleibt seinem Bewusstsein verborgen. Seine tatsächliche Absicht bestand ja darin, die Befehle des Hypnotiseurs zu befolgen, und zwar den Befehl, die Hypnose zu vergessen, und den Befehl, XYZ zu verwirklichen.
Bei den sog. psychischen Krankheiten verhält es sich ganz ähnlich wie im obigen Fall - mit dem Unterschied, dass im Regelfall keine formale Hypnotisierung im Spiel war. Aber auch bei sog. psychischen Krankheiten verfolgt der “Erkrankte”zwei Absichten, nämlich jene, die “Symptome” zu produzieren und zu “vergessen”, dass er selbst es ist, der diese Symptome produziert. Er wird sie vielmehr rationalisieren. Eine Möglichkeit zur Rationalisierung bieten ihm Psychiatrie und Psychotherapie an. Sie legen ihm nahe, sich als psychisch krank zu fühlen. Eine Störung in seinem Gehirn zwinge ihn zu dem symptomatischen Verhalten. Er sei krank, und daher für dieses Verhalten nicht voll verantwortlich. Er müsse sich in die Obhut des Psychiaters oder Psychotherapeuten begeben und sich willig den Anordnungen dieser Fachleute fügen, den Psycho-Experten also einen mehr oder weniger großen Teil seiner Verantwortung für sich selbst übertragen.
Und das ist wirklich unerträglich! Selbstbetrug ist keine Krankheit - auch dann nicht, wenn man sich den Selbstbetrug nicht bewusst machen und eingestehen kann.
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4.2.2009 von Hans Ulrich Gresch.
Am Stammtisch
Am 2. Februar strahlte die ARD einen Fernsehfilm über einen Bundeswehrsoldaten aus, der nach seiner Rückkehr vom Einsatz in Afghanistan unter schweren psychischen Problemen leidet. Am folgenden Tag wurde ich zufällig Ohrenzeuge eines Stammtischgesprächs, in dem ältere Herren sich gegenseitig in der Ansicht bestätigten, dass nur Feiglinge oder Schwächlinge an der Front zusammenbrechen.
Vermutlich hatten diese Männer nie einen Krieg erlebt – von Kampferfahrung ganz zu schweigen. Doch auch Kriegsteilnehmer neigen nicht selten zu solchen Ansichten. Das liegt nicht allein daran, dass nur eine Minderheit der Soldaten an der Front war. Der Grund dafür ist auch die sattsam bekannte Neigung des Menschen zum Selbstbetrug und zur Verlogenheit.
An der Front
Die Mythos vom Kriegshelden hält den Tatsachen nämlich nicht stand. In seinem Buch „The Painful Field“ hat der amerikanische Historiker Richard A. Gabriel Fakten zusammengetragen, die eindeutig belegen, dass es keine Kriegshelden gibt. Ich referiere die wichtigsten Einsichten aus seinem lesenswerten Buch:
Während des 2. Weltkriegs feuerten gerade einmal 15 Prozent der amerikanischen Frontsoldaten ihre Waffen ab - unabhängig davon, ob sie angriffen oder angegriffen wurden. Die meisten Soldaten hatten einfach zu viel Angst, so dass sie nichts anderes taten als in ihren Schützenlöchern auszuharren.
Nahezu alle Soldaten, die mehr als einen Monat dem Stress der Front ausgesetzt sind, entwickeln psychiatrische Symptome. Die Vorstellung, dass nur Feiglinge zusammenbrechen, ist ein Mythos, der durch militärpsychologische und militärpsychiatrische Studien eindeutig widerlegt wird. Und diese Erfahrungen beziehen sich vor allem auf Kriege, die erheblich weniger intensiv waren als ein moderner konventioneller Krieg.
Während des Kalten Krieges beschäftigten sich die Militärstrategen beider Blöcke natürlich auch mit Prognosen der Kampfkraft ihrer Truppen. Projektionen für rein konventionelle Kriegsszenarios zwischen Warschauer Pakt und NATO in Mitteleuropa aus dieser Zeit legen nahe, dass während einer Woche die psychiatrisch begründete Kampfunfähigkeit rund 40 bis 50 Prozent aller Fälle ausgemacht hätte - auf beiden Seiten.
In jedem Krieg sind Furcht und Erschöpfung ständige Begleiter. Die Erfahrung der Schlacht ist eine der bedrohlichsten, stressvollsten und schreckerregendsten Erfahrungen, die von Menschen auszuhalten erwartet wird. Schwere emotionale Reaktionen sind weder seltene, noch isolierte Ereignisse.
Es kann kein Zweifel daran bestehen: Die Kriegstechnik ist so destruktiv geworden, dass die Frage aufgeworfen wurde, ob irgend ein Soldat, außer den ohnehin schon Verrückten, das Schlachtfeld noch auszuhalten vermag. Die Hinweise, die wir haben, lassen erkennen, dass die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit bereits erreicht wurden.
Obwohl die amerikanische Armee während des I. und II. Weltkriegs durch gründliche psychiatrische Untersuchungen die Schwachen auszusondern versuchte und nur die angeblich Starken an die Front geschickt wurden, gelang es ihr nicht, psychiatrische Zusammenbrüche infolge des Kampferlebnisses zu vermindern.
Psychiatrische Krankheiten waren die größte Einzelkategorie bei den Behindertenrenten, die nach dem II. Weltkrieg von der amerikanischen Regierung gewährt wurden.
Während des I. Weltkriegs wurden 27,7 % der Frontkämpfer aus der Kampfzone wegen eines psychiatrischen Zusammenbruchs evakuiert. Weitere 16,6 % wurden vorübergehend in psychiatrische Einrichtungen gebracht.
Während des II. Weltkriegs litten 1.393.000 amerikanische Soldaten an psychiatrischen Symptomen, die sie zumindest vorübergehend dienstunfähig machten.
37,5 % der amerikanischen Frontsoldaten wurden während des II. Weltkriegs wegen psychiatrischer Probleme entlassen.
Interviews mit amerikanischen Frontsoldaten ergaben, dass während des II. Weltkriegs nicht mehr als 15 % der Soldaten ihre Waffen abfeuerten, selbst wenn sie angegriffen wurden. Sogar in Elite-Einheiten, die für ihre Aggressivität bekannt waren, stieg dieser Anteil nur auf 25 %. Dasselbe Bild ergab sich bei den Piloten. Auf nur 1 % entfielen mehr als 40 % der Abschüsse.
In Korea erlitten 24,4 % der amerikanischen Frontsoldaten so schwerwiegende psychiatrische Zusammenbrüche, dass sie zumindest vorübergehend kampfunfähig waren.
Vietnam: 12,5 % der Frontsoldaten (=Soldaten mit Kampferfahrung) wurden psychiatrische Fälle. Der Vietnamkrieg war kein sehr intensiver Krieg, so erklärt sich die vergleichsweise niedrige Zahl. Allerdings erkrankten nach dem Krieg mehr Veteranen an Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) als nach jedem anderen Krieg zuvor.
Untersuchungen zeigten, dass etwa 2 Prozent der Soldaten im Frontkampf nicht zusammenbrechen. Dabei handelt es sich um Menschen, die bereits vor dem Soldatenleben psychopathische Persönlichkeiten waren.
(Quelle: Gabriel, R. A. (1988). The Painful Field. The Psychiatric Dimension of Modern War. New York, Westport, Con., London: Greenwood Press)
Posttraumatische Belastungsstörung
Wenn sich die Bundeswehr weiterhin an internationalen Kampfeinsätzen beteiligt, dann ist natürlich mit einer steigenden Zahl von Menschen in unserer Mitte zu rechnen, die durch Kriegserfahrungen schwer traumatisiert wurden. In vielen Fällen werden die Traumata diese Veteranen ein Leben lang begleiten und mitunter irreversible psychische Störungen hervorrufen.
Nachdem die Bundesregierung dieses Problem lange ignoriert hat, will sie nun – wie die Süddeutsche Zeitung am 2. Februar 2009 berichtete – ein Forschungszentrum für die sog. Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS) einrichten. Die Diagnose PTBS wurde 1980 in die dritte Revision des „Diagnostisch Statistischen Manuals“ (DSM) aufgenommen. Das DSM ist die internationale Psychiater-Bibel zur Psychodiagnose. Die Aufnahme der PTBS erfolgte auf Druck der Verbände von Vietnam-Veteranen. Obwohl dadurch eine neue Krankheit, ein neues „Syndrom“ kreiert wurde, sind die Phänomene, auf die sich diese Diagnose bezieht, natürlich so alt wie der Krieg. Durch die Aufnahme wurden sie jedoch offiziell zur Krankheit.
Doch es handelt sich nicht um eine Krankheit. Die Verhaltensmuster, aufgrund derer die betroffenen Soldaten diese Diagnose erhalten, sind die ganz normalen Reaktionen normaler Leute auf eine verrückte Situation. Die menschliche Natur hält dem extremen Stress eines Kampfeinsatzes über einen längeren Zeitraum nicht stand. Jeder hat seinen Bruchpunkt. Wer diesen Bruchpunkt nicht innerhalb weniger Wochen an der Front erreicht, der ist nicht normal.
Eine Frage des Staates und die Antwort der Soldaten
Aus meiner Sicht sind die sog. Psychischen Störungen in Wirklichkeit keine Krankheiten, sondern Strategien zur Daseinsbewältigung. Auch die „Posttraumatische Belastungsstörung“ eines Soldaten macht hier keine Ausnahme. Es ist eine Strategie, den Wahnsinn des Krieges zu bewältigen und dabei ein normaler Mensch zu bleiben, sich also nicht in ein Monster zu verwandeln.
Selbstverständlich entwickelt nicht jeder Soldat, der in Afghanistan eingesetzt wird, ein „posttraumatisches Belastungssyndrom“. Die psychischen Auswirkungen hängen natürlich von der Intensität und Dauer des Kampfeinsatzes ab, vom Ausmaß der Stresserfahrung also. Je brutaler der Krieg, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Soldat jene Strategie der Daseinsbewältigung wählt, die unter dem Begriff „PTBS“ medikalisiert wurde. Durch diese Medikalisierung wird eine gesunde Reaktion zur Krankheit erklärt. Sie wird individualisiert. Man schiebt den betroffenen Soldaten in die Röhre eines Computer-Tomographen und stellt u. U. fest, dass sich sein Hirn strukturell verändert hat. Das ist dann in etwa so, als hätte er ein Bein verloren.
Doch er hat kein Bein verloren, ihm fehlt nichts. Der Brain-Scan zeigt nur, dass sein Gehirn normal auf eine wahnsinnige Erfahrung reagiert und sich so verändert hat, dass es das Verhalten im Sinn einer Strategie steuern kann, die das menschliche Ansicht angesichts der Barbarei wahren soll.
In der „Welt online“ vom 4. Februar 2009 befürchtet der Kommentator Michael Stürmer, dass der Druck, „das Grauen sich selbst zu überlassen“, beständig zunehmen werde, je mehr Traumatisierte ihre Geschichte erzählen. Dies aber hätte Folgen „weit über den Hindukusch hinaus. Es ginge um die alte Frage, „was der Staat von den Seinen verlangen darf – und warum.
Soldaten, die im Krieg ausrasten, durchdrehen, geben eine Antwort auf diese Frage. Sie ist vielstimmig:
So antworten viele Soldaten auf die Frage des Staates, was er ihnen im Kriege zumuten darf. Dem ist nichts hinzuzufügen.
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